22.07.2018 - 16:51 Uhr

Das Highlight auf dem diesjährigen Trip nach Irland sollte der Platz des County Sligo Golf Clubs werden.

Auf einer bekannten Internetseite ist dieser Kurs, welcher auch den Namen Rosses Point trägt, auf Platz 7 Irlands geführt. Der Club wurde 1894 gegründet und bereits zwei Jahre später designte George Combe die ersten neun Löcher. Später erweiterte Willie Campbell den Kurs auf 18 Löcher, ehe er 1927 von Harry Colt umgestaltet wurde.

 

Sligo Golf Club Foto: Tim Frodermann

Um eines vorweg zu nehmen: Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Der Par 71-Linksplatz befindet sich auf einem riesigen Areal mit schier unendlichen Weiten und Ausblicken so weit das Auge reicht. Die Practice Area ist sehr großzügig angelegt und bietet drei große Grüns in top Zuständen. Leider fehlt eine Driving Range auf der man vor einer Runde mal alle Schläger durch ziehen kann. Das Clubhaus mit Proshop und Lockerroom im Erdgeschoß sowie einem Restaurant darüber sind in einer angemessenen Größe und bieten reichlich Platz. Ich weiss nicht, wann es erbaut wurde, aber alte Holztüren mit Stahlgriffen sowie zahlreichen Wimpeln, Bildern und Golfschlägern an den Wänden zeigen, dass dieser Club einiges an Geschichte und Ereignissen vorzuweisen hat. Der Platz dient auch als Austragungsort der Westirischen Amateur Championship.

Sligo Golf Club Foto: Tim Frodermann

Die erste Bahn führt gleich zum Warmwerden einen Berg hinauf. Das Par 4 besitzt eine riesige Teebox auf der sowohl die beiden Herren- als auch der Damenabschlag gesteckt waren. Die blauen Abschläge sind wahrscheinlich für Turniere der Scratchgolfer vorgesehen. Aufgrund des starken Windes, der die Spielbedingungen fast irregulär machte, waren alle Abschläge nach vorne versetzt worden. Basti und ich hatten jedenfalls unseren Spaß, wenn wir beim Schwingen fast aus der Balance gedrückt wurden oder der Ball auf dem Tee zitterte. Auch das zweite Loch führte als Par 4 weiter den Berg hinauf. Von diesem Grün konnte man erstmal einen tollen Ausblick auf den Benbulben werfen, den „Irischen Tafelberg“. Leider lag dieser heute im Nebel und man konnte nur den unteren Teil des Berges sehen. Nachdem ein Par 5 wieder zurück zum Clubhaus bergab verlief folgte ein Par 3 mit einer riesigen Fallsfront. Wer hier zu kurz abschlägt, kann im ungünstigen Fall mal einen 4m Bergaufputt aus dem Vorgrün spielen. Die 5. Bahn "The Jump", ein Par 5, bietet eine unendlich coole Abschussrampe, wovon jeder Golfer einmal abgeschlagen haben sollte. Ein perfekt getroffener Drive ist eine gefühlte Ewigkeit in der Luft. Basti erreichte mit dem zweiten Schlag das Grün und durfte sich das fällige Birdie notieren. Es folgten drei Par 4 Löcher, die recht gerade verlaufen. Die Kombination aus starkem Wind und der wechselnden Spielrichtung machte diesen Abschnitt des Platzes wirklich interessant. Es war auch recht amüsant wie sich die Bälle in der Luft verhielten.

Die Löcher 9-12 ermöglichen noch einmal tolle Ausblicke auf den Benbulben, dem man jetzt viel näher gekommen ist. Es lohnt sich hier eine Kamera griffbereit zu haben, ehe es dann den langen Weg zurück Richtung Clubhaus geht. Die zwölfte Bahn ist ein Par 5, bei dem über eine Kuppe abgeschlagen werden muss. Da mein Abschlag nicht so gut geraten war, war auch mein zweiter Schlag blind, diesen konnte ich aber auf der Bahn platzieren. Wenn man dann aber über die Kuppe kommt, hat man einen grandiosen Blick auf das Grün, welches am Ende des nun bergab verlaufenden Fairways liegt. Soviel Wasser rundherum und ein Grün, das man anspielen darf, sieht man selten. Ich hatte noch 172m zur Fahne. Eigentlich prädestiniert für eine Eisen 5, welches ich sogar optimal traf. Allerdings blieb der Schlag doch 40m kurz, zu stark war einfach der Wind.

Die nächsten Löcher führten am Meer zurück Richtung Clubhaus. Die beiden Par 3 Löcher konnte ich in Par spielen. Leider blieb mir ein Birdie am heutigen Tag aber verwehrt. Ein echtes Brett war nochmal die 17. Spielbahn, welche gut als Par 5 durchgehen könnte und als Dogleg nach links verläuft. Ein sehr gut getroffener Drive in die Mitte und bis an das Ende des Fairways, machte trotzdem noch einen 190m Schlag ins Grün erforderlich und das bergauf. Für den guten Amateur bei diesen Windverhältnissen nahezu unmöglich. Schön sah es trotzdem aus, wie das Grün eingebettete in dem Berg lag. Für ein Par reichte es bei uns beiden heute nicht. Der letzte Abschlag erforderte dann noch einmal die volle Konzentration. Man muss hier über eine Schlucht spielen und zwischen zwei Markierungspfosten zielen. Ein Maulwurfstöter-Schlag wäre hier sehr ungünstig. Trifft man den Drive gut, ist es aber nur noch ein kurzes Eisen ins Grün.

Sligo Golf Club Foto: Tim Frodermann

Auf diesem schlichten, aber sehr schönen Linksplatz ist es äußerst selten, dass Fehlschläge hart bestraft werden. Auch Spieler mit höheren Handicaps haben auf diesem Platz garantiert ihren Spaß. Zwar kann der Platz dadurch sehr lang werden, aber man kommt selten in die Bredouille, irgendwo festzustecken und nicht weiter spielen zu können. Schläge, die das Fairway verfehlen und im Rough landen sind nahezu alle zu finden und zu spielen. Ich habe inzwischen mehr als 20 Linksplätze in Irland gespielt, aber bei keinem war zügiges Spiel so gut möglich wie auf diesem Platz. Wir spielten unsere Runde in 3,5h, natürlich mit der Tasche auf dem Rücken und zu Fuß. Basti brachte zudem seine beste Runde auf einem Linksplatz mit einer 85 ins Clubhaus. Somit ging das Bier diesmal auf mich. Dennoch habe ich die Runde sehr genossen und wenn ich mal wieder hier in der Nähe bin, würde ich diesen Platz sofort wieder spielen.

Euer

Tim Frodermann

 

Sligo Golf Club Foto: Tim Frodermann

 

The County Sligo Golf Club
Rosses Point,
Sligo,
Co.Sligo,
Ireland.

(40  mins from Knock Airport)
(2 hours, 30 min from Dublin Airport) 

Office : Tel: +353 7191 77134
Pro Shop: Tel: +353 7191 77171

 

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