18.12.2018 - 22:17 Uhr

Heute wäre es fast soweit gewesen, dass ich Euch etwas hätte schreiben können. Aber dann kam die Sonne raus und ich fuhr zum Platz.

Wie gestern: Draußen war gefroren, aber die Sonne schien. Ich setzte alles auf eine Karte, fuhr nach Winnerod und als ich um kurz vor eins startete, war es halbwegs warm und der Platz gut spielbar.

Ich spielte mit Freunden, die hin und wieder das fragwürdige Vergnügen meiner Gesellschaft haben. Natürlich schreibe ich keine privaten Details – außer, dass die Dame in unserer Gruppe eine sehr gute Spielerin ist, die derzeit mit ihrem Schwung hadert. Ihr Gatte, nennen wir ihn (aus Datenschutz-DSGVO-und-anderen-Gründen) schlicht „Harald“, ist ein ausgewiesener Golfexperte, der jeden Schlag über alle Ausgrenzen hinaus beherrscht. Da ihn seine Exkursionen durch Gegenden führen, in denen Biologen ausgestorbene Pflanzen- und Tierarten vermuten, trägt er da, wo der normale gesunde Golfer seinen Bauch hat, eine Botanisier-Trommel unter dem Pulli, in die er alles sammelt, was da kreucht und nicht schnell genug fleucht.

Harald ist ein guter Kamerad, der hilft wo er kann. Nie ist er um einen Tipp verlegen und so hat es denn auch mich gestern erwischt:

„Deine Hüfte“, sagte er, nachdem ich meinen Drive, kurz, aber wie üblich Mitte Fairway platzierte.

„Wie meinen?“ fragte ich und sah seinem Ball nach, der gerade in einen Gegend verschwand, die nicht mal Google Maps finden würde.

„Deine Hüfte! Du musst die Hüfte kommen lassen!“

Ich erinnerte mich. Herbie sagt das auch immer, wenn jemand keinen Dampf hinter den Ball kriegt. Die Hüfte kommen lassen! Das ist so ein Satz, der alle Weisheit der Welt in sich trägt. Aus der Hüfte schießen löst alle Probleme.

Ich denke nie über meine Hüfte nach. Oder sonst was, beim Schwung. Ich ziele und schwinge zum Ziel. Hat 30 Jahre weitgehend geklappt.

Aber wenn Harald nun meint, ich müsse meine Hüfte mehr kommen lassen…?

Es fing an, in mir zu rattern, mit dem Ergebnis, dass ich kaum noch einen Ball traf.

Wieder toppte ich einen Ball.

„Danke für die Hüfte“ grummelte ich.

„Ach? Auch mental schwach aufgestellt?“ Er grinste.

„JA!“

Von meiner mentalen Schwäche handeln alle meine Bücher. Um was geht es denn sonst beim Golf?

Wir beendeten die Runde.

Heute fuhr ich sofort wieder raus, um mich wieder einzunorden. Ich versuchte, auf keinen Fall an meine Hüfte zu denken. Prompt hackte ich, toppte, sky’te und entdeckte Stellen auf dem Platz, die sonst nur Harald kennt.
Mir war kalt, mein Rücken war steif und irgendwann wurde mir bewusst: Leichte Blockade im LWS 4/5. Harald hatte recht. Wie immer. Mit einer Blockade in der Hüfte kann keine Hüfte kommen.

Und die Pointe? Keine. Ich wollte nur erzählen, warum ich heute keine Zeit für einen Blog hatte und Euch ein schönes Foto  zeigen.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

 

P. Bahn im Golfpark Winnerod

 

 

 

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Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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