16.08.2018 - 13:47 Uhr

Heute (4.5.2018) zog es uns in das Golf Resort Ballyliffin, welches zwei völlig verschiedene 18 Loch-Plätze bereithält.

Und natürlich sind wir hier um direkt beide Plätze zu spielen. Es sind die nördlichsten Plätze in Irland, dennoch brauchten wir nur eine knappe Stunde mit dem Auto von Letterkenny. Und es hat sich gelohnt. Der Golf Club, welcher 1947 gegründet wurde, liegt etwas außerhalb von dem kleinen gleichnamigen Örtchen und besitzt ein neues modernes Clubhaus mit gepflegten Sanitäranlagen, einem Proshop und im ersten Stock einem Restaurant mit drei großzügigen Fensterfronten in drei Himmelsrichtungen.

 

Foto: Tim Frodermann

Das Gelände und der Platz erfüllen alle Voraussetzungen um hier ein großes Turnier austragen zu können. Dieses Jahr finden die Dubai Duty Free Irish Open auf dem Glashedy Links-Platz statt, bei dem der Weltranglisten Dritte, Jon Rahm, der Titelverteidiger ist und sicherlich auch Rory McIlroy aufteen wird. Da Glashedy der anspruchsvollere der beiden Kurse ist, spielten wir diesen zuerst. Das Turnier der European Open, welches Anfang Juli ausgetragen wird, wirft aber bereits seine Schatten voraus. So sind die hintersten Abschläge gesperrt um die Teeboxen für die Pros zu schonen. Auf den Fairways werden fleißig die Divots ausgebessert und die Grüns bestechen durch ihre Treue und einen sehr guten Pflegezustand, was hier keine Floskel ist. Die Lochkanten sind messerscharf gestochen und wir hatten richtig Lust hier zu spielen.

Der Kurs ist noch sehr jung, eröffnete erst 1995 und wurde mal wieder von Pat Ruddy designt. Dieser Name begegnet einem immer wieder, wenn man sich mit Golfplätzen in Irland beschäftigt. Wir sahen Mr. Ruddy letztes Jahr im European Club als er mit einem Golfschläger als Krückstock über das Gelände lief. Für diesen Mann ist Golf wirklich mehr als eine Passion. Der Par 72 Platz spielt sich in zwei 9 Loch-Schleifen und die Pros haben mit 7462 Yards Gesamtlänge von schwarz doch eine echte Herausforderung. Ich bin jedenfalls auf die Ergebnisse im Juli gespannt.

Wir wählten die goldenen Abschläge mit 6726 Yards, es gibt aber auch die Möglichkeit von Silber mit 6327 Yards zu spielen. Für die Damen steht der rote Abschlag mit 5640 Yards zur Auswahl. Die ersten drei Löcher sind Par 4 Löcher und führen vom Clubhaus weg Richtung höhere Dünen. Während wir die zweite Bahn mit 383 Yards spielten, haben die Pros hier mit 463 Yards doch einiges mehr an Länge zu spielen. Auch die 4. Bahn, ein Par 5, ist für die Pros mit knapp 600 Yards deutlich länger als für die Amateure mit 459 Yards. Während ich mit zwei Pars und einen Bogey einen guten Start erwischt, verzog ich auf der Vier meinen Abschlag nach rechts.

Foto: Tim Frodermann

Die Bälle sind auf Höhe der Landezonen auch im Rough gut zu finden, was die Fairness und Qualität dieses Platzes zeigt. Schnell fand ich meinen Ball, lief auf die Düne um meinen zweiten Schlag zu planen und ging zurück um diesen zu spielen. Leide irrte ich mich über welchen Hügel ich zu spielen hatte. Den Ball gut getroffen, wähnte ich mich auf dem Fairway zurück. Basti als mein Späher meinte aber, ich solle noch einen Ball spielen. Gesagt, getan. Gleiches Chose wieder! „Ich solle meinen 3. Ball viel weiter nach rechts spielen“. Zum Glück waren weit und breit keine anderen Spieler in unserer Nähe, die wir aufhalten konnten. Okay, den 3. Ball spielte ich weiter nach rechts und war endlich auf der Spielbahn. Die ersten beiden Bälle sind von dem Rough verschlugen worden, aber wirklich an Stellen wo sonst keiner hin spielt und man wirklich keinen Ball mehr finden kann. Man sollte sich also merken, über welche Düne man spielen sollte. Naja, die 10 auf dem Par 5 schmerzte und war nicht mehr zu korrigieren.

Das 7. Loch blieb uns gut in Erinnerung nicht nur, weil Basti ein tolles Birdie spielte, sondern weil das Par 3 Loch mit 163 Yards so steil nach unten verlief, dass wir echt mächtig überlegen mussten, welchen Schläger wir zu wählen hatten. Aber ein Spaß war es allemal den Ball eine Ewigkeit in der Luft zu sehen. Links der Bahn ging noch eine Düne hoch und rechts war ein See angelegt. Ein wirklich unvergessliches Loch. Schade, dass der Kurs nur über drei Par 3 verfügt, die finden wir in Irland immer besonders gut. Während die Löcher der Frontnine viele Höhenunterschiede und Dünen parat hielten, flachten die Bahnen der Backnine etwas ab, was aber nicht hieß, dass es einfacher wurde. Die Spielbahnen wurden gefühlt immer länger. Bekräftigen lässt sich diese Tatsache, dass die Frontnine mit Par 35 und 3071 Yards, wirklich kürzer sind als die Backnine mit 3655 Yards bei Par 37. Basti und ich schafften es aber dennoch in 3,5 Stunden den Platz zu bewältigen. Mit 89 Schlägen und drei Schlägen Vorsprung konnte Basti nach dem gestrigen Tag auch heute unseren kleinen Wettkampf gewinnen. Hier nochmal „Herzlichen Glückwunsch!“

Foto: Tim Frodermann

Da wir von unseren letzten Tagen gelernt haben, dass es hart sein kann, sich nach 18 Löchern ins Clubhaus zu setzen, etwas zu essen und dann wieder zu starten um die gleiche Distanz nochmal zu spielen, entschieden wir heute durchzustarten. Wir gingen fix ins Clubhaus fragten, ob wir unsere Tee-Time vom Nachmittag vorverlegen könnten, aßen einen Energieriegel und machten uns auf zum Abschlag des „The Old Links“.

Es ist nicht ganz klar, wie alt dieser Platz ist, aber er spielt sich deutlich anders als der Glashedy Links Kurs. Auch der Old Course verfügt über drei Herren- und einen Damenabschlag bei Par 71 und ist bei weiß mit 6450 Yards deutlich kürzer. Auch der von Nick Faldo überarbeitete Kurs besteht aus zwei Neunloch-Schleifen, bei denen man nach der Hälfte am Clubhaus vorbei kommt. Die Bahnen an sich haben untereinander sehr ähnliche Eigenschaften und bestehen aus breiten Fairways, die stark onduliert sind und oft einer Buckelpiste ähneln, die man sonst vom Skifahren kennt. Nur ohne Schnee und mit wenig Gefälle, was sich aber von selbst verstehen sollte. Dem Ball könnte es aber schwindelig werden, wenn er über die Spielbahnen kullert. Neben den Fairways waren breite, grüne wildbewachsene Streifen auf den man den Ball sofort fand und ohne Einschränkung weiterspielen konnte. Wem diese Streifen aber auch nicht an Breite ausreichen, der kann dann noch sein Glück in dem helleren höheren Gras noch weiter außen herausfordern.

Foto: Tim Frodermann

Die Höhenunterschiede, wie man sie von dem Glashedy kennt, nahmen deutlich ab und Basti und ich zogen entspannt unsere Bahnen. Die Frontnine spielte ich bogeyfrei mit 8 über Par. Nahezu abwechselnd spielte ich Par und Doppelbogey ohne einen Ball dabei zu verlieren und ging dennoch nur mit einem Schlag Rückstand auf Basti auf die Frontnine. Der Himmel klarte jetzt merklich auf und wir sollten uns eine schöne rote Nase von der Sonne einheimsen. Dennoch behielten wir aufgrund des Windes unsere warmen Sachen samt Puddelmütze an, was die Iren aber nicht davon abhielt in Polo und kurzer Hose über den Platz zu fegen. Asterix hätte wohl gesagt: „Die spinnen, diese Iren!“ Nachdem Basti auf der drittletzten Bahn einen unglücklich hohen Score notieren musste, ging ich mit zwei Schlägen Vorsprung auf das letzte Loch. Basti verzog seinen Abschlag leicht nach links. Danach schlug ich ab. Mein Drive ging in die gleiche Richtung als zwei Herren, die uns zuvor durchspielen ließen, auf der 17. Bahn, einem Par 3, wohl ihre Spielbahn verfehlten. Noch nicht ganz durchgeschwungen, vernahmen wir ein lautes „Fore“. Schnell gingen wir in Deckung und ich verlor meinen Ball aus den Augen. Diesen habe ich dann leider auch nicht wiedergefunden. Ich glaube es war mein erster Ballverlust auf diesem Kurs. Jedenfalls war der Ball weg, ich erschöpft und Basti gewann mit einem Schlag Vorsprung doch noch auch die zweite Runde an diesem Tag. In dem Restaurant aßen wir noch ein deftiges Steak bei einem Pint irischen Bier. Mein Favorit ist übrigens das Hop House 13. Sowohl das Bier als auch die beiden Plätze kann ich nur jedem empfehlen, der hier in der Gegend ist.

Euer

Tim Frodermann

Basti und Tim Foto:Tim Frodermann

Address:
Ballyliffin
Inishowen,
Co. Donegal, Ireland
Phone: +353 74 937 6119

 

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