22.09.2018 - 01:00 Uhr

Was machen Golfer bei plötzlichem Kälteeinbruch? Sie beschäftigen sich mit diesem neuen Daten-Dingenskirchen….

...den neuen Datenschutzbestimmungen! Wer hatte nur diese Idee? Das große Problem haben die kleinen Firmen; Selbstständige, Blogger und Handwerker. Auch Künstler trifft es und Fotografen besonders hässlich. Auch sonst wird das allgemeine Reglementieren immer absurder…

Werden Gesetzesänderungen von Lobbyisten beeinflusst, bis sie das Gegenteil der postulierten Absicht bewirken? Bei allem, was denen da oben einfällt, läuft mittlerweile irgendeine Abzocke. Zum Beispiel bei der angeblichen Rentenerhöhung, die viele Rentner dazu zwingt, ihre paar Kröten zu versteuern, was der Staatskasse Millionen einbringt.
(Warum ein Rentner sein versteuertes Einkommen noch mal versteuern muss, hat mir auch noch niemand erklärt, aber das wäre ein anderes Thema. Mein Fazit: Es gibt nichts, besonders in der Außenpolitik, bei dem wir nicht belogen und betrogen werden.)

Also habe ich mich zwangsweise mit den neuen Datenschutzbestimmungen beschäftigt, denn das muss jeder, der eine Website betreibt. Selbst wenn Du nur einen kleinen Blog betreibst, der in einem Seitenarm des digitalen Universums still vor sich hinschlummert, werden Dich die Abmahn-Anwälte aufwecken – und aus meiner Zeit als Mitarbeiter einer naturheilkundlichen Firma weiß ich, dass diese Vereine für Verbraucherschutz vor nichts zurückschrecken. Seid Ihr jetzt wach? Gut!

Bei mir ging die Paranoia so weit, dass ich mir überlegte, ob ich nicht einen Komplettentzug mache, indem ich meine digitale Publikationssucht komplett einstelle. Die Golf-Branche ist ohnehin im Eimer, die wenigen Werbebudgets werden von den Platzhirschen verschlungen und die Fehlermeldungen in meiner Link-Sammlung zeigen, wie viele Blogger und Golf-Websites bereits das Handtuch warfen.
„Wozu also der ganze Aufwand?“, frage ich mich bereits seit geraumer Zeit. Aber gerade, wenn ich die Taue kappen will, kommt ein netter Leserbrief von jemandem, der mir schon immer mal sagen wollte, wie gut ihm mein Gemecker an einem trüben Montagmorgen reinläuft, wenn er sonst zu nicht Bock hat. Also machte ich stets weiter, doch angesichts der neuen Datenschutzverordnung dachte ich wirklich: Mir reicht es!

Nachdem ich die ersten tausend Seiten Texte studiert hatte und etliche Gespräche mit Firmen und Websitebetreibern geführt hatte, wurde mir klar, dass niemand genau weiß, was zu tun ist. Allgemeiner Konsens: „Kann ich Dir nicht sagen, musste selber kucken…“.

Bei Datenschmutz.net entdeckte ich interessanteste Hinweise für Blogger, aber auch den Gedanken, dCartoon: Peter Rugeass diese neuen Bestimmungen durchaus Vorteile haben können.

„Da könnte man doch fast auf die Idee kommen, es war gar keine so blöde Idee, IP-Adressen als „persönliche Daten“ zu klassifizieren. Denn letztendlich sind sie, zumindest für die großen Anbieter, genau das. Wir können ohne richterliche Intervention mit Bordmitteln eine IP Adresse unmöglich einem Namen zuordnen. Facebook, Google und Co. tun sich da wesentlich leichter.
Quelle: Die DSGVO: Ein Wettbewerbsvorteil für Blogger! https://datenschmutz.net/?p=69230

Die Suchmaschinen sind derzeit voll von Beratungs-Angeboten, die einen automatisierten Service zum neuen Datenschutzgesetz anbieten. Zum Beispiel fand ich bei Datenschmutz.net einen Link zu easyRechtssicher.de. Da jegliche Beratungsleistungen mit Kosten verbunden sind, gedachte ich mir auf einer Fahrradtour* den Wind um die Nase wehen lassen, um neue Perspektiven zu entwickeln. Was wäre denn Plan B?
Wäre die neue Datenschutzverordnung nicht der perfekte Moment, mein Leben komplett zu verändern? Endlich könnte ich als „Blogwart von Fleesensee“ (Siehe: „Endlich einstellig!“) pädagogisch arbeiten und langsame Spieler mit gewaltfreien Gummigeschossen lehren, wie man ReadyGolf spielt.

An einer zweiten Karriere als Straßensänger arbeite ich bereits seit Herbst 2016. Aber was gäbe es noch, um meine illustre Biografie um ein weiteres Kapitel zu bereichern?

Mit diesen Gedanken radelte ich auf einer meiner steigungsarmen Lieblingsstrecken, als ich hinter dem Festplatz in Langgöns ein Zirkuszelt entdeckte.

ZIRKUS! Das war’s! Obwohl ich Zirkus eigentlich nicht mag. Als Kind sah ich mal eine Akrobatin von ganz oben aus der Kuppel abstürzen und diese Ponys, die immer im Kreis rennen …na ja…vielleicht hatte ich auch mal leuchtende Kinderaugen, aber eher weniger. (Der Zoo hat mich auch nur in der Phase interessiert, als ich Afrika-Forscher werden wollte…).
Und die Clowns? Diesen dünnen, weißen Harlekin und diesen kleinen Deppen mit den roten Haaren und den Riesenschuhen die sich den Stuhl wegziehen, um in die Sägespäne zu fallen, fand ich total LANGWEILIG!

Schon in dieser frühen Phase meines Lebens ließ sich beobachten, dass ich wenig Humor besitze. Erst später entdeckte ich Humoristen, die meine Billigung fanden, Autoren wie Tom Sharpe, Charles Bukowski, John Fante und Douglas Adams. Sonst habe ich zum Thema Humor nur vage Erinnerungen, zum Beispiel an die „Clownspower“-Bewegung in den 1980ern. Fast jeder in der Subkultur, in der ich mich damals bewegte, wollte Clown werden. Ich nicht. Der Rockstar der Clowns, der Größe aller Fools, war Jango EdwardsJango Edward Autogrammkarte und Ticke von Frau Oelmann
Der Veranstalter des „Festival of Fools“ in Recklinghausen, Tom Klatt, hatte einen damaligen Oberhippie und mich als "Flying Assholes" dazu eingeteilt Rocker zu beaufsichtigen, die als Security engagiert waren. Die lachten sich einen Ast ab, als sie uns dürre Kerlchen sahen, aber als dann die Massen der Zuschauer vor den Toren drängten, bewiesen wir Führungsstärke, indem wir ganz entspannt Frisbee spielten. Die Rocker blieben cool und ich genoss Jango Edwards drei Tage lang aus nächster Nähe, was meine einzige Qualifikation wäre, um mich bei einem Zirkus zu bewerben. (Rechts: Autogrammkarte und Ticket von Jango-Fan Frau Oelmann)

Nachdem ich meinen Waldweg zerradelt hatte, führte mich der Rückweg wieder an dem Zirkuszelt vorbei, aus dem Irish Folk Music dröhnte. Es roch nach Popcorn. Das Zelt war an einer Seite aufgeschlagen. Ich ging hinein. Ein Mann mittleren Alters war dabei, Popcorn in eine große Plastiktüte zu stopfen.

Wie es mit einem Job aussehen würde, fragte ich ihn. Zeltpfosten aufstellen wäre nicht so mein Ding, aber ich könnte als Conférencier oder als komischer Sänger (trifft keinen Ton) auftreten. Auch die Rolle eines Löwen wäre mir auf den Leib geschrieben, sofern ich nicht durch Feuerreifen springen müsse.
(Die Idee als singender und jonglierender Pudel aufzutreten, die ich mir auf meiner Fahrradrunde ausmalte, hatte ich bereits wieder verworfen. Einmal in meinem Leben wollte ich ein Löwe sein!)

Nachdem ich mich entsprechend präsentiert hatte, bat mich der Mann per Zeichensprache, die beiden Regler links an der PA runterzuziehen. Er hatte kein Wort verstanden.

Also begann ich meine Bewerbung etwas indirekter vorzutragen:

„Für wen sind die vielen Popcorn?“

„Für die Kinder, die morgen kommen!“

„Die kriegen alte Popcorn?“Zirkus in Langgöns

„Wir sind von der Schule engagiert.“

„Kann ich da auch zuschauen?“

„Nur über die Schule.“

„Haben Sie auch Tiere, zum Beispiel Löwen?“

„Wir haben gar keine Tiere.“

„Aber Akrobaten, Clowns und so…?“

„Nein, die Kinder machen den Zirkus selbst. Wir bieten nur den Rahmen“.

„Dann suchen Sie kein Personal?“

„Nein, bauchen wird nicht.“

Er wirkte von meinen Fragen etwas gelangweilt.

„Auch niemanden, der sich mit der neuen Datenschutzverordnung auskennt?“

„Nein, brauchen wir auch nicht. Wir haben keine Daten. Nur ein Zelt mit Kindern und Popcorn.“

„Ja, dann also ... äh…weiterhin viel Erfolg…“, stammelte ich, nahm mein Fahrrad und zuckelte gen Heimstatt.

Dort fand ich die Nachricht von dem Rechtsanwalt, den ich zuvor abgemahnt hatte. Ich hatte damit gedroht, ihm eines meiner Bücher zuzusenden, um ihn mit dem Golfvirus zu infizieren. Verhindern könne er das nur, indem er sich meine Datenschutzbestimmungen ansehen würde.
Er gab klein bei, streckte die Waffen und schickte mir eine Vorlage zur neuen Datenschutzverordnung. Vermutlich wusste er aus seinem Bekanntenkreis, wie schnell es mit einem Rechtsanwalt bergab geht, wenn er mit dem Golfspiel beginnt, um dann schlimmstenfalls im DGV-Vorstand zu enden. Auf diese Karte hatte ich gesetzt und prompt gewonnen! Meine Lösung heißt also: https://easyrechtssicher.de/komplett-schutz/, weshalb ich mich jetzt wieder ganz entspannt meinem Golf-Training zuwenden darf.

„WAS?“ werdet ihr fragen, „Pletsch trainiert? Golf?!“ Ja! Im Fall Oelmann gegen Pletsch gibt es einen neuen Gerichtstermin. Ab dem 13.5.2018 werden wir drei Plätze spielen und nachdem ich hörte, dass Frau Oelmann bereits in einem Bootcamp mit Ulf gearbeitet hat, um mir bei dem (altersbedingt) vielleicht letzten großen Match endlich das Fell über die Ohren zu ziehen, werde auch die Eisen schärfen und habe das Training aufgenommen.

Ich werde berichten.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

PS: Bei dem Link http://www.cybergolf.de/notizen-von-eugen-pletsch/6661-jahresmatch-2017-oelmann-versus-pletsch-2-tag-the-great-final fällt mir ein: Bei unserem Relaunch wurden nicht alle Bilder übertragen, was datenschutzrechtlich gar nicht so schlecht ist. Also – bemüht Eure Phantasie und vielleicht laden wir die Bilder nochmal später hoch…

*(Der Tipp mit dem Fahrrad fahren zur Verbesserung der Beinmuskulatur und zur Optimierung der Standfestigkeit bei meinem hammerharten Golfschwung stammt übrigens von Mike Klais, der mittlerweile nur noch hin und wieder Golf spielt um seine Schwung-Balance mit dem Rad fahren zu optimieren).

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Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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