18.12.2018 - 22:27 Uhr

Der englische Golfautor Timothy Bourke ("Lord Timbo") beschäftigt sich mit der Frage, wo man im Frankfurter Raum gut Golf spielen kann.

Als ich den Frankfurter Raum 1971 zum ersten Mal besuchte, existierten innerhalb von 50 km nur wenige ernstzunehmende Golfplätze. Es gab den Frankfurter Golf Club, Hanauer Golf Club und den American Forces Platz in Rheinblick, Wiesbaden. Kronberg war ein sehr hübscher 9-Loch-Platz mit schwierigen Greens. Die drei ersten genannten Plätze waren jedoch die wahre Herausforderung und es war nicht allzu schwer, selbst am Wochenende eine Startzeit zu bekommen. Seit dieser Zeit hat Golf in Deutschland einen wirklichen Boom erlebt, nicht zuletzt Dank des Erfolges von Bernhard Langer.

Wer die Frankfurter Gegend besucht oder dort wohnt, kann nun unter ca. zwanzig guten Plätzen wählen, aber trotzt der Fülle ist es nicht unbedingt leicht, am Wochenende irgendwo unterzukommen. Kein Grund zur Verzweiflung, Timbo hat eine Lösung für Sie gefunden, (die nicht immer, aber meistens funktioniert). Zunächst sollten wir uns fragen, was einen guten Golfplatz ausmacht. Meiner Meinung nach sind zehn Faktoren in Betracht zu ziehen:

1. Leicht zu finden                                        
2. Interessantes Layout
3. Wirkliche Greens
4. Engagierte Platzwarte
5. Friede und Ruhe (Kein Autobahnlärm!)
6. Gute Trainingsmöglichkeiten
7. Professionelle Trainer
8. Entspannte Clubhausatmosphäre
9. Gutes Essen zu vernünftigen Preisen
10. Besucher sind gerne gesehen

Lassen Sie nun alle Golfplätze dieser Region vor ihrem geistigen Auge Revue passieren und fragen Sie sich ehrlich, wie viele davon beim Timbotest die volle Punktzahl erlangen. Ich fürchte - nicht viele. Dabei gibt es einen solchen Platz tatsächlich, nur dreißig Minuten von Frankfurt entfernt, den Golf Park Winnerod in Reiskirchen, nordöstlich von Gießen. Bestimmt gibt es andere Plätze, die in einem oder mehreren Punkten dieses Tests höhere Punktzahlen einfahren, ich kenne jedoch nicht viele andere, die es auf die gleiche Gesamtpunktzahl bringen. In Winnerod ist dafür gesorgt, dass man sich vom Betreten des Clubhauses an willkommen fühlt. Hier gibt es keine Golfsnobs, und die Mitglieder freuen sich, neue Leute kennen zu lernen.

Blicvk zum Golfpark Winnerod Foto: Eugen Pletsch

Auch die Trainingseinrichtungen sind sehr gut. Eine große, teilweise überdachte Drive-Anlage, Übungsbunker und Chippinggrün, sowie ein großes Puttinggrün. Außerdem gibt es einen sehr gepflegten 9-Loch Akademie Platz. Jeder, der das Spiel erlernen will, kann sich dem Club zu günstigen Preisen anschließen und auf dem Akademieplatz so oft spielen, wie er möchte. Nach einigen Golfstunden wird man seinen Golftest bestehen, worauf man zu reduzierten Preisen auf dem normalen Platz spielen darf. Ein einfacher Weg zum Golf. Wenn Sie also einen Golftag voller Spaß erleben wollen, sollten Sie meinen Rat befolgen und Winnerod besuchen.

Der Platz erstreckt sich über Hügel mit leichtem Gefälle und stellt für Spieler aller Niveaus eine Herausforderung dar. Je nach Können wählt man unter vier verschiedenen Tee-Sets. Wer weit schlägt hat reichlich Gelegenheit, nach dem Driver zu greifen. Die meisten Löcher belohnen den Spieler, der einen leichten Draw oder absolut geraden Schlag ausführen kann. Auf diesem Platz gibt es wirklich keine schlechten Löcher, die Par Fünf sind durchweg Gelegenheiten, gut zu scoren, genau wie das fünfte, sechste und zwölfte Loch (alle kurze Par Vier). Die Par Drei sind nicht leicht. Hier mein Vorschlag den Platz zu spielen:

1. Par 4 – breites Fairway bergan. Nehmen Sie also den großen Stock heraus und schwingen Sie ganz gelöst. Versuchen Sie nicht, über die Ecke zu spielen. Es steht zu erwarten, dass Sie beim zweiten Schlag ohnehin nichts sehen werden. Nehmen Sie sich also die Zeit, hoch zu gehen und sich das Grün gut anzusehen. Nehmen Sie einen Schläger mehr, als Sie Ihrer Einschätzung nach brauchen. Wenn sich die Pin vorne links befindet, ist es ein schwerer zweiter Putt. Zwei Punkte und der Start war gut.

2. Par 3 – Zielen Sie auf die rechte Kante des Grüns (benutzten Sie die kleine Erhebung als Ziel) und schlagen Sie ein Eisen mehr, als Sie normalerweise nehmen würden. Wenn Sie Glück haben, fällt der Schlag zu kurz aus, sodass der Ball auf das Grün rollt. Auf diesem Grün ist das Gefälle ziemlich stark, seien Sie also vorsichtig bei Ihrem ersten Putt.

3. Par 4 – Ein langes Loch bei ansteigendem Gefälle, das einen sehr langen Drive erfordert. Die meisten Spieler mit Vorgabe werden für den zweiten Schlag ein Fairway Holz benutzen. Vor dem Grün besteht allerdings kein echtes Problem, sodass sie eine Chance haben, bis zum Grün zu kommen. Nehmen Sie sich vor dem OB links und hinter dem Grün in Acht. Dies ist ein schwieriges Loch, lassen Sie sich also nicht entmutigen, falls Sie hier einen Punkt verlieren.

4. Par 5 – Ein schönes Loch auf abschüssigem Gelände, das Ihnen, während Sie über dem Tee stehen, DRIVER zuruft. Zielen Sie zwischen die Fairwaybunker und machen Sie Druck! Jeder anständige Teeschlag eröffnet Ihnen die Option, mit dem zweiten Schlag zum Tee zu kommen, sie können aber auch ablegen, da das Grün mit einem langen Schläger sehr schwer zu treffen ist. Sollten Sie sich dennoch dafür entscheiden, liegt die beste Taktik darin, auf das rechte Drittel des Grüns zu zielen und den Ball zwischen Bunker und Erhöhung zu treiben. Dieses Grün weist ein nicht zu unterschätzendes Gefälle auf, seien Sie beim Putten also vorsichtig. Hier können Sie drei Punkte einfahren.

5. Par 4 – Vor kurzem wurde dieses Loch verlängert, man kann aber trotzdem immer noch punkten. Es kann auf zwei Arten gespielt werden. Spielen Sie es entweder mit einem Fairway Holz Mitte Fairways entlang (ein Draw wäre nützlich), oder nehmen Sie den Driver und schlagen Sie über die linke Ecke des Doglegs. Dies ist gefährlich, macht aber viel Spaß. Versuchen Sie, die Annäherung auf die linke Seite des Grüns, um dann zum Birdie aufwärts zu putten.

6. Par 4 – Auch hier wurde ein neues hinteres Tee angelegt, um das Loch schwieriger zu gestalten. Wer extrem lang schlägt, konnte das Grün früher, vom alten Tee aus, erreichen. Es ist trotzdem noch ein leichtes Loch. Sorgen Sie nur dafür, dass Ihr Drive auf dem Fairway bleibt und lassen Sie sich nicht dazu verleiten, über die Ecke zu schlagen. Mit einem einigermaßen guten Drive braucht man nur ein kurzes Eisen, um zum Grün zu gelangen. Wenn sich die Fahne hinten befindet, denken Sie daran, einen Schläger mehr zu nehmen, da dies ein auf zwei Ebenen verteiltes Grün ist.

7. Par 4 – Ein sehr schönes Golfloch, das einen guten Drive entlang der linken Seite erforderlich macht. Zielen Sie auf den linken Bunker, das Gefälle trägt den Ball nach rechts. Je nach Windbedingungen sollte man einen oder zwei Schläger weniger als normalerweise benutzen und auf die linke Seite des Grüns zielen. Selbst wenn Sie es nicht perfekt treffen, ist es durchaus möglich, dass der Ball bereits davor landet und aufs Grün rollt. Das Grün ist groß, aber ziemlich flach. Sie dürften hier zwei Punkte erzielen, voraus gesetzt Sie slicen den Ball nicht vom Tee ab.

8. Par 3 – Es ist kurz, aber sehr schwierig. Zielen Sie auf die rechte Seite, und schlagen Sie einen Schläger mehr als Sie vermuten. Es ist ein schweres Grün, drei Putts kommen da schnell zusammen.

9. Par 5 – Noch ein großartiges Loch. Bewegen Sie die Schultern auseinander, atmen Sie tief ein und schlagen Sie den Ball genau durch die Mitte, zwischen dem linken Bunker und den Bäumen rechts. Bei diesem Loch darf man nicht ängstlich sein. Auch nach einem perfekten Drive müssen Sie bis zum Grün noch zwei Schläge kalkulieren. Sie werden das Grün mit dem zweiten Schlag wahrscheinlich nicht treffen, da es sehr geschützt ist. Hauptsache, Sie schlagen keinen Hook. Das Grün ist von vorne bis hinten durchweg abschüssig, seien Sie also vorsichtig beim dritten Schlag.

10. Par 5 – Dieses Loch ist etwas langweilig, es kann mit zwei guten Schlägen erreicht werden, man muss sich beim Annähern rechts halten. Nehmen Sie einen Schläger mehr als Sie denken, zwei mehr, wenn sich die Fahne hinten befindet. Wenn Sie hier nicht mindestens zwei Punkte machen, sollten Sie sich schämen.

11. Par 4 – Ein wunderschönes Golfloch. Ein blinder Schlag vom Tee ab, das Gefälle hinunter. Sie können den Driver benutzen. Nur wer sehr lang schlägt, sollte zu einem Holz 3 greifen. Ungefähr 300 Meter vom Tee weg wird der Fairway von einem Bach durchquert, da das Gelände aber abschüssig ist, kann man es mit einem sehr langen Schlag erreichen. Die meisten Spieler haben noch 150 bis 170 Meter bis zum Green vor sich. Links ist man besser bedient als rechts. Noch besser ist es, ein kräftiges Eisen 6 zur Mitte zu schlagen. Das Grün steigt von vorne nach hinten sanft an, versuchen Sie also vor dem Pin zu landen.

12. Par 4 – Ich rate Ihnen, mit einem langen Eisen oder vielleicht einem Eisen 5 vom Tee abzuschlagen. Je nach Position der Fahne brauchen Sie jetzt ein P-Wedge oder ein Eisen 8. Das Grün ist lang, was zu bedenken ist. Der hintere Bereich des Grüns steigt ziemlich stark an – seien Sie gewarnt!

13. Par 3 – Dieses erstreckt sich, vom hinteren Tee weg, über ca. 200 Meter auf leicht abschüssigem Gelände. Meistens kommt einem der Wind entgegen, alles, was Sie hoch schlagen, wird Sie also einiges an Entfernung kosten. Nehmen Sie ein Holz 3, stecken Sie das Tee etwas höher als sonst, und bewegen Sie den Ball innerhalb Ihrer Haltung zurück, um für einen leichten Schwung auszuholen. Zielen Sie auf die rechte Kante des Grüns. Sehen Sie zu, wie der Ball flach in den Wind eindringt, 30 Meter vor dem Grün aufprallt und sanft in seine Mitte rollt. Lochen Sie den Putt ein und gehen Sie mit einem selbstzufriedenen Lächeln weiter.

14. Par 4 – Dies ist ein schwieriges Loch. Nehmen Sie den Driver und zielen Sie genau auf den orangefarbenen Balkon des weit entfernten Hauses. Selbst mit einem guten Drive kommen Sie nicht näher als 150 bis 170 Meter an das Grün heran. Egal wie Sie Lage einschätzen, nehmen Sie einen Schläger mehr. Wenn Sie das Grün verfehlen, dann möglichst links! Das Grün ist flach, ein einziger Putt also nicht unrealistisch.

15. Par 3 - Ich denke, dies ist das beste kurze Loch des Platzes. Der Wind kommt meist entgegen, man braucht also einen Schläger mehr als erwartet. Der Bereich vorne rechts wird von Bunkern geschützt, auch links ist ein kleiner Bunker. Der einzige Weg auf dieses Grün führt über die Mitte, oder darin, dass es der Ball von vorne links durchrollt. Ein hoher Fade wäre ideal. Von hinten bis vorne besteht ein ziemlich starkes Gefälle. Hier sind zwei Punkte ein gutes Ergebnis.

16. Par 5 – Für den Spieler mit Vorgabe ist es fast unmögich, das Grün mit zwei Schlägen zu erreichen. Versuchen Sie es also gar nicht erst. Sie benötigen einen ziemlich guten Drive, mit dem Sie links der rechten Bunker bleiben. Danach können Sie Ihren Lieblingsschläger nehmen und den Ball weiter auf das Loch zuschlagen. Versuchen Sie, einen vollen dritten Schlag herauszubekommen. Das Grün ist ausladend, vom Fairway aus teilweise aber nicht zu überblicken, schauen Sie es sich also an, bevor Sie zuschlagen. Dieses recht flache Grün sollte Ihnen zwei Punkte bringen.

17. Par 4 – Noch ein fantastisches Loch zum Driven. Zielen Sie auf die Dachgaube des weit entfernten Bauernhauses und verpassen Sie dem Ball einen guten Schlag. Keine Hooks bei diesem Loch. Das Annähern ist voller Tücken. Der Bunker, der sich vorne rechts in das Grün hineinfrisst, schluckt eine Menge Bälle. Eine andere Taktik besteht darin, dass man links und vor das Grün zielt, von wo aus man zur Fahne pitchen oder chippen kann. In dieser Phase des Spiels mag es klug sein, auf Nummer sicher zu gehen, vor allem, wenn Geld im Spiel ist. Dieses Grün ist sehr abschüssig, seien Sie also vorsichtig.

18. Par 4 – Ein herrliches Abschluss-Loch. Vor dem Grün befindet sich ein Teich. Sie können sich beim Annähern also keinen Fehler erlauben. Für Longhitter ist der Teich durchaus in Reichweite, also wäre dann ein Holz 3 die bessere Option. Jeder andere Spieler wird hier den Driver benutzen. Der Trick besteht darin, so nahe wie möglich an den See heranzukommen, um einen leichteren Approach zu haben. Wenn Sie dann das Grün vor sich haben sollte Ihnen klar sein, dass Sie über das Wasser einen Schläger mehr benötigen. Falls Sie das Wasser zu stark beeindruckt, schlagen Sie ihren Ball rechts vom Teich und chippen Sie aufs Grün. Jeder, der diese Option wählt, bekommt von mir eine Handtasche und ein Schminkset, egal wie viele Punkte er erzielt.

Clubhaus Golfpark Winnerod  Foto: Eugen Pletsch

Nach der Runde können Sie sich auf ein wirklich gastfreundliches Clubhaus freuen, das sich in sehr schön umgebauten landwirtschaftlichen Gebäuden befindet. Gute Getränke, vorzügliches Essen und der freundliche Service sorgen dafür, dass Sie immer wieder gerne nach Winnerod zurückkehren werden.

Kontakt:
Golf-Park Winnerod 
Parkstrasse 22
D-35447 Reiskirchen
Tel (06408) 9513-0
Fax (06408) 9513-13
Web: www.golfpark.de

 

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