22.08.2019 - 07:00 Uhr

Bei den Team-Europameisterschaften, die vom 9. bis zum 13. Juli ausgetragen wurden, gab es gleich mehrmals guten Grund zum Feiern. Das Jungenteam wird Vizeeuropameister im französischen Chantilly, die Mädchen reisen von Spanien als viertbestes Team Europas nach Hause, die Damen erreichen ebenfalls einen vierten Rang und das von Verletzungen geschwächte Herrenteam wird Achter bei einem schwedischen Heimsieg.

Die Team-EM der Jungen mit Philipp Katich (GC St. Leon-Rot), Laurenz Schiergen (GC Hummbelbachaue), Frederik Schott (Düsseldorfer GC), Tiger Christensen (Hamburger GC), Jonas Baumgartner (GC Hösel) und Felix Krammer (Münchener GC) feierte in Chantilly vor den Toren von Paris einen großen Abschluss. Das Finale zwischen Gastgeber Frankreich und dem Junior Team Germany endet mit einem 5:2-Sieg für die Gastgeber, aber die jungen Bundesadler konnten auf eine grandiose Meisterschaft zurückblicken. Mit Siegen über Italien (4:3) und Irland (5:2) zogen sie ins Finale ein und unterlagen den Gastgebern letztlich in den Einzeln, nachdem Fredrik Schott und Tiger Christensen ihren Vierer 2&1 gewinnen konnten und der zweite Vierer von Jonas Baumgartner und Laurenz Schiergen knapp mit 2&1 verloren ging. Die Einzel von Philipp Katich und Jonas Baumgartner brachten noch zwei halbe Punkte, nachdem die Franzosen drei Punkte in spannenden Einzeln auf ihr Konto verbuchen konnten.

Das Team von Bundestrainer Christoph Herrmann hatte sich großen Respekt erspielt – nicht nur auf den Fairways, sondern auch durch das Auftreten des Teams insgesamt. Pierre Bechmann, Präsident des Europäischen Golfverbandes EGA, hob vor der Vergabe der Medaillen ein Team ganz besonders hervor. Das deutsche Team habe, so Bechmann, sich vorbildlich verhalten und außergewöhnliches Sportsmenship gezeigt. Die Kommunikation mit den Konkurrenten und die Fairness seien herausragend gewesen. Team Germany habe dem Golfsport alle Ehre gemacht, indem der Spirit of the Game gelebt wurde. Bechmann gab den Youngstern des Junior Team Germany mit auf den Heimweg, dass er sie schon heute als beste Botschafter des Golfsports ansehe.

Für Herrmann „ist die Silbermedaille ganz zweifelsfrei ein großer Erfolg. Wir waren am Mittag sehr zuversichtlich, denn von den zehn Einzeln bisher hatten wir nur ein einziges verloren. Tatsächlich ist es dann in keiner Situation zu unseren Gunsten gekippt." Auch Tiger Christensen zieht ein besonderes Fazit. „Die Team-EM war eine der besten Zeiten meines Lebens. Es hat so unfassbar viel Spaß gemacht, mit diesem Team die Zeit zu genießen und hier anzutreten. Wir haben stark performed und alles gegeben, auch wenn es für Gold nicht ganz gereicht hat. Vize-Europameister mit diesem Team zu werden, ist echt der Hammer."

Mädchen auf Rang vier

Knapp eine Medaille verpasst haben Deutschlands Mädchen. Sie verloren das kleine Finale gegen Vorjahressieger Italien mit 1,5:5,5. Den Titel holt überraschend die Mannschaft aus Dänemark, die sich im Endspiel gegen Gastgeber Spanien 4:3 durchsetzte.

Es war eine Art Déjà-vu, das Paula Kirner (Kiawah GC Riedstadt), Nina Lang (GC München Valley), Anni Eisenhut (Münchener GC), Sophie Witt (GC Hubbelrath) sowie Celina Sattelkau und Paula Schulz-Hanßen (beide GC St. Leon-Rot) am Finaltag der Team-Europameisterschaft im spanischen Valencia erlebten. Hatte Paula Schulz-Hanßen, die mit 16 Jahren jüngste Akteurin aus dem Junior Team Germany, das entscheidende Match am Vortag gegen ihre dänische Konkurrentin erst im Stechen am dritten Extraloch verloren, musste sie im Kampf um Bronze gleich wieder ins Stechen. An der Seite ihrer Teamkollegin Paula Kirner war sie im ersten Vierer gegen die Italienerinnen Caterina Don und Virginia Bossi gestartet. Beide Paarungen lieferten sich auf dem Kurs von Parador de El Saler ein Duell auf sehr hohem Niveau, das die Italienerinnen nach Gleichstand auf der Bahn 18 dann tatsächlich wieder am dritten Extraloch für sich entschieden. Pech für Deutschland, Jubel bei den Italienerinnen, die im Anschluss auch noch den zweiten Vierer gegen die Paarung Anni Eisenhut/Celina Sattelkau mit 3&1 für sich verbuchen konnten. So ging Schwarz-Rot-Gold mit der schweren Hypothek in die Einzel. Bundestrainer Sebastian Rühl entschied sich dafür, Nina Lang pausieren zu lassen und gleich in den ersten Einzeln wieder die beiden Paulas (Schulz-Hanßen und Kirner) gegen die starken Italienerinnen Caterina Don und Benedetta Moresco zu bringen. Die beiden deutschen Mädchen gaben alles, mussten sich am Ende aber den Kontrahentinnen jeweils mit 2&1 geschlagen geben. Damit hatte Italien bereits vier Punkte auf dem Konto und den Kampf um Bronze für sich entschieden.

Bundestrainer Sebastian Rühl bilanzierte: „Mit dem vierten Platz, den wir hier erreicht haben, sind wir alle hochgradig zufrieden. Und trotzdem gab es ein Ende, das wir uns sicher anders gewünscht hatten. Die ganze Woche sind viele Dinge in unsere Richtung gelaufen, aber dann kam dieses unfassbar knappe Match gegen Dänemark, in dem uns schlicht ein einziger Putt gefehlt hat für den Einzug ins Finale. Wenn du so nah dran warst an einem Finalmatch gegen das austragende Land und das dann so knapp verpasst, ist das erst einmal eine Enttäuschung. Auch gegen Italien haben wir eine großartige Leistung gezeigt. Alle Partien waren auf einem derart hohen Niveau. Wir haben Italien einen harten Kampf geliefert mit gutem Sportsgeist. Das macht mich stolz."

Damen ebenfalls knapp an Bronze vorbei

Die deutschen Damen verloren bei der Team-EM in Italien das Duell um Platz drei gegen den Gastgeber mit 2:5. Alter und neuer Europameister ist die Auswahl aus Schweden, die das Endspiel auf dem Kurs des Is Molas Golf Club auf Sardinien gegen Spanien mit 5:2 für sich entscheiden konnte. Mit Aline Krauter und Sophia Zeeb (beide Stuttgarter GC), Sophie Hausmann (GC Hubbelrath), Polly Mack (Berliner GC Stolper Heide), Sarina Schmidt (GC München-Valley) und Leonie Harm (GC St. Leon-Rot) verpasste ein starkes deutsches Damen-Team nur knapp die Bronzemedaille.

„Klar sind wir jetzt erst einmal enttäuscht. Der vierte Platz bei dieser EM ist zwar ein tolles Ergebnis, aber nach diesem verlorenen Match gegen Italien sind wir natürlich erst einmal etwas niedergeschlagen", wollte Bundestrainer Stephan Morales seine Gefühle gar nicht groß verbergen, denn in diesem Match wäre so viel mehr drin gewesen, als es das Ergebnis von 2:5 vermuten ließ. Nach den beiden Vierern hatte es unentschieden gestanden. Leonie Harm und Sophie Hausmann mussten sich zum Auftakt Alessandra Fanali/Anna Zanusso mit 2&1 geschlagen geben. Dafür holten Sarina Schmidt und Aline Krauter wenig später den ersten Punkt für das Golf Team Germany. In den Einzeln hatten dann die Italienerinnen die Nase vorn. Für Bundestrainer Morales war die Schlüsselszene dieses gesamten Duells die, als Polly Mack auf Bahn 16 bei Gleichstand mit ihrem Pitch den Fahnenstock traf und ihr Ball durch den harten Aufprall vom Grün weg den Hang hinunterrollte. Morales: „Eigentlich ein guter Schlag, aber eben viel Pech dabei." Zu dieser Zeit hatten die beiden letzten Deutschen im Feld, Leonie Harm und Sophie Hausmann, in ihren Duellen vorn gelegen. Trotz des 1:3-Rückstandes war noch lange nicht alles verloren. Glück und Pech lagen nahe beieinander. Macks Kontrahentin Angelica Moresco nutzte die Gunst der Stunde und lochte auf der vorletzten Bahn dann auch noch einen Putt aus knapp 15 Metern zum vierten und entscheidenden Punkt für die Gastgeberinnen.

Verletzungsgeplagte Herren auf Rang acht

Bei der Herren-Team-EM landeten die verletzungsgeplagten Herren des Golf Team Germany auf dem achten Rang. Neue Europameister sind die Gastgeber aus Schweden, die im Viertelfinale schon den deutschen Traum von Edelmetall zunichte machten. Mit einer 2:3-Niederlage gegen Italien musste die deutsche Herrenmannschaft bestehend aus Matthias Schmid (GC Herzogenaurach), Michael Hirmer sowie Alexander und Maximilian Herrmann (alle drei Stuttgarter GC), Jannik de Bruyn (GC Hösel) und Marc Hammer (GC Mannheim-Viernheim auch am dritten Matchplay-Spieltag eine bittere Pille schlucken. Wie am Vortag mussten sowohl der frisch gebackene Einzel-Europameister, Matthias Schmid als auch Alexander Herrmann ihren Vierer abermals erwartungsgemäß verletzungsbedingt abbrechen. In der ersten Einzel-Begegnung verlor Maximilian Herrmann am 18. Loch sehr unglücklich gegen Ignacio Montero. Im zweiten Einzel hatte sich zudem Jannik de Bruyn direkt auf der ersten Bahn den Rücken blockiert und konnte die ersten fünf Bahnen nur eingeschränkt spielen. Glücklicherweise war es Physiotherapeut Marc Hohmann möglich, de Bruyn noch auf der laufenden Runde wieder fit zu machen. Für einen Sieg war der Zwischenfall allerdings alles andere als förderlich. Am Ende musste der Rheinländer den entscheidenden Punkt mit 3&2 seinem Gegner Victor Pastor überlassen. Das Zünglein an der Waage war an den beiden letzten Matchplay-Tagen der Vierer, den Matti Schmid und Alexander Herrmann aufgrund ihrer Verletzungen beide Male abbrechen mussten. In Anbetracht der Begleitumstände versuchte Bundestrainer Ulli Eckhardt, die Ergebnisse differenziert zu sehen: „Die beiden letzten Tage werte ich nicht als Niederlagen in dem Sinne. Wir sind verletzungsbedingt in jede dieser Runden mit einem Rückstand gegangen, denn es war klar, dass wir die Vierer nicht zu Ende spielen konnten. Die Einzel-Begegnungen haben wir dann jeweils mit 2:2 geteilt. Und das gegen sehr starke Gegner. Die Jungs haben alles gegeben und es waren sehr enge Matches."

Weitere Informationen zu aktuellen Turnieren, Spielerprofile und Hintergrundgeschichten stehen unter www.golfteamgermany.de zur Verfügung.

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