17.11.2018 - 10:17 Uhr

Sechseinhalb Golfbücher habe ich mittlerweile veröffentlicht, endlose Schachtelsätze über das Golfspiel verfasst, Sätze, die wie Katzen schnurren, wie Mantras summen und manchmal wie Motorsägen Nerv tötend aufkreischen.

Ich habe meine Leser zu betören versucht, habe mich eingeschleimt, war manchmal barsch, trotzig, sarkastisch, zynisch und bisweilen sogar witzig – aber es war umsonst.

Weder gelang es mir, das Golfspiel in Deutschland zu beschleunigen, noch hat sich das spielerische Niveau zu verbessert. Der Eulenspiegel, den ich meinen Lesern vorhielt, indem ich bizarre Figuren aus meiner Golf-Welt karikierte, führte höchstens zu einem Schulterzucken und der Erkenntnis, dass Golfer nun mal sonderbare Gestalten sind.

Als ich zu schreiben begann, waren Golfer meist golfsportlich ambitionierte Menschen, die neue Gäste im Club noch mit Handschlag und einem „Gestatten, Soundso…“ begrüßten – um in meinem Fall sofort zu erkennen, dass ich weder den Stallgeruch noch das Einkommen hatte, um mir mehr als ein paar Stunden Übungszeit auf der Driving Range zu erkaufen (und selbst für die Gunst musste ich mit mancher Clubsekretärin noch heftige Sträuße ausfechten).

Ich trauere dieser Zeit nicht nach, im Gegenteil, denn ich war damals ein vogelfreier Golfer, ein Außenseiter, der um Spielmöglichkeiten betteln musste. Diese einstigen „Gentlemen“ des deutschen Golfsports, die mich zu mancher Satire anregten, hatten mein mittlerweile etwas abgestandenes Bild vom deutschen Golfer geprägt (wobei ich dem damals weitgehend üblichen, niveauvollen Umgang miteinander mittlerweile bisweilen etwas nachtrauere).

Hätte ich damals erkannt, dass ich selbst der Prototyp des neuen Golfers war, hätte alles anders kommen können.

Intellektuell unbelastet wie eine Tontaube und vollkommen golfverrückt taumelte ich über die Fairways, so man mich ließ. Und was habe ich in dieser Zeit gelesen? Fast nichts! Ein Buch hatte ich, das „Das Golf-Handbuch“ von Alex Hay. Sonst nur Magazine mit möglichst vielen Bildern. Bilder vom Golfschwung, Bilder von den neusten Schlägermodellen, Bilder von den schönsten Golfplätzen der Welt  – Bilder, Bilder, Bilder – mit ein paar erklärenden Sätzen und dazwischen die üblichen PR-Artikel. Das hatte ausgereicht um mich träumen lassen, ich wäre ein Golfer. Internet gab es noch nicht.
Was zum Teufel war also in mich gefahren, dass ich irgendwann damit begann, eigene Bücher mit viel Text und wenigen Bildern zu veröffentlichen? Und all diese Notizen, Blogs, Kommentare und Glossen?

Leider konnte ich nicht anders. Wie gerne hätte ich lehrreiche Golf-Cartoons gezeichnet, mit deren Hilfe sich jeder Vollhorst mit DGV-Jagdschein auf feuchten Pfötchen in den Golf-Dschungel hätte wagen können, dahin wo Tiger brüllen, Geier fallen und Giftschlangen hausen. 
Cartoon: Peter Ruge

Aber ich konnte es nicht. Bisweilen halfen mir Peter Ruge und Klaus Holitzka meine Idee vom Golfspiel zu skizzieren. Also schrieb ich meine Schachtelsätze und hoffte, meinen Lesern damit dennoch eine Freude zu bereiten.

Es gibt viele Golf-Welten über die man schreiben kann: Club-Golfer, Mannschafts-Golfer, Liga-Spieler, Netzwerk-Golfer, Business-Golfer, Vereinsmeier, Verbands-Granden und jene Wohlstandsverwahrlosten, die leider das Image vom Golf in Deutschland geprägt haben.

Ich habe keine Ahnung was die alle machen und denken. Deshalb schrieb ich jahrelang in meinen ‚Notizen‘ und Kommentaren, was mir gerade einfiel. Online entdeckten mich überraschend viele Leser und manche kauften sogar meine Bücher. So wurden „Der Weg der weißen Kugel“, „Golf Gaga“ und „Endlich einstellig!“ Sparten-Bestseller, später folgten „Achtung Golfer!“ und „Anmerkungen für Golfreisende“.

Soweit ich das aus Zuschriften weiß, sind meine Leser meist Menschen, die von diesem Spiel wirklich fasziniert sind, die aber einen anderen Zugang zum Golf suchen. Für diese Leute schreibe ich am liebsten, denn wer sich wirklich mit Golf beschäftigt, entwickelt allein schon als Überlebensstrategie jene Art von Humor, die man braucht, um an meinen Geschichten Gefallen zu finden. Manche der Figuren, die ich beschreibe, sind sehr skurril und viele haben offensichtlich einen Sockenschuss, aber sie sind liebenswert, auch wenn das in meinen Erzählungen nicht immer deutlich wird.

Auf Cybergolf finden Sie unter Satiren eine Auswahl von Kurzgeschichten, meine Erinnerungen und Texte der letzten Jahre, finden Sie in meinem Blog Notizen von Eugen Pletsch an dieser Stelle.

Bleiben Sie mir treu und schauen Sie gelegentlich hier rein – ich werde es auch tun.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

 

 

Abonnieren Sie den RSS-Feed: RSS-Feed

Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

Anzeige
Anzeige
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok