19.07.2018 - 15:33 Uhr

Na, das war doch mal was. Da schreibt Alexander Pielok, Promo-Mann bei WEST-Golf und Initiator der Facebook-Gruppe „Wir lieben Golf“ mit über 8.500 Mitgliedern, dass er meinen Blog auf seiner Facebook-Seite geteilt habe…

Die Resonanz war so stürmisch, dass unser Server fast den Atem anhielt. Es ist keine Seltenheit, dass meine Blogs im Laufe von Wochen mehr als tausend Lesern erreichen, aber mehr als 1600 Leser in 48 Stunden und fast 4000 Personen via FB-Reichweite ist für einen Randsportgruppen-Autor wie mich ziemlich ungewöhnlich.
Eine solche öffentliche Wirkung erzielen sonst höchstens noch prominente Golflehrer, wenn sie beim Motorradfahren in der Kurve mit dem Knie über den Asphalt schliddern und dabei mit dem Kleinkaliber vollkommen gewaltfrei auf einen wehrlosen Clubfitter schießen…

Herr Pielok lud mich zudem sehr freundlich ein, Mitglied seiner FB-Gruppe zu werden. Das ist insofern erwähnenswert, als man mich normalerweise ungefragt in eine Gruppe einträgt. Und dann trage ich mich wieder aus.

Zu Facebook habe ich, wie viele meiner Generation, ein sehr gespaltenes Verhältnis. Einerseits meine ich es meinen Cybergolf-Kunden gegenüber schuldig zu sein, dass ich deren Meldungen auf Cybergolf auch auf FB poste, bzw. deren Posts like und fraglos erhalte ich über Facebook, wie oben beschrieben, Kontakt zu neuen Leserschichten.

Andererseits ist mir die Kraken-Politik von Facebook zuwider. Netzpolitik.org hat gerade ein sehr interessantes Statement über den veränderten Algorithmus bei FB veröffentlicht, welches das Dilemma, in dem auch ich mich befinde, sehr gut beschreibt.
Bei der Gelegenheit sei gesagt: Auf meiner privaten FB-Site erreichen mich immer wieder Aufforderungen, Golf-Sites zu liken, aber so viele Golfer sich auch auf meiner privaten FB-Seite tummeln – aus Rücksichtnahme auf meine Familie und Freunde, die mit Golf nix zu tun haben, ‚like‘ ich nichts, oder fast nichts.
Auf der Cybergolf-Seite von Facebook schon eher, wenn mir mal jemand erklärt, wie man das macht, weil das nicht mehr wie früher funktioniert. Seitdem kann ich leider auch nur als Privatperson auf anderen Golf-Sites posten, was ich eigentlich nicht mag.

Herr Pielok schloss seinen Brief mit freundlichen Grüßen und dem Satz: „Vielleicht gefällt Ihnen ja sogar, was wir „neuen Golfer“ so mit Ihrem Lieblingssport anstellen?“
Seitdem habe ich den Begriff „neue Golfer“ (durch weitere Zuschriften) noch mehrfach gehört und manchmal vermute ich sogar, der Begriff stammt von mir und wird abwertend interpretiert.
Dazu möchte ich heute nicht leichtfertig äußern, werde aber nochmal darauf zurückkommen, wenn ich weiß, ob und wann ich diesen Begriff gebraucht habe.
Jedenfalls sollte man mir in dem Zusammenhang keine Arroganz unterstellen, der ich, um Demut zu lernen, so viele Jahre von der Golfgöttin in eine Dornenhecke verbannt war, in der mich Yips-Teufel folterten.

Jetzt ist erstmal eine andere Baustelle dran. Mit dem Cybergolf-Relaunch ergibt es sich, dass ich alte Texte und Blogs durchstöbere um zu entscheiden, was rausfliegt. Dabei habe ich manche Perlen entdeckt, die mein Buch-Projekt „Notizen eines Barfußgolfers“ wieder realistischer erscheinen lassen, obwohl mir mein Redakteur vom KOSMOS-Verlag kürzlich bez. Golfbücher schrieb:
„Das Angebot an Golfbücher ist nicht nur bei uns stark geschrumpft, auch von anderen Verlagen sieht man kaum noch Neuausgaben. Unser großes Buchhaus Wittwer hier in Stuttgart hatte früher eine ganze Regalwand an Golfbüchern, nun nur noch ein einsames Brett. Ist schon erstaunlich, warum die laut DGV ja stetig wachsende Zahl an Golfspielern kaum noch etwas über ihre Leidenschaft lesen möchte. Ihre Bücher bei uns werden aber schon noch verkauft… „

Vielleicht sind das die neuen, die Vice-Golfer mit Bronx-Cap, die ihre Golf-Interessen nur noch digital bedienen?

Aber wieso nicht? Cybergolf heißt ja: Golf im Cyberspace sprich Internet - wie ich kürzlich einer älteren Dame erklärte und immer häufiger stelle ich Textauszüge aus meinen Büchern ins Netz, denn manche Sachen, sofern sie nicht überholt wären, wüsste ich nicht besser zu sagen.

Die Sicht auf Hunderte von Texten und die Erkenntnis, wieviel Blödsinn ich bisweilen verfasst habe, mahnt mich, über den Blödsinn, den andere verzapfen, heute kein Wort zu verlieren. Zum Beispiel über Anleitungen zum Mental-Training, die derzeit kursieren. Kein Wort sage ich dazu, selbst wenn ich einen wirklich kompetenten Golf-Psychologen wie Dr. W. Kuner im Grab rotieren höre. (Er verstarb leider vor fast einem Jahr).

Nein, da bleibe ich konstruktiv und verweise auf Beiträge von Dr. Kuner in der Rubrik „Golf und Bewusstsein“, ziemlich weit unten. Besonders empfehle ich Kuners Wollen oder WUWEI?, sowie den Artikel „Turniereinstieg“.

Über Erwartungsdruck schreibt auch „Inner Game“ Coach Frank Pyko sehr interessant, mein Lieblingsbuch ‚Fearless Golf‘ von Dr. Gio Vagliante ist leider vergriffen. Vermutlich wird jedoch bald irgendwer auf den Trichter kommen und alles Brauchbare aus ‚Fearless Golf‘ absaugen, so, wie eine „Mentaltrainerin/Therapeutin“ vor einiger Zeit die Chuzpe besaß, die komplette Website von Dr. Kuner abzukupfern.

Dass eine Golfbuch-Autorin einst eine Geschichte aus einem meiner Bücher geklaut hat, hat meinem Ego zwar geschmeichelt, aber so richtig glücklich war der Verlag damit nicht. Wenn Ihr jedoch z.B. in meiner Rubrik „Satiren“ Geschichten findet, die in Eure Clubzeitschrift passen, braucht Ihr nur zu fragen und auf meine Blogs könnt Ihr auch ohne Nachfrage verlinken, sofern ich davon in Kenntnis gesetzt werde.

Also, Freunde des Golfspiels: Lasst Euch nicht verrückt machen! Druck habt Ihr erst dann, wenn Ihr mit Golf Eurer Geld verdienen müsst, bis dahin ist Golf ein Spiel. Wer jedoch wissen will, was echter Druck ist, der sollte mal als Paketfahrer arbeiten oder in einer Kita oder als KrankenpflegerIn.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

PS.: Derzeit biete ich etwas Tafelsilber aus meinem Bücheregal an. Wer unseren Relaunch unterstützen möchte, sollte hier reinschauen

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Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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