21.05.2018 - 22:38 Uhr

Da sind wir wieder. Im dritten Jahr in Folge hat es uns nach Irland gezogen um einige Plätze zu spielen, die wir nur von Bildern kannten.

Donegal Golfclub, Murvagh Foto: FrodermannNachdem wir bei unserem letzten Aufenthalt kreuz und quer durch das Land gefahren sind, haben wir diesmal unser Quartier in Letterkenny, der größten Stadt im County Donegal bezogen, um von hier in alle Richtungen zu gelangen, wo uns tolle Golfplätze erwarten.

Wir entschieden uns am ersten Tag im Golf Club Donegal zu spielen und uns sollte Kaiserwetter erwarten. Dennoch war der Platz nicht überfüllt, sodass Basti und ich guten Gewissens unser Bier im Zählmodus ausspielen konnten. Der Par 73-Kurs von Eddie Hackett wurde 1973 eröffnet und später von Pat Ruddy auf 6815m verlängert. Dem Amateur muss es dabei aber nicht die Schweißperlen ins Gesicht treiben, da die Herren zwischen vier Abschlägen wählen können und man so nicht die volle Distanz spielen muss.

Das erste Loch, ein Par 5, sorgte bei mir gleich für etwas Ernüchterung. Ich traf gleich zwei Bunker, den Ersten vom Abschlag und einen Zweiten vor dem Grün. Diesen Ball habe ich dann clean getroffen. Er flog weit über das Grün hinaus ins Gemüse. Naja, kann ja nur besser werden. Mit einer Neun auf der Scorekarte bei mir, ging Basti gleich drei Schläge in Führung. Nachdem ich auf der zweiten Spielbahn meinen Abschlag nach links verzog und den Ball nicht mehr fand, hatte ich das Gefühl, was jeder Golfer schon mal hatte „Das wird ein harter Tag“.
 
Basti in Donegal Foto: Frodermann
 
Dennoch konnte ich ein Doppelbogey retten und es sollte das letzte sein für diese Runde. Basti und ich spielten bei mäßigem Wind gutes Golf. Der Platz ist zudem nicht sehr herausfordernd und kann auch von höheren Handicapern gut gespielt werden. Es gibt nur sehr wenige blinde Schläge, zudem sind die Fairways sehr breit und die Dünen nicht sehr hoch. Insgesamt muss der Spieler nur wenige Höhenmeter zurück legen, da der Platz recht flach und dadurch sportlich nicht sehr anspruchsvoll ist. Wohl aber besitzt der Platz das wohl am besten platzierteste Toilettenhäuschen, das ich je auf einem Golfplatz gesehen habe. So hat man von gleich zehn Spielbahnen sehr guten Zutritt dazu.
 
Die ersten Löchern spielt man in Richtung der Berge, die man in vielen Kilometern Entfernung sehen kann. Endlose Weiten für das Auge, allerdings sieht man das Meer leider nicht oft. Das fünfte Loch ist das Signature-Hole. Ein 152m Par 3 mit dem Namen „Valley of Tears“.

Basti und ich platzierten unsere Abschläge aber auf dem Grün, sodass wir nicht im Tal der Tränen ankamen, sondern den Platz immer mehr genießen konnten. Am nächsten Loch hatte man dann zum ersten Mal einen Abschlag mit einer tollen Sicht auf das Meer und wir schossen gleich paar Fotos. Auf dem letzten Par 5 der Frontnine spielte Basti ein sehr schönes Birdie und konnte damit nach Schlägen gleich ziehen.
 
 
Nach den ersten neun Löchern kommt man am Clubhaus vorbei die drei Herren vor uns boten uns an durchzuspielen. Da wir den Platz aber nicht kannten, Bilder machen wollten und mit 2 Stunden für 9 Löcher gut in der Zeit lagen, verzichteten wir und hatten ein sehr nettes Gespräch mit zwei Damen aus dem Club, die hinter uns spielten, ihre Runde aber dann beendeten.
 
In Bastis und meinem Wettkampf ging es heute sehr eng zu und wir spielten die nächsten vier Löcher mit dem gleichen Score. An der 15. Bahn schlug Basti eine Lady und verlor mit dem Doppelbogey zwei Schläge, was ihn aber näher an die Rechnung für das Bier brachte.

Am vorletzten Loch erlebte ich aber etwas, was mir in acht Jahren Golf noch nie passiert ist. Den Abschlag nach links verzogen, begab ich mich natürlich auf die Suche nach meinem Ball im Rough. Und keine 10 Meter von meinem Abschlag lag mein verzogener Ball vom zweiten Tee, sodass ich nicht nur einen verloren Ball 15 Löcher später auf der gleichen Runde wiederfand, sondern auch zum ersten mal ohne einen Ball zu verlieren einen Linksplatz spielte.
 

Auch Basti hat seine Runde ohne Ballverlust zu Ende gespielt, auch wenn er in diesem Wissen am letzten Abschlag dadurch etwas gezittert hat. Mit Ergebnissen von 87 und 91 tranken wir sehr zufrieden unsere Pints im Clubhaus im ersten Stock und genossen den wunderbaren Panoramablick über die gesamte Anlage.
 
Das Ranking mit Platz 17 in Irland können Basti und ich allerdings nicht ganz nachvollziehen*. Recht eintönig, zu wenige Highlights und wow-Aussichten, aber dennoch ein angenehmer Platz, der ein guter Start für die Woche war. Wer diesen Platz mal spielen möchte, dem kann ich sagen, dass er sich vor den vielen Bunkern direkt vor den Grüns in Acht nehmen soll, die sind raffiniert platziert...
 
Euer
Tim
 
Donegal Golf Club
Murvagh, Co Donegal
 
 
PS. Anmerkung von Eugen Pletsch:
Wer diesen Platz mal spielen möchte, dem möchte ich sagen, dass er es mal bei Wind probieren soll. Ich habe Donegal in Gales von ca. Windstärke 7 gespielt...wenn dann der Ball in der Luft stoppt und zurückkommt, versteht man das Ranking...".
 

 

 

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