16.08.2018 - 13:47 Uhr

Um es gleich vorweg zu sagen: Unser geplantes Matchplay wurde keine Schlacht, sondern viel mehr: Ein Golftag  wie man ihn sich nur wünschen kann...

Wenn Frau Oelmann Urlaub hat, dann hat sie Urlaub. Nichts kann sie dann aus der Ruhe bringen, auch nicht die Wettermeldung pünktlich zu ihrer Ankunft am Sonntag dem 13. Mai, im Jahre des irren Trump, 2018.

Ich hatte ein Mittagessen (Spargel mit Süßkartoffeln) vorbereitet, aber gerade als wir zur 1. Etappe unseres dreitätigen Matchplays zum Golfpark Winnerod aufbrechen wollten, zeigte die WetterApp heftige Regenschauer und Unwetter im Raum Reiskirchen.

Tagelang hatten die Greenkeeper den Platz vorbereitet, damit sich Frau Oelmann wohlfühlen würde. In unserem Cart hatte man den Akku ausgetauscht, die Bunker waren frisch mit Sand aufgefüllt worden, der Club war mit Fahnen geschmückt und nun das: Wegen heftigem Unwetter war der Platz gesperrt.

"Zeit für Plan B!" sagte ich und griff zum Telefon. Ich wählte die Nummer des Golfclubs Attighof, wo wir eigentlich erst für Dienstag angemeldet waren. Attighof – die Legende – der Ort, an dem Heinz Grötschmann Gründer des ‚Golftherapeutischen Pflegedienstes‘ seine Laufbahn begann. (vergl. Golfgaga – der Fluch der weißen Kugel). Auch dort hat man Sand im Bunker und Fahnen wehen auch. Also nichts wie hin, denn wie sagt der Volksmund: "Läufts im Leben auch mal doof, dann fahre gleich zum Attighof!"

18. Grün Golfclub Attighof, Foto: Eugen Pletsch

„Überhaupt kein Problem“, sagte der freundliche Herr am anderen Ende der Leitung, nachdem ich ihm unsere Misere geschildert hatte.
Von Langgöns zum Golfclub Attighof sind es ca. 30 Minuten, zumindest bei meiner Fahrweise und je nachdem, wie viele Traktoren die Straße versperren. Frau Oelmann, die schon auf der Autobahn von Gelsenkirchen nach Langgöns Spitzenzeiten gerissen hatte, kachelte mit ihrem Boliden über die kurvigen Straßen, dass goldener Rapsstaub den Himmel wie ein Sandsturm verhüllte.

Kommentar Frau Oelmann:  „Bereits die Anfahrt zum GC Attighof ist jedes Mal aufs Neue ein landschaftlicher Hochgenuss, die perfekte Einstimmung auf eine genussvolle Runde.“

Als wir nach kaum 20 Minuten den Attighof erreichten, kamen uns in der Einfahrt bereits mehrere Automobile entgegen, die fluchtartig versuchten, die Anlage zu verlassen. Hatte sich unser Kommen bereits herumgesprochen und Panik ausgelöst?

Freundliche Begrüßung an der Rezeption, das Cart stand bereit. Während das übrige Hessen-Land von Regenschauern überschwemmt nach Luft rang, stand im Attighof kein Wölkchen am Himmel. Das nenne ich kluge Planung! Perfektes Management vom Team Attighof, das stets für perfekte Platz- und Wetterbedingungen sorgt, wenn es uns zu dem Platz zieht.

Wer den Attighof nicht kennt: Die Anlage ist keine Handicap-Gefälligkeitswiese, sondern eine echte sportliche Herausforderung, auch und gerade für erfahrene Spieler. Hier heißt es: Erst denken, dann schlagen! "This Course devides boys from men" pflegte Lord Timbo stets zu sagen, mit dem ich dort häufig spielte. Deshalb bot ich Frau Oelmann an vom Damen-Tee (Rot) zu spielen, entgegen unserer ursprünglichen Abmachung, nach der wir beide von Blau abschlagen wollten. Ihre bisweilen enorme Länge würde ihr auf diesem Platz wenig nützen. Aber sie kennt den Attighof mittlerweile ganz gut und sagt, dass er den Charakter eines Eichhörnchens besäße. Ich vermute, sie meint damit, dass hier mehr Flexibilität, Balance und Weitsicht gefragt sind als sonstwo.

Wir konnten sofort starten. Frau Oelmann, die aus einem Flachland-Dschungel kommt in dem ein Rudel ehemaliger Schalke-Spieler sein Unwesen treibt, wusste die Ruhe der Anlage zu schätzen und erwies sich als sehr sportlich, in dem sie mich auch das eine oder andere Loch gewinnen ließ. Insgesamt war das Match sehr ausgeglichen. Details erspare ich dem geneigten Leser wie üblich.

Frau Oelmann am 1. Abschlag  Foto: Eugen Pletsch

Beide waren wir nicht in Kampfeslaune sondern im Genießer-Modus. Während der Runde auf diesem gut gepflegten Platz inmitten herrlicher Natur (und angesichts der vorzüglichen Gastronomie, die der Attighof bietet) fragte ich mich mehrfach, warum sich Golfer den Stress antun und sich irgendwo in der weiten Welt für monströse Greenfees im 10-Minutentakt auf Plätze schicken lassen, die häufig auch nicht besser sind besser sind als unsere....

Fortsetzung folgt.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

Kommentar Frau Oelmann: „Ja, das Match war sehr ausgeglichen, doch dann fiel die Entscheidung an der 16. Bahn zu Gunsten von Eugen. Womöglich verlor ich die Konzentration nach der 14. Bahn, an der es bei einem Hole-in-one einen Traumpreis zu gewinnen gibt. Mein Abschlag an der 14 wurde mein persönlicher shot-of-the-day. Ich war mir sicher, der Ball würde im Loch sein und ich würde nach Südafrika fliegen! Aber als wird auf dem Grün ankamen entdeckten wir, dass mein Ball auf dem hinteren Teil des Grüns lag. Aber da wir kein vorgabewirksames Turnier spielten, wäre es mit der Reise ohnehin nichts geworden.“

 

Attighof Golf & Country Club e.V.
Attighof 1,
D-35647 Waldsolms-Brandoberndorf,
Deutschland

Tel.: +49 6085 98120,
Fax: +49 6085 3272
info@attighof.de
www.attighof.de

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Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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