18.12.2018 - 18:31 Uhr


Als einen der allerersten Punkte in meiner Ausbildung lernte ich, dass man durch das Mähen unter trockenen Verhältnissen die besten Resultate erreicht.

Würde ein Landwirt morgens im Nassen seine Flächen mähen? Eher nicht, und das hat seine Gründe!

Welche klar ersichtlichen Gründe sind es nun, auf das Trockenmähen zu setzen?

Es macht einfach wenig Sinn, die noch am Boden liegenden nassen Gräser unter feuchten Bedingungen zu mähen. Erst wenn die Blätter abgetrocknet sind und die Sonne und der Lichteinfluss stärker werden, erst dann richten sich die Gräser auf und lassen sich vernünftig und sauber schneiden.

Zudem verdichten und verschmieren die Maschinen im Nassen unsere Böden, diese müssen dann wieder mit zusätzlichem Aufwand (AK- und Maschinenkosten) gelockert werden.

Auch werden Rasenkrankheiten auf allen Spielflächen durch das Mähen im Trockenen bedeutsam reduziert.

So tun wir das Richtige, nur nicht zur richtigen Zeit?

Welche Möglichkeiten gäbe es denn, um so oft wie möglich unter trockenen Wetterbedingungen (ab ca. 10:00 bis 11:00 Uhr) zu mähen?

Zum Beispiel das Mähen der Spielbahnen rückwärts von 18 bis 1, oder auch das fortlaufende Sperren einiger Bahnen ½ bis 1 Stunde vor und/oder nach Wettspielen. Mit der letztgenannten Variante könnte dann das Greenkeeping in Ruhe arbeiten, und Sie als Golfer ohne Störung Ihrem Hobby nachgehen.

Bis man ab ca. 10:00 Uhr mit dem Mähen beginnt, würden unter anderem Grüns, Vorgrüns, Tee‘s und FW abgetaut, Löcher versetzt oder auch Bunker geharkt.
Auch lassen sich mit einer gezielten Pflege sowie dem Trockenmähen die Mähintervalle zum Beispiel beim Mähen der FW von drei auf zwei Mal die Woche reduzieren, auch damit ließen sich zusätzlich Arbeitszeiten verringern.

Es gilt nun, unsere Vorstände, Manager, Golfer und alle, die im Rasenbereich arbeiten, darüber zu informieren und auch zu überzeugen, welch besseren Mäh- und Spielqualitäten sowie vor allem finanziellen und zeitlichen Einsparungen dadurch erreicht werden können.

Bitte lesen Sie einmal die folgenden Vorteile in Ruhe durch.

Mähen von Bahn 18 rückwärts, Golfer werden nur einmal gestört,

Mähen in der gesperrten Zeit ½ bis 1 Std. vor und nach Turnierbeginn,

Spiel- und Arbeitsfluss können dadurch um bis zu 20 % erhöht werden

  • Golfer und Greenkeeper sind dadurch wesentlich zufriedener mit ihrem Spiel bzw. ihrer Arbeit
  • Viel bessere Spielqualität durch viel besseres Schnittbild
  • Wöchentliche Mähintervalle können zum Beispiel auf FW von 3 auf 2 verringert werden
  • Kein Liegenbleiben von nassem Rasenschnittgut / Klumpen
  • Vermeidung eines zusätzlichen Abblasens des Schnittgutes oder eines zweiten Mähganges

  • Keine Verdichtungen und Verschmierung der RTS und anderer Böden

  • Pflegemaßnahmen können durch das Konzept „Vorbeugen ist besser als Heilen“ reduziert werden

  • Verletzung der Gräser wird minimiert

  • Gräser sind dadurch gesünder und vitaler, weniger stressanfällig

  • Deutlich weniger Rasenkrankheiten – Ausbringung und Kosten von Fungiziden werden reduziert

  • Einsparung von Dünger / Wasser

  • Pflegekosten insgesamt werden verringert

  • Reduzierung der AK bis 20 % möglich

  • Reduzierung des Dieselverbrauchs bis 20 % erreichbar

  • Reduzierung der Maschinenstunden bis 20 % möglich

  • weniger Verschleiß – weniger Ersatzteile – weniger Reparaturen = Unterhaltskosten für Maschinen sinken = allgemeine Schonung der Maschinen = Maschinenlaufzeiten verlängern sich

  • AK Aufwand Werkstatt sinkt

    Sie stimmen mir bestimmt zu, dass dies alles sinnvoll ist. Einer meiner Kunden, der Golfclub Rheinblick, praktiziert dies mittlerweile seit fast zwei Jahren mit großem Erfolg. 

Auch der Golfclub Starnberg ist begeistert und vom Trockenmähen überzeugt. Der Course Manager Andreas Matzner erklärt dazu Folgendes: „Mit jedem trocknen Schnitt verbessere ich den Golfplatz. Erreichen wir immer 100% trockene Bedingungen bei unseren Arbeiten? Leider eher nicht. Dennoch sollten die Clubs und das Greenkeeping ein Bestreben haben, diese Qualitätssteigerung der Plätze durch ein vorheriges Abtauen auszunutzen.“

Ich habe auf Anlagen gearbeitet, wo es zum anschließenden Arbeiten unter trockenen Bedingungen Startzeitenfenster gab. Auch wurde der Platz gesperrt, um an einem späten Nachmittag im Trockenen Vertikutieren zu können.
Eine Zahl dazu, die ich in den Raum stellen möchte: In ca. 60 Minuten ist das Abtauen mit einem Schlauch oder Seil auf einer 18-Lochanlage inkl. Fairways, Vorgreens und Greens mit zwei Personen erledigt. Wie viele Stunden verbringen wir allein damit, im Nassen gemähtes und liegen gebliebenes Schnittgut ins Rough zu blasen?

Zusammengefasst heißt dies: Die Spiel- und Mähqualität wird deutlich erhöht, Verdichtungen werden vermieden sowie Pflege- und Maschinenkosten bis zu 20% reduziert. Vor allem 18- und 27-Lochanlagen wären prädestiniert dafür, sich dazu vielleicht einmal ein paar Gedanken zu machen. Probieren Sie es einfach einmal aus: Sie werden sehen, die meisten Personen auf dem Golfplatz werden mit dieser Umstellung zufrieden sein.

Mit diesem sinnvollen Vorgehen würde dem Greenkeeping ein wichtiger Schritt hin zu einer vernünftigen nachhaltigen Pflege Ihrer Golfanlage gelingen.
Nicht nur alle im Golf beteiligten Verantwortlichen sind daher aufgerufen, dieses Thema ergebnisoffen zu diskutieren. Es gibt wie oben schon angesprochen einige Clubs, die sich dieser Entwicklung nicht mehr verschließen. Sind auch Sie offen für diesen Wandel?

Bei Fragen oder auch der Umsetzung wenden Sie sich bitte gerne an den Rasenfuchs.

©Norbert Lischka – Der Rasenfuchs Ÿ 22559 Hamburg Ÿ 0177 333 03 56 Ÿ lischka@der-rasenfuchs.de

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