15.12.2018 - 19:48 Uhr

Seit 1972, seit dem Bericht des Club of Rome, der unter dem Namen "Grenzen des Wachstums" erschien, wissen Verantwortliche in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft von dem, was auf uns zukommen wird, wenn der Mensch nicht umsteuert.

Aber der Mensch hat seitdem nicht umgesteuert, im Gegenteil. Die zarten Pflänzchen ökologischen Bewusstseins, die seit damals entstanden sind, werden derzeit wieder von Habgier, Dummheit, Ignoranz und Populismus zertreten.

Trump zertrampelt die Umweltgesetze und weicht die geplanten Automobil-Richtlinien auf. Golf-Sponsor BMW baut das neue Werk im Orbansland Ungarn, was ein klares Statement dafür ist, dass BMW die reaktionäre, populistische und ausländerfeindlichen Politik von Orban, Seehofer und Konsorten zumindest toleriert, wenn nicht gar unterstützt. Die Pharma-Industrie erfindet Krankheiten, um Blockbuster zu verkaufen und die Agrar-Industrie, die Gülle, Gift und gesundheitsgefährdende Produkte in Massen produziert, jammert, dass sich die "Landwirtschaft" durch gesetzliche Beschränkungen der Gen-Revolution nicht rechtzeitig auf hitzebeständige Sorten umstellen kann. Foto: Sabine Oelmann

In Anbetracht dieser Dürre bin durchaus für eine massive Unterstützung der Bauern, die ökologische Landwirtschaft betreiben. Aber weitere Geldgeschenke an eine Agrar-Industrie, die diese Dürre mit zu verantworten hat und jede Gelegenheit nutzt um die Lügen der Gentechnik auf die Tagesordnung zu bringen, fände ich fatal.
Wir müssen neue hitzefesten Sorten züchten. Ach ja?  Was ist denn mit der Vielfalt der Getreide-Sorten, die seit Jahrhunderten in Afrika und dem Nahen Osten angebaut wurden? Von Monsanto und Bill Gates in Tütchen gepackt und in der Arche Noah versteckt, weil Saatgut das neue Öl ist! Dementsprechend wird unsere Ernährung seit Jahrzehnten von kriminellen Global Playern wie Nestle, Monsanto und BASF okkupiert.

"Trom Trom Trom, hüt' Dich Bauer, ich komm'

ich geb Dir nicht, ich nomm,

ich nehm Dir Land und Wasser weg,

und sag Dir nicht warom."

1995 schrieb ich im letzten Kapitel meines Buches "Der Weg der weißen Kugel"[1] deutliche Worte zum Thema Golf und Ökologie, nämlich dass ... (...) Golfclubs und viele Spieler immer noch nicht kapiert haben, dass das angebliche grüne Öko-Gedöns eine Überlebensfrage der Menschheit geworden ist.
"Die werden dann Indoor-Golf spielen müssen", sagte ich. "Das kann keine Lösung sein. Manchmal habe ich die Vermutung, dass die Entscheidungsträger der Wirtschaft unsere Natur nur noch auf dem Golfplatz wahrnehmen. Da ist alles schön grün und so ordentlich, wie es sein soll. Und so eine schöne, reine Natur mit herrlichem Ausblick auf eine wunderbare Landschaft gilt ihnen dann als der lebende Beweis, dass Atomkraft und Gentechnik nicht schädlich sein können“

Alles schön grün und so ordentlich? 

Selbst dieser Satz ist nun, wo uns die Brocken bereits um die Ohren fliegen, Makulatur. Die Plätze verdorren oder können nur mit einem unvertretbaren Wasseraufwand am Leben erhalten werden.

Foto: Sabine Oelmann

Und was bedeutet das für die Golfplätze?

Wenn die Hitze so weitergeht, wird es für manche Anlagen in einem der wasserreichsten Länder der Erde das Aus bedeuten! Nicht nur wegen der verdorrenden Fairways, sondern vielmehr weil sich viele Spieler der älteren Generation die Golfrunde aus gesundheitlichen Gründen verkneifen müssen. (Ich selbst habe seit ca. drei Wochen nicht mehr spielen können).

Manche Anlagen werden aus Kostengründen vielleicht nur noch 9 Loch bewirtschaften können und auch dann werden sich viele Spieler überlegen, ob eine Voll-Mitgliedschaft noch Sinn macht, wenn der Platz im Winter schneebedeckt ist, im Frühjahr überschwemmt und im Sommer wegen der Hitze nicht gespielt werden kann.

Ich bin gespannt, welche Lösungen sich unsere Großkopferten ausdenken werden (auf die man nicht bereits vor 40 Jahren hätte kommen können). Mal abgesehen von der nächsten Lüge, die sie durchs Dorf treiben: dem eMobil…

Euch allen wünsche ich kühlen Wind, ausreichend Regen und genussvolle Runden auf neu ergrünten Fairways.

Ihr /Euer

Eugen Pletsch

PS: Derzeit bin ich an einem neuen Projekt dran und werde deshalb an dieser Stelle in nächster Zeit wieder etwas kürzer treten.

[1] Der Weg der weißen Kugel, BOD, Jubiläumsausgabe 2017

Foto: Sabine Oelmann

Fotos: Sabine Oelmann

Danke an das Golfsportmagazin: http://www.golfsportmagazin.de/golfnews/klimaveraenderung-wasser-wird-fuer-golfanlagen-immer-wichtiger/?utm_source=dlvr.it&utm_medium=facebook 

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Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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