08.08.2020 - 04:45 Uhr

Um das Image des Golfsports in Deutschlands zu verbessern und um möglichst viele Neugolfer auf die schiefe grüne Bahn zu bringen, denkt der Deutsche Golfverband (DGV) über einen Imagefilm im öffentlich rechtlichen Fernsehen nach. Während sich Marketing-Fachleute und Blogger entsetzt die Haare raufen, ist Golf-Humorist Eugen Pletsch von der Idee begeistert.

Der Zyniker aus Hessen (Bild), der auf seiner mäßig bekannten Schmuddel-Seite Bilder von nackten Wiesen, Büschen und Bäumen zeigt, schwärmt von dieser Idee als einer "Steilvorlage, die das Zeug hat, in die Anstalt zu kommen".
Noch ist unklar, welche Agentur den Job vermasseln wird, aber nach dem Desaster der Ryder Cup-Kampagne dürfen wir auf das Schlimmste hoffen. Darüber lässt sich wochenlang ketzern, was die Aufrufe meines Golfportals in die Höhe treiben wird“, freut sich Pletsch.Golfautor Eugen Pletsch schamrot vor Freude über geniale DGV-Ideen
Da Uli Hoeneß als Sponsor ausfällt, ist noch unklar, wie die Fernsehwerbung finanziert werden soll. Favorisiert wird das Modell OPM (other people money), das sich bereits bei der Bankenrettung bewährt hat.
Deshalb hat der Bundesverband Golfanlagen e.V. (BVGA) den „Vorstand und das Präsidium des Deutschen Golf Verbands e.V. angewiesen, unverzüglich, längstens jedoch innerhalb von drei bis sechs Monaten, die sofortige Konzipierung, Produktion und Ausstrahlung eines Werbespots oder Imagefilms „Golfsport“ im öffentlich rechtlichen Fernsehen (ARD oder ZDF) durchzuführen.“

Finanziert werden soll der Werbespot oder Imagefilm „Golfsport“ vorrangig „durch Sonderausschüttungen der Vereinigung clubfreier Golfspieler im Deutschen Golfverband e.V. (VcG) und nachrangig durch Mitgliedsbeiträge bzw. – sofern ein solcher gebildet wird – durch den aus Mitgliedsbeiträgen zu bildenden Sonderetat „Werbekampagnen für Golfsport“ -und/oder sonstige Einnahmen des Verbands.“

Zur Erklärung wird ausgeführt, dass nahezu alle Entscheidungsträger, die sich in der BVGA-Geschäftsstelle gemeldet haben, der Meinung sind, dass nicht die Golfclubs/Golfanlagen extra zur Kasse gebeten werden dürfen, da ordentliche deutsche Clubmitglieder durch Nachzahlungen an den Fiskus sowie Rechtsanwaltskosten derzeit ohnehin über Gebühr belastet werden.

Die VcG-Spieler, die Pletsch liebevoll „Parias des deutschen Golfsports“ nennt, haben dadurch endlich Gelegenheit, jenen Clubs etwas zurückzugeben, die VcG-Spieler bisher schweren Herzens gegen Zahlung von teilweise doppelten Greenfees erdulden mussten.

"Ob die Mitglieder des VcG von diesem Vorschlag begeistert sein werden, ist egal", sagt Pletsch und führt aus: "Ein paar hunderttausend Euro für ein paar Minuten im falschen Medium verschwenden - deswegen wird niemand vom VcG aufmucken. Die sind das gewohnt. Ich meine sogar, der DGV sollte einen Schritt weiter gehen und eine Umlage von allen Nichtgolfern in Deutschland fordern, wie beim neuen Rundfunkbeitrag. Die Golfanlagen wurden erbaut, stehen bereit und warten auf Mitglieder. Wer dann nicht kommt, muss zahlen! Ein Kredit, der nicht abgerufen wird, kostet schließlich auch Geld. Außerdem hätten wir dadurch eine Medienresonanz, die sich gewaschen hat. Schade, dass Harald Schmidt aufhört. Hätte er das Thema kommentiert, blieben uns die Kosten für den teuren Werbespot erspart.“

Gespannt warten deutsche Golferinnen und Golfer auf den kommenden Verbandstag des DGV, wo die "Weisen von Wiesbaden" ihre Vorschläge konkretisieren und die Vertreter der Golfclubs erneut ihre Kompetenz als Medienexperten im Hearing unter Beweis stellen werden.

 

Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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