04.08.2020 - 01:24 Uhr

Leser/Innen, die sich bereits seit Jahren immer mal wieder auf Cybergolf tummeln, können es vielleicht nicht mehr hören, aber damit neue Besucher wissen was es mit dem "WEG" auf sich hat, erzähle ich heute mal wieder die Geschichte, wie ich dazu kam, Golfbücher zu schreiben...

Schottland 1995. Obwohl ich an einer fortgeschrittenen Borreliose litt, meinte ich mich am 3. Tag der OPEN nochmal nach St. Andrews schleppen zu müssen. Ich erinnere mich vage daran, dass ich mit einem Golfjournalisten (HPK) über den Platz lief, um John Daly, Arnold Palmer und Jarmo Sandelin zu beobachten. Es war irrsinnig heiß, was mir den Rest gab.

Den Finaltag verbrachte ich im Bett und schaute 10 Stunden BBC. John Daly gewann die OPEN.

Wir flogen zurück nach Frankfurt, worauf ich sofort in die Hautklinik der Uni Gießen verfrachtet wurde. Zehn Tage hing ich am Tropf und wurde mit Doxycyclin vollgepumpt.

Während die Ärzte ihre Geschütze gegen die Borrellien auffuhren, begann ich ein Buch zu schreiben, das später unter dem Namen 'Der Weg der weißen Kugel' in Golfer-Kreisen einigermaßen bekannt werden sollte. Cover des Buches Der Weg der weißen Kugel von Eugen Pletsch

Ist es nicht wirklich sonderbar, dass ein seriöser Verlag wie der KOSMOS-Verlag, Stuttgart, bereit war, diese Geschichten zu veröffentlichen? Es kann nur KARMA gewesen sein – oder totale Inkompetenz, dass mein Redakteur, der von Golf absolut keine Ahnung hatte, 2005 bereit war, den WEG in das renommierte Verlagsprogramm aufzunehmen.

Merkwürdigerweise wurde das Buch zu einem Renner in der Golfszene und nach 20 Jahren gilt es als eine Art 'Kultbuch', was immer das sein mag.

Für mich ist der WEG ein Bild, an dem ich immer wieder weiter gemalt habe, denn in jeder Ausgabe wurden Texte aktualisiert, geändert, erweitert oder verworfen.

Ursprünglich handelte es sich um die Abrechnung eines Clubfreien Golfers mit dem Golf-Establishment und war gespickt mit laienhaften Tipps zum Spiel, zur Ausrüstung und zum ganzen Drumherum des Golfspiels – kurz gesagt – mit allem, was in anderen Golfbüchern nicht zu finden ist.

Aber Vorsicht: Der Weg der weißen Kugel enthält nicht nur lustige Geschichten, sondern schildert auch die etwas zähen historischen Hintergründe des Golfsports in Deutschland, ein Thema, das Light-Golfer auf der Suche nach dem schnellen Kick schnell langweilen könnte. 

Der Weg der weißen Kugel ist also kein Golflehrbuch, sondern eine Sammlung von Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen, die der Autor in 30 Jahren als aktiver Golfer gesammelt hat. Dass meine Hinweise zum Spiel einigen Golfer mehr geholfen haben als manches Golflehrbuch, steht auf einem anderen Blatt.

Mein Problem beim Schreiben, damals wie heute, ist, dass mir immer wieder irgendeine Sicherung durchbrennt, worauf sich fachlich kompetente Hinweise mit surrealen Geschichten vermischen. Deshalb meinte der KOSMOS-Verlag irgendwann, ich habe mit meiner Schreibweise ein ganz neues Genre erfunden. 

Mittlerweile hat der KOSMOS-Verlag sein Golfbuchprogramm ausgemustert und obwohl die Neuauflage vom ‚WEG‘, die 2015 erschien, bereits Weihnachten 2016 vergriffen war, wurde das Buch nicht mehr neu aufgelegt. Ich erhielt die Buchrechte zurück.

Damit das Buch für alle neuen Leser/Innen, die den Weg der weißen Kugel beschreiten möchten, lieferbar bleibt, haben wir den WEG in der Fassung der letzten KOSMOS-Ausgabe mit einem wunderschönen Cover von Klaus Holitzka neu bei BOD veröffentlicht, wo man es Portofrei bestellen kann.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

 

 

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