21.05.2018 - 22:26 Uhr

Heute war es unser ambitioniertes Ziel beide Plätze im Golfresort Rosapenna (125 Jahre 1893-2018) zu spielen.

Natürlich ohne Cart und ohne Trolly. Das Resort besteht aus zwei 18 Loch Plätzen und einem Hotel, welches nur eine Minute von den Plätzen entfernt liegt. So verliert der Golfplatz auch nicht seinen Charme. Auf dem Gelände befindet sich dennoch ein großes Clubhaus mit dem Proshop, welches 2005 eröffnete. Zu erreichen ist Rosapenna mit dem Auto in 30 Minuten von Letterkenny.

Für den heutigen Tag war schlechtes Wetter angesagt. Da heute aber beide Plätze auf dem Programm standen, hofften wir umso mehr, dass wir wenigstens die ersten 18 Loch vom Regen verschont blieben. Und unser Wille wurde erhört. Die äußeren Bedingungen waren dennoch aufgrund des starken Windes nicht leicht. Bei der Schlagvorbereitung galt es diesen einzuschätzen und genau zu zielen. Wir spielten zuerst Sandy Hills, welcher von Pat Ruddy geplant wurde. Dieser Platz liegt im „Inneren“ der Anlage, spielt sich von dem blauen Abschlag mit 7183 Yards und von dem Weißen mit 6404 Yards bei Par 72. Dieser Platz ist der Anspruchsvoller der beiden. Er ist nicht nur länger als der Old Tom Morris-Kurs sondern auch hügeliger. So geht es nahezu auf jeder Bahn hoch und runter, zudem sind die Fairways teilweise sehr schmal und besitzen hohen Dünen an den Seiten. Der Name Sandy Hills ist übrigens Programm. Bei dem heftigem Wind heute verwehte es den Sand ordentlich aus den Bunkern.

Sandy Hills Golf Course, Irland Foto: Tim Frodermann

Natürlich mussten Basti und ich wieder unseres Getränk ausspielen und wir entschieden uns heute für den Matchplay-Modus. Zu anspruchsvoll erschien uns der Platz für ein Zählspiel, wenn man ihn noch nie zuvor gespielt hat. Aber er verzeiht dann doch mehr als man meint. Sandy Hills beginnt mit einem Par 5-Loch und wir spürten gleich zu Beginn der Runde was auf uns zu kam. Starker Gegenwind machte es für uns heute nicht möglich das Grün in 3 Schlägen zu erreichen. Dank eines Up and Downs konnte ich dennoch das Par spielen und in Führung gehen. Von nun an zogen wir stramm durch die Dünen. Immer wieder mit tollen Ausblicken von Erhöhungen auf das Meer und den Old Tom Morris-Kurs, welcher einen völlig anderen Charakter besitzt als dieser doch sehr mächtig erscheinende Sandy Hills-Platz. Auf der 6 Bahn erlebte ich das Glücksgefühl, was jeder Golfer kennt, wenn man den Abschlag im Sweetspot trifft und genau Richtung Ziel steuerte. Bei dem 350 Meter Loch hatte ich nur noch ein Wedge ins Grün, da der Abschlag noch einige Meter mehr rollte als man annehmen konnte. Zwei Bahnen weiter konnte ich dann das erste Birdie des Tages notieren und ich hatte gute Aussichten das Matchplay für mich zu entscheiden.

Old Tom Morris-Course, Irland, Foto: Tim Frodermann

Allerdings ließ Basti nicht locker und verkürzte auf der 11. Bahn, einem 166 Yards lange Par 3, auf dem ich mein Waterloo erlebte. So rollte meine Annäherung über das komplette Grün und versank  im Nirvana, obwohl der Ball nicht getoppt war. Basti konnte sich das Lachen nicht verkneifen, aber zu schön war die Runde um sich davon die Laune vermiesen zu lassen. Auf der 14 Bahn mit Index 18 konnte ich mit einem Par gegen Bastis Bogey das Match für mich mit 5 und 4 entscheiden. Natürlich spielten wir auch die letzten Löcher zu Ende ehe wir unsere Socken wechselten und im Clubhaus eine Kleinigkeit aßen. Leider konnten wir nur zwischen vier Kleinigkeiten zu Essen wählen. Gerne hätten wir unsere Energiespeicher mehr aufgeladen, aber dafür hätten wir wohl in das Hotel fahren müssen.

Während Sand Hills nach dem klassischen Linksstil konzipiert ist und man nicht nach 9 Löchern zum Clubhaus gelangt, spielt sich der Old Tom Morris-Kurs in zwei Schleifen. Die Frontnine, welche als Strand Nine bezeichnet werden, liegen landeinwärts neben Sandy Hills. Die Backnine, welche als Valley Nine bezeichnet werden, liegen zwischen den Sandy Hills und dem Meer mit dem schönen Tramore Beach. Basti und ich entschieden uns auch auf diesem Platz für unser Matchplay, da die Beine doch etwas schwer wurden. So versuchten wir die Runde bei doch einsetzendem und stärker werdendem Regen einfach zu geniessen.

Und tatsächlich dieser Kurs spielte sich merklich anders als Sandy Hills. Der Old Tom Morris-Platz ist kürzer und flacher. Man sollte aber nicht glauben, dass man diesen Platz auseinander nehmen könne, da er doch einige Fallen bereit hält. Nach den ersten Neun ging es am Clubhaus vorbei und wir spielten die letzten Löcher direkt am Meer. Nach einem Par 4 Dogleg nach Links spielte man ein Loch nach dem anderen am Meer entlang mit wunderschönen Aussichten. Trotz gut getroffener Drives waren die Schläge meist nur circa 180m weit, da der Wind doch spürbar von vorne drückte. Dies ging bis zur 14. Spielbahn so. Einem 166m langen Par 3, bei dem ich leider fünf Bunkerschläge benötigte, zu steil war der benötigte Abflugwinkel, zu schlecht mein Schlag. Die Kräfte ließen nun leider nach.

Die letzten vier Bahnen führten dann wieder zurück zum Clubhaus, zum Glück mit Rückenwind, leider bei starkem Regen. Meine Unterhose war trotz Regenhose durchnässt. Aber was macht man nicht alles um auf einem Tom Morris Golfplatz zu spielen. Natürlich legten in der Zwischenzeit einige Golfplatzarchitekten wie Harry Colt, James Braid und Harry Vardon Hand an und bauten den 1893 von Tom Morris errichten Golfplatz um. Der Untergrund und Boden blieb aber der gleiche. Eine Statue von Old Tom steht hinter dem 18. Grün und natürlich mussten wir da noch ein Foto schießen.

Old Tom und Tim in Rosapenna

Rosapenna Golf Resort

Tel. +353 (0) 74 9155301

reservation@rosapenna.ie

www.rosapenna.ie/golf.html

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