17.11.2018 - 10:22 Uhr

Ich bedanke mich bei Dr. Nicolai und dem GCM (Golf Course Management) of Amerika für die Erlaubnis zur Übersetzung und Veröffentlichung dieses Artikels. Norbert Lischka

 

Können wir Maßnahmen ergreifen, um ein glücklicheres und gesünderes Arbeitsumfeld für die Beschäftigten in der Golfbranche zu fördern?

Das Glück wurde oft als frivole, idealistische Emotion von Königen, Tyrannen sowie Einzelpersonen oder Gruppen verspottet, die versuchten, andere zu beherrschen. Der Begriff Glück wurde von den Mächtigen in der gesamten geschichtlichen Entwicklung so stark missbraucht, dass die Gründerväter der USA das Recht auf Streben nach Glück im zweiten Absatz der Unabhängigkeitserklärung verankerten. Es ist ein amerikanisches Recht, nach Glück zu streben und diejenigen zu verachten, die Glück und Freiheit verweigern.

Bei unserer Geburt verließen wir eine warme, schützende amniotische Flüssigkeit und wurden in eine unbekannte, luftgefüllte Umgebung gestoßen, in der wir unseren ersten Atemzug taten und anfingen zu weinen. Es versteht sich von selbst, dass Verwirrung, Unsicherheit in Instabilität zu unseren ersten Gefühlen gehörten. Bald nach der Geburt wurden die meisten von uns unseren Müttern gegeben, bei denen wir Trost und Wärme empfanden und eine neue Art der Nahrungsaufnahme lernten. Als wir größer wurden, gingen wir Bindungen mit unserer Familie ein und vielleicht auch mit Freunden, bei denen wir uns glücklich und sicher fühlten. Als wir jedoch auf die weiterführende Schule wechselten, begann für die meisten von uns das individuelle Streben nach Glück und Stabilität.

Als ich die Leitung eines Golfclubs übernahm, zog ich mit meiner jungen Braut weg von ihrer Familie und Freunden, und ich begann, 80 Stunden in der Woche zu arbeiten. Mitten in meinem ersten Sommer hatte ich den Respekt meiner Belegschaft gewonnen, und der Golfplatz wurde von den Mitgliedern hochgelobt. Zu dieser Zeit luden die Besitzer mich zu einem Treffen ein und sagten mir, dass sie mehr von mir erwarten würden. Sie erwarteten, dass ich 100 Stunden pro Woche arbeiten sollte, und ich fing an, mich wie ein Arbeitsgerät zu fühlen.

Ich verbrachte zehn Jahre damit, auf einem Golfplatz zu arbeiten, und ich liebte es, bei jedem Wetter draußen zu sein, zu arbeiten, die Zeitplanung für die Mitarbeiter zu machen, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft umzugehen. Ich verließ den Golfplatz, weil sich mir die Gelegenheit bot, eine geregelte Arbeit aufzunehmen, die mir auch noch Zeit ließ, mich um meine Familie, meine Freunde und gelegentlich auch mich selbst zu kümmern. Seit mehr als 25 Jahren forsche und lehre ich an der Michigan State University im Bereich Rasenpflege. In dieser Zeit habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, die auf den Golfplätzen eine außerordentliche Karriere gemacht haben. Ich habe auch viele ausgezeichnete junge Frauen und Männer gesehen, die durch Überarbeitung und Unterbezahlung ausgebrannt waren.

Ich habe auch gesehen, wie sehr intelligente, professionelle und erfahrene Führungspersönlichkeiten ihre Arbeit verloren haben, weil ein neues Vorstandsmitglied sie nicht leiden konnte oder ihre Bezahlung so hoch geworden war, dass man sie nicht weiterbeschäftigen konnte. Sie waren ihre ganze Karriere loyal gewesen, aber die Loyalität war eine Einbahnstraße.

Wenn ich also E-Mails, Briefe oder Artikel in Magazinen lese, in denen es sich um die Fragestellung „Warum sind die Immatrikulationszahlen an den Universitäten so niedrig?“ oder „Woher bekomme ich qualifizierte Menschen, die mein Personal führen?“ dreht, dann glaube ich, dass es vor allem darum geht, dass Arbeitnehmer, die in diesen Positionen arbeiten, kaum die Möglichkeit gegeben wird, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Zu oft habe ich gehört, wie Menschen auf Leitungsebene erklärt wurde, wie sie ihr Arbeits- und Privatleben sehen sollen: „Mit dem Golfplatz sind Sie verheiratet, mit Ihrer Frau gehen Sie in Bett.“ Tut mir leid, ich laufe nicht blind der Masse hinterher, und das tun heute auch nicht mehr so viele Leute wie früher.

Ist es nicht Zeit, mal über den Elefanten im Raum, das Offensichtliche, zu sprechen? Können wir anfangen, glücklichere, gesündere und stabilere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Golfbranche zu schaffen? Vielleicht nicht, aber wir sollten es wohl versuchen.

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Thomas A. Nikolai, Ph.D., der "Doctor of Green Speed", ist der Turfgrass Akademiker an der Michigan State Universität in East Lansing, Michigan, und ein häufiger GCSAA Pädagoge.

 

Rückmeldungen an:

DER RASENFUCHS
Norbert Lischka MG
www.der-rasenfuchs.de

 

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