22.09.2018 - 01:19 Uhr

Der Golfclub Attighof  im Taunus war ausgesuchter Schauplatz für einen krönenden Abschluss unserer Kräfte zehrenden Matchplay-Serie.

Der Attighof wird nahezu allen Spielstärken gerecht und lockt zudem auch noch Matchplay-verrückte Golfer an, die es etwas kniffliger mögen.
Bereits die Anfahrt zum Club ist für einen Stadtbewohner wie mich etwas Besonderes. Die Straßen führen durch eine herrliche Urlaubslandschaft – wirklich schade, dass ich nicht noch ein paar Tage länger bleiben konnte. Nach herzlichem Empfang im Clubsekretariat gedachten wir, uns noch einmal aufzuputschen mit einer Tasse Kaffee in der gemütlichen GastronoFrau Oelmannmie, die ein sehr schönes und in diesen Tagen ein mit viel Liebe fürs Detail Oktoberfest-Ambiente anbot.

Es regnete noch immer. Ich verwies auf eine Wetter-App (wie kamen wir einst zurecht im Leben, als diese smarten Wunder der portablen IT-Technologie noch nicht gab?), die bis dato recht verlässliche Angaben lieferte, was Eugen Pletsch mit Blick hinaus auf die Club-Terrasse zunächst nicht sonderlich überzeugte. Die Vorfreude indes war groß, wollte ich doch die vorerst letzte Chance in der ablaufenden Saison wahrnehmen, um die Schmach vom Vortag (in einem anderen Club) vergessen zu machen und betonte, dass der Regen ab 13.00 Uhr aufhören würde.

Sagenumwobenes Rasenschach wollte ich präsentieren, nach Möglichkeit die richtigen Schläger wählen, auch am Abschlag nicht immer sofort zum Driver greifen und vor allem: Nicht auf fiese Matchplay-Tricks reinfallen. Der Platz präsentierte sich in einem tollen Zustand und die Grüns von exzellenter Qualität luden geradezu ein zum glorreichen Finale!

Angeblich um Gnade vor Recht ergehen zu lassen durfte ich dieses Mal tatsächlich und erstmals von ROT abschlagen. Ich war irritiert. Was führte Eugen im Schilde? Völlig verdutzt kegelte ich meinen Abschlag mit einem nachdenklichen Hook in Rough und verlor sogleich das erste Loch. Ein fieser Trick, dachte ich. Aber nach ersten Irritationen fing ich mich dann gottlob wieder und konnte das Match eine Weile spannend mitgestalten.

Ich trällerte fröhlich vor mich hin und nahm deutlich wahr, wie der Regen inzwischen den ersten Sonnenstrahlen gewichen ist. Eine herrlich frische Luft, duftende Wiesen und Wälder, Eichhörnchen, die fleißig Wintervorbereitungen trafen, sprangen umher. Dann ein Traumschlag aus dem Fairway-Bunker (ca. 100 Meter) an den Fahnenstock zum Lochgewinn … Golferherz, was willst Du mehr?!

Ist das nicht der Stoff, aus dem Golferträume gemacht werden?

So bemerkte ich im Laufe der Runde leider erst viel zu spät, dass Eugen mich (mal wieder) aus sämtlichen Golferträumen zurück auf die Fairways der Tatsachen holte: Nach 10 Löchern noch fröhlich trällernd in Führung liegend war die Partie dann „plötzlich“ nach 15 Löchern entschieden.

Auf Einzelheiten möchte ich in diesem Moment lieber verzichten, da die ersten Wildgänse im geübten V-Flug geräuschvoll über die Dächer von Gelsenkirchen dahinfliegen und mich ihrerseits ebenfalls zum zweiten Mal aus meinen Golferträumen holten. Schachspiel fand ich schon in jungen Jahren weniger interessant, ich hätte es besser wissen sollen … wer hat sich nur diesen Vergleich in Bezug auf das Golfspiel ausgedacht?

Und doch: Hart erkämpfte ich mir zumindest das 1. Damen-Brutto, ein versöhnlicher Jahresabschluss einer aufregenden Matchplay-Saison!

Goldene Herbsttage und einen schönen Saisonausklang wünscht

Frau Oelmann

1. Oktober 2017

Ball im Nest

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