14.10.2019 - 04:56 Uhr

Dieses Jahr führte mich meine Golfreise nach Wales. Aufgrund der für uns besseren Fluganbindung reisten wir erst nach Birmingham und fuhren von dort mit dem Auto nach Barmouth, einem kleinen Küstenort, in dem wohl auch einige Briten gerne ein langes Wochenende am Strand verbringen um sich ein paar Tage zu erholen.

Natürlich wollten wir uns nicht entspannen, sondern in erster Linie jeden Menge Golf spielen und so starteten wir die erste Runde in Aberdovey, einem Par 71-Platz, 50 Minuten südlich von Barmouth.

Von den hintersten Abschlägen ist der Platz über 6500 Yards lang. Um diesen aber mehr genießen zu können, suchten wir nicht gleich die größte Herausforderung von ganz hinten, sondern spielten von den weißen und nicht von den gelben Abschlägen. Diese Regel befolgten wir übrigens die komplette Woche. Linksgolf an sich spielt sich schon anders als das Golf auf Parkland-Kursen, wenn man zudem den Platz nicht kennt und der Wind einem um die Ohren saust, sollte man eher einen der vorderen Abschläge wählen außer man hat ein niedriges einstelliges Handicap.

Der Kurs in Aberdovey ist aber ein eher leicht zu spielender. Das Gelände ist ohne große Steigungen sehr eben und man hat äußerst wenige blinde Schläge oder muss schwere Hindernisse überspielen. Der nicht top durchtrainierte Golfer hat hier seine pure Freude auf dem Platz. Der Kurs befindet sich zwischen einer Bahnschiene und den Dünen, die den Platz vor dem Wind des Meeres schützen. Die im Linksgolf typische Anordnung von 9 Out und 9 In findet man genauso vor wie sich kreuzenden Spielbahnen. Leider wird durch den Dünenwall aber auch der Blick auf das Wasser verwehrt. Das 12. Loch, einem kurzen, aber dann doch nicht so einfachem Par 3, kommt dann aber doch ein Wow-Effekt und man hat eine tolle Sicht über den Platz und das Meer.

Tim Frodermann in Wales 2019

An dem zweiten Tag zog es uns nach Nefyn, 70 Minuten nordwestlich von Barmouth. Dort befindet sich eine 27-Loch Anlage. Da einige Bahnen momentan umgestaltet werden, wurde uns vorgegeben, welche Schleifen wir spielen sollten. Um eines vorweg zu nehmen: Die Anlage ist super und selten hat man solche Ausblicke auf das Meer wie hier. Am ersten Abschlag feuert man gleich einen Drive Richtung Meer über eine Kuppe und spielt dann entlang der Klippen die erste Schleife. Der Platz ist kein typischer Linksplatz mit Dünen, sondern mit schönem, grünem Gras und auch breiten Fairways.

Der Driver war heute durchaus wichtig, da der Platz schon eine gute Länge hat. Die schönste, aber auch schwierigste Schleif ist die Blaue, welche unsere Backnine war. Blinde Schläge sowie Schläge über Klippen oder mit ordentlich Höhenunterschieden waren hier gefragt. Hier sollte man die Kugel schon gut treffen, da der Wind die Sache auch nicht einfacher machte. Auf dieser Schleife spielt man zu einem Leuchtturm „The point“ hin und anschließend wieder zurück zum Clubhaus. Unterhalb des Points befindet sich eine kleine Strandbar, zu der viele Wanderer liefen um dort eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Oft mussten wir warten um unsere Schläge ausführen zu können, da an Pfingstmontag viele Menschen unterwegs waren. Aber so konnten wir auch die atemberaubenden Aussichten genießen. Ein sehr markantes Loch war das Par 3 direkt neben dem Leuchtturm. Die 160 Yards führten steil bergab, was die Schlägerwahl sehr schwierig machte. Diese Bahn ist zugleich der Wendepunkt, danach spielten wir wieder Richtung Clubhaus und freuten uns bei purem Sonnenschein auf ein kühles Bier.

Tim Frodermann in Wales 2019

Nur 20 Minuten nördlich von unserer Unterkunft in Barmouth liegt der Royal St David Golf Club. Heute kam auch zum ersten Mal in dieser Woche typisch britisches Wetter dazu. Der freundliche Herr im Proshop gab uns gleich die Info, dass es heute etwas nass werden kann und deshalb auch wenig Betrieb auf dem Platz ist. Aber genau deshalb bin ich ja hier. Meiner diesjährigen Begleitung, Beni, mit dem ich 2010 zusammen mit dem Golfspielen angefangen hatte, wollte ich nach den Erzählungen der letzten Jahre von Irland, auch hautnah zeigen, was es heißt Linksgolf bei Wind und Nieselregen zu spielen, welcher gegen Ende der Runde dann doch etwas stärker wurde. Unseren Spaß hatten wir trotzdem. Der Platz ist unter den Top 5 in Wales gelistet und man hat tolle Blicke auf Harlech Castle, einer Burg, welche königlich neben dem Platz thront und diesem so eine besondere Atmosphäre verschafft. Dass der Platz nur ein Par 69 ist, spürt man nicht, da man auch hier von verschiedenen Abschlägen (Blau: 6629 Yards, Weiß: 6403 Yards, Gelb: 6225 Yards) spielen kann.

Während die ersten Bahnen auf dem Linkskurs eher flach verlaufen, werden die Dünen ab der 12. Bahn doch höher und die Schläge werden anspruchsvoller. Auffällig waren auch die riesigen Grüns des Platzes, sodass uns doch der eine oder andere Dreiputt unterlief. Das machte unsere Sonderwertung „Snake“, der letzte Dreiputt zahlt eine Runde Bier, durchaus spannend. Beni hatte gegen Ende dann doch etwas mit seiner Wäschelogistik zu kämpfen, sodass ich diesen Wettbewerb gewinnen konnte. In dem ehrwürdigen Clubhaus mit jeder Menge Tafeln, Trophäen und Bildern nahmen wir noch eine Kleinigkeit zu uns und kamen mit einer netten Dame ins Gespräch, welche uns ein wenig über die Partnerschaften der royalen Golfclubs erzählte.

Im Anschluss fuhren wir nach Cardiff... Fortsetzung folgt!

Tim Frodermann

 

Zum 3. Teil

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