22.10.2020 - 06:15 Uhr

Golf ist das letzte echte Tabu in unserer Gesellschaft! Du kannst ein Killer sein, Monsanto-Lobbyist im Bundestag, Wurstfabrikant, oliv-grüner Öko-Fake – sogar MINIGOLFER! Alles nicht so schlimm. Aber wer Golf spielt, der hat ein echtes Problem. Eigentlich zwei: Einmal das Image und dann das Spiel selbst.

Nehmen wir einen Politiker: Bevor der sich als Golfer outet, lässt er sich lieber mit nackten Knaben erwischen. Um aus dieser Tabu-Nummer rauszukommen, müsste man den Golfsport ganz anders positionieren. Aber wie soll das gehen, wenn uns ein arroganter Heuchler wie Trittin ständig in die Hacken tritt? Oder nehmen wir Frau Heinold, ebenfalls von meiner Ex-Partei: Kaum hatte der DGV im Rahmen seiner Karnevals-Kampagne darüber nachgedacht, wie das Image des Golfsports zu verbessern wäre, sorgte die schleswig-holsteinische Finanzministerin mit einer süffisanten Aussage für Empörung.

„Steuersünder zeigen sich nur an, wenn sie Angst haben, dass wir sie in Handschellen vom Golfplatz holen; deshalb müssen Bund und Länder eine Sprache sprechen, die auch auf Golfplätzen verstanden wird“, wird Frau Heinold im SPIEGEL zitiert.Der Golfer Cartoon: Peter Ruge

Sie hätte auch sagen können: „Steuersünder zeigen sich nur an, wenn sie Angst haben, dass wir sie in Handschellen aus ihrem Porsche zerren.“
Oder: „Steuersünder zeigen sich nur an, wenn sie Angst haben, dass wir sie in Handschellen aus der Bayern München VIP-Lounge holen.“
Oder: „Steuersünder zeigen sich nur an, wenn sie Angst haben, dass wir sie in Handschellen an die Haustür der EMMA-Redaktion fesseln.“ 

Sagte sie aber nicht. Frau Heinold erwähnte nur den Golfplatz, wofür sie sich später entschuldigte. Vermutlich wusste sie es nicht besser, weil sie keine Golfer kennt, sondern nur deren schlechten Ruf. Herr Nothelfer vom DGV reagierte prompt mit einem Brief, der auf Facebook veröffentlicht wurde. Darin beschwert er sich über die Rufschädigung und Verunglimpfung, aber wieso Rufschädigung? Welchen Ruf wir haben, weiß endlich auch der DGV und zwar auf Grund einer Image-Studie und die besagt: Niemand hat uns lieb, im Gegenteil.

Für das gesund-verBILDete Volksempfinden rangieren wir irgendwo zwischen Krätze und Kakerlaken. Dieses Image verdanken wir jedoch nicht allein dem DGV, wie manche Leute behaupten, sondern auch gewissen Personen, deren notorischer Hang zum Golfspiel triftige Gründe hat, wie mich mein Freund Sascha kürzlich aufklärte. Er ist kein Golfer, aber er weiß, warum zum Beispiel viele Banker Golf spielen:

„Golf ist das einzige Ballspiel ist, das man auch in Handschellen üben kann!“ sagt Sascha und damit hat er absolut recht. Erinnern wir uns an die Raviellis Zeichnungen in Hogans Klassiker „Der Golfschwung“, bei denen die Hände und Unterarme zusammengebunden sind – wie in Handschellen.

Zurück zum schlechten Ruf, den man heutzutage „Imageproblem“ nennt. Was mir dabei nicht klar ist: Stößt das Golfspiel an sich auf Ablehnung oder sind es die Feinkost-Eliten mit ihrem eitlen Geschwätz und dem Upper-Class Getue, die auf Ablehnung stoßen?
Nicht alle Golfer sind so. Bei meinen Lesungen treffe ich häufig auf nette, gepflegte Menschen, die Humor und Bildung besitzen, sonst würde sie meine Lesungen nicht besuchen. Was sie sonst noch besitzen, ob sie ihre Haushaltshilfe versichert haben oder Geld im Ausland deponiert wurde, habe ich sie jedoch nie gefragt. Sollte ich vielleicht mal machen: „Wer Geld in der Schweiz hat, hebt bitte mal kurz die Hand hoch … ach, doch so viele?!“

Vielleicht ist es ein gesunder Instinkt, erarbeitetes, geerbtes oder geraubtes Geld vor dem Staat zu verstecken, weil der nicht damit umgehen kann, wie jedermann weiß. Darf man das sagen oder ist das politisch unkorrekt?
Leider geht es Schäuble gar nicht um mehr Kindergärten und Hallenbäder, sondern darum, dass man nach der Ausplünderung der unteren Kasten jetzt auch beim Mittelstand abkassieren will. Um künftige Militärausgaben und die Forderungen der Bank-Räuber erfüllen zu können, werden sie bald an unsere Sparkonten gehen. Aber dazu müssen sie erstmal wissen, wo wir die Nüsslein versteckt haben.
Die Umverteilung von unten nach oben erfasst immer breitere Gesellschaftsschichten und das ist EIN Grund, warum immer mehr Golfplätze pleite sind oder zumindest am Stock gehen. Viele Golfplatz-Initiatoren haben sich mächtig verzockt, weil sie den Prognosen des DGV vertraut haben. Aber was soll man machen, wenn die Mittelschicht kein Geld mehr hat und die Oberschicht im Ausland parkt?

Sofern ich das richtig verstanden habe, brauchen wir etwa 650 Tausend neue Golfer, damit die Sache rund läuft. Das heißt: Jeder von uns müsste einen naiven, unschuldigen Menschen in seinen Club zerren. Nur wenn 650 Tausend Golfer 650 Tausend naive unschuldige Menschen auftreiben, die dann möglichst viel Kohle abdrücken, können die Investoren aufatmen. Ich habe Zweifel, ob wir das stemmen können.

Eine Alternative wäre, die kaukasische Bevölkerung nach Deutschland zu importieren. Da kämen dann ganz flott 530 Tausend Georgier, 650 Tausend Lesgier, 150 Tausend Tschetschenzen und 500 Tausend Tscherkessen zusammen, um nur die wichtigsten Volksgruppen zu nennen. Georgische Oligarchen könnten als Club-Sponsoren agieren und die „unteren Gesellschaftsschichten“ dieser lieben Immigranten würden dafür sorgen, dass dieses verdammte Imageproblem ein für alle Mal gelöst ist. Außerdem könnten unsere neuen Freunde für den dringend gesuchten jugendlichen Nachwuchs sorgen. Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch:

Der nächste Bernhard Langer könnte Georgier sein!

Oder ein Lesgier, Tschetschenze, vielleicht auch Tscherkesse. Warum nicht? Sofern er/sie das DGV-Nachwuchsprogramm überlebt, gibt es eine Chance.

Leider hat mein Plan einen Unsicherheitsfaktor. Unklar ist, ob auch Dr. Vollhorst, die SUV-Proleten-Liga und diese intriganten Luxus-Zicken aus dem Bridge-Raum bereit wären, 530 Tausend Georgier, 650 Tausend Lesgier, 150 Tausend Tschetschenzen und 500 Tausend Tscherkessen in ihren Clubs willkommen zu heißen. Falls ja, dann wäre es vorbei mit dem schlechten Ruf, ein Sammelbecken für sozial verwahrloste Schmarotzer und Steuerhinterzieher zu sein.

530 Tausend Georgier, 650 Tausend Lesgier, 150 Tausend Tschetschenzen und 500 Tausend Tscherkessen mit DGV-Ausweis – dann hätte der Golfsport bald EIN GANZ ANDERES IMAGE!

 

© by Eugen Pletsch, 2014


Über Eugen Pletsch

Eugen Pletsch

Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

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