12.12.2019 - 02:17 Uhr

Am vorletzten Tag stand für mich das Highlight auf dem Plan. 40 Minuten von Cardiff entfernt befindet sich der Royal Porthcawl Golf Club, welcher bereits 1891 gegründet wurde.

Tiger Woods spielte 1995 bereits den Walker Cup auf diesem Platz, aber auch Bernhard Langer und Colin Montgomerie spielten 2014 hier bei The Senior Open Championship den ehrwürdigen Kurs, welcher 1909 das Prädikat „Royal“ von King Edward VII verliehen bekommen hat.

Von den Black Tees spielt sich der Par 72-Kurs mit 7137 Yards, was dann doch ein wenig zu viel für uns war und wir entschieden uns für die kürzen Abschläge. Im Proshop fiel uns direkt der sehr freundlich-höfliche und respektvolle Umgang auf. Wir freuten uns unheimlich auf diesem besonderen Platz mit der sehr angenehmen Atmosphäre spielen zu dürfen. Den klassischen Bahnenverlauf von Linksplätzen mit 9 Out und 9 In findet man hier nicht vor, da die Spielbahnen in verschieden Richtungen verlaufen, was das Spiel gegen den Wind aber erschwerte. Vor uns fand noch ein Herrengolfturnier statt. Die Teilnehmer waren wahrscheinlich nur Clubmitglieder, was man an ihren dunkelgrün, marine und gelb gestreiften Kniesocken erkennen konnte. Aber auch diese Herren grüßten sehr freundlich-offen und spielten zudem sehr gute Abschläge auf das erste Fairway.

Tim Frodermann in Wales 2019
Die ersten Löcher spielten wir direkt an der Küste entlang und man bekam sofort den Eindruck, dass dies ein Platz mit hoher Qualität ist, eine echte Perle. Die folgenden Löcher verlaufen Richtung Landesinnere und beinhalten auch einige Höhenunterschiede, von wo aus man tolle Ausblicke auf das Meer und den Platz genießen konnte. Aufgrund der letzten anstrengenden Tage Golf und des Windes waren unsere Scores heute leider nicht ganz so gut, aber der Platz und die zwischenzeitlichen Birdies hielten unsere Laune gut. Ebenso die 18. Bahn, welche noch mal ein richtiges Highlight zum Schluss ist. Sie verläuft bergab und direkt Richtung Meer, das Grün liegt direkt neben dem Clubhaus und der Blick über die Spielbahn ist einfach der Hammer. Im Anschluss fuhren wir nach Birmingham, wo wir vor dem Abflug noch eine letzte Runde Golf spielen wollten.

 Tim Frodermann in Wales 2019

Unser Ziel war The Belfry Golf Resort, in dem auf The Brabazon Platz bereits vier Ryder Cups ausgetragen wurden. Bei Ankunft erlebten wir genau das Gegenteil von Royal Porthcawl. Laute Musik in der Lobby, trinkende Männergruppen, die am nächsten Tag mit Flipflops und Basecap am Frühstückstisch saßen. Ich möchte dies hier nicht verurteilen, sondern dem Leser nur aufzeigen, was einen wo erwarten kann, sodass jeder besser dahin fährt, was ihm lieber gefällt.

Tim Frodermann in Wales 2019

Die Anlage des Resorts ist aber sehr schön und gepflegt und hält neben The Brabazon noch zwei weitere Plätze vor. Beni und ich spielten mit einem Herrn aus London zusammen, welcher wochenlang keinen Schläger in der Hand hatte. Wir kamen schnell in ein freundliches Gespräch, leider verabschiedete er sich nach vier Löchern auf die Range, was bei dem Greenfee von 160 Pfund doch erstaunlich ist.
Zu zweit spielten wir die Runde dann zu Ende. Mit Wasserhindernissen an 14 Bahnen war mein Ballverschleiß von vier Bällen im Wasser doch recht hoch, aber der Platz an sich wird optisch dadurch viel schöner. Genug Zeit zum Staunen hatten wir ja. Wer sonntags hier spielen möchte, kann jede Menge Viererflights irgendwo auf dem Platz warten sehen. Leider führt dies hin und wieder bei dem einen oder anderen auch zu einem Testosteronüberschuss. Auf der 17. Bahn, einem Par 5 Dogleg nach rechts, schlugen vor und hinter uns die Drives ein, während wir vor uns auf eine freie Spielbahn warteten. Auf eine Entschuldigung warteten wir ebenfalls vergeblich. Die letzte Bahn spielten wir trotzdem in aller Seelenruhe zu Ende.



Das Par 4 ist wohl das schwierigste Loch was ich bis dato gespielt hatte. Eine nach links verlaufende Bahn mit Wasser auf der linken Seite sowie frontal, einem Bunker gerade hinter dem Fairway und Bäumen auf der rechten Seite machen den Abschlag zu einer echten Herausforderung. Trifft man dann das Fairway benötigt man einen langen Schlag ins Grün vor dem wieder Wasser ist. Das Grün an sich besteht dann wieder aus drei Plateaus, nach hinten ansteigend. Phil Mickelson hat laut unserem Pro Uwe bei einem RyderCup mal das Wedge auf dem unteren Plateau ausgepackt um auf das obere zu gelangen. Bevor wir uns dann zum Flughafen machten, aßen wir noch etwas und erfreuten uns an den vielen tollen und unterschiedlichen Plätzen, die wir in dieser Woche gespielt hatten.

Tim Frodermann

Tim Fund Beni at The Belfry

 

Zum 1. Teil

Zum 2. Teil 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok