23.02.2019 - 19:54 Uhr

Es war ein paar Tage nach Weihnachten, als sich die Sonne erstmals wieder blicken ließ. Mit gelblichen Zähnen bleckte sie vom Himmel herab und sofort schossen die Golfer, die entnervt auf ihren Regenradar-App starrten, wie Hasen aus dem Bau.

Warum das erste Turnier des Jahres zum Fiasko wurde ist schnell erzählt: Der Betreiber, der den Golfclub Bauernburg nach seinem letzten Konkurs aufgefangen hatte, war von einem Hedge Fond geschluckt worden und alles, was nach faulen Tomaten roch, sollte sofort abgestoßen werden.

Alwin Schopenhauer, in väterlicher Linie um ein paar Ecken verwandt mit großen Philosophen, hielt sich an seinem Putter fest und plätscherte mit den Füßen im Teich am Grün der 15. Bahn (PAR 3, 147 Meter).

Trotz veränderter Lebensbedingungen unterscheiden wir uns genetisch nicht von unseren Vorfahren, die vor 100000 Jahren Jäger und Sammler waren. Heute ist körperliche Bewegung in westlichen Ländern die Ausnahme. Nur die Heere der Kolonialmächte, sowie die Golfer bewegen sich noch physisch, um ihren genetischen Beute-Auftrag zu erfüllen.

Der Höhepunkt eines Pro/Ams ist die Abendveranstaltung!

Ein Plädoyer für die Gleichstellung der Frau.

Die Driving Range ist eine lange, breite Wiese. Darauf stehen bisweilen Fähnchen oder Entfernungsmarkierungen, die Ihrem Zielspiel dienen sollen. Hinter den Abschlägen, meist in einem Schuppen, befindet sich der Ballautomat. Bezahlt wird mit  speziellen Münzen oder Wertkarten, die Sie im Sekretariat oder Proshop erhalten können.

Diese Diskussion hat mir gerade noch gefehlt, trotzdem werde ich mich ihr nicht verweigern können. Sexismus betrifft mich nämlich auf geradezu existentielle Weise. Als mich vor einiger Zeit der Vorwurf traf, ich würde mich sexistisch über Frauen äußern, hat mir das sehr wehgetan. Ich – gerade ich – der vom Feminat domestizierte Sitzpinkler!

Wie entstehen Konflikte? Meist durch Missverständnisse, die nicht aufgeklärt werden. So war es auch im Fall Ewald Lurch und seinen Kontaktlinsen ,denn ich wurde zufällig Zeuge von Ewalds abendlicher Runde.

Barmann: „Und? Was Neues?“

Gast: „In den Golfzeitungen? Nee, immer derselbe Mist. Nix was wirklich weiterhilft.“

Barmann: „Dann schauen Sie mal in die Tageszeitung* – das wäre doch was für Sie: Die neue Therapie gegen Bluthochdruck! Ein Verfahren am Uniklinikum Gießen setzt auf  Verödung von Nervenfasern. Gibt leider noch keine Langzeitstudie dazu.“

Gast: „Das ist doch gequirlte Scheiße. Meine NERVENFASERN SIND SEIT JAHREN VOM TURNIERGOLF IN DIESEM CLUB VERÖDET! Habe trotzdem Bluthochdruck.“

Barmann: „Noch’n Radler?“

Seit Aristoteles mit seinem Wanderstab auf dem Weg nach Athen das Gewölle einer Eule ins Meer schlug, die als Begleiterin der Göttin Athena bereits in den Fabeln des Äsop für ihre Klugheit gelobt wurde, gilt die Welt der Golfer als letzte Bastion humanistischer Bildung, was wir bereits in mehreren Folgen unserer kleinen Reihe der "Golfethnologischen Betrachtungen" ausgeführt haben.

Der städtische Verwaltungsbeamte Lothar Uhl war allgemein als gutmütiger Zeitgenosse bekannt. Er war kein Mann der großen Worte. Seine Fähigkeit, während eines Telefonats tief und fest einzuschlafen, betrachteten seine Vorgesetzten als Zeichen besonderer Ausgeglichenheit.

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Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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