18.10.2018 - 22:17 Uhr

Golf Mental, mentales Golf, Mental Game oder auch Golfpsychologie, vier weitgehend identische Begriffe, gibt es seit gut 100 Jahren.

Neu ist das in den erst letzten Jahren gewachsene Bewusstsein und Wissen über die Bedeutung der mental-emotionalen Seite für erfolgreiches Golf. Nicht zuletzt durch die wachsende Zahl an TourspielerInnen, die mit Golf Mental Coaching ihre Spielfähigkeit ausbauen und halten wollen.

Golf Mental wird dabei oft lediglich als „Krisenbewältigung“ verstanden, bei welcher mentales Golf sehr erfolgreich und praxisbezogen unterstützen kann. Golf Mental bietet allerdings wesentlich mehr: Möglichkeiten und Instrumente, das eigene Spiel grundlegend so zu gestalten, dass mögliche Krisen von vorneherein vermieden werden und das individuelle Golf-Können uneingeschränkt gespielt werden kann - so zu golfen wie man / frau kann, frei von (selbstgemachten) Störungen Druck, Ablenkungen, Einschränkungen.
 
Vielleicht kommt Ihnen Folgendes bekannt vor:

- Schlaflose Nacht vor dem Turnier

- Zittern am ersten Abschlag

- Vor Zuschauern gelungene Mishits

- Endlich Durchspielen dürfen - und dann den Schlag versemmelt

- „Der muss aber jetzt rein“ - leider daneben

- Lang und gerade auf der Range - Slice, Fade, Push, Pull, Draw, Hook auf der Runde

- Vermeintlich entspannt und gelassen - und trotzdem wird der Schlag nichts

- Den Schwung kontrollieren (wollen) - Ergebnis Mishit

- An kaum einem Schlag etwas Gutes finden können, vom gesamten Spiel ganz zu schweigen

- Immer noch Ärger an Loch 12 über den Mishit an Loch 9

- Bis Loch 15 einen exzellenten Score gespielt, auf den letzten drei Löchern

- Ein „wichtiger“ Schlag - aus Vorsicht zu kurz gelassen

- Glücklicherweise den Ball noch im Rough gefunden - und druckvoll noch tiefer hineingeschlagen

- Beim Ansprechen abgelenkt, trotzdem geschlagen - leider misslungen

- Rollen des Balles auf der Puttlinie und Ins-Loch-Fallen deutlich visualisiert - trotzdem daneben

- Den Probeschwung als „gut so“ gefühlt - dennoch ein Mishit

- Ein gelungener Drive - Kommentar: „wurde ja auch mal Zeit“

- Ein weiterer Chip fernab vom Ziel - „na ja, war ja klar“

- Wieder erst nach 3 Löchern ins Spiel gekommen

- Sofort im Spiel, aber nach drei Löchern abgeschaltet

- „Heute kam ich nie so richtig ins Spiel“

- Nur noch ein 60cm-Putt: “kein Problem“ - und locker vorbeigeschoben

- Verspannung, Ärger, Unlust wahrgenommen - trotzdem geschlagen

- „Aus der Runde wird nichts mehr, kann auch sofort aufhören“

- Misslungener Schlag und Ärger als Reaktion

- Gelungener Schlag und gleichgültige Reaktion

- „Bei meinem Können müsste ich doch mindestens HCP … spielen“

- Der Flight vorne macht seine eigene Golfetikette - stehen und warten und die Gelassenheit schwindet

- Durch die nette Unterhaltung mit dem Flightpartner aus der Konzentration gebracht

- Negative Selbstgespräche während der Runde

- Perfekte Übungs-Annäherungen auf dem Pitching Green - aber auf dem Platz (regelmäßig) in den Bunker gespielt

- Keine Schwierigkeiten, Carry 100m zu schlagen - und trotzdem den Ball im Teich versenkt

- Entspannte, genussvolle private Runden - dagegen Stress im Turnier

- Ihre Scores weisen große Schwankungsbreiten auf

- Ein neuer Schläger - und trotzdem ändert sich nichts

- Mit dem Ziel, das HCP zu unterspielen in die Saison / das Turnier gegangen - hat leider nicht funktioniert

- „Eigentlich kann ich golfspielen - bekomme es nur nicht umgesetzt“

- Ihre Ergänzungen

 
Wer Golf nur als technisches Können plus richtige Ausrüstung versteht, ist beim MentalGame falsch. Denn hier geht es um Golf mit Kopf und Körper. Muskeln haben kein Gedächtnis, das Gehirn schon. Unsere Schaltzentrale steuert, ob der Schwung jetzt gerade so sein darf, wie erwünscht, ob und wie Störungen, Ablenkungen, mental-emotionale Barrieren, Hemmnisse, Einstellungen, Selbstprogrammierungen, Selbstsicht, Selbstvertrauen, Glaubenssätze, Mentalität, Angst, Druck, Furcht, Konzentration, Atmung, Ent- oder Anspannung ... beeinflussen. Möglichkeiten, unsere Schaltzentrale in Richtung unserer Ziele, Genuss und angestrebter Resultate zu steuern, bietet “Golf Mental” = MentalGame Coaching.
 
“It’s a mental battle. The brain knows what it wants to do, but the muscles won’t respond.“
David Leadbetter über David Duval während dessen Krisenphase.
 
Ambitionierte GolferInnen versuchen immer, besser zu werden, an Potential hinzuzugewinnen, weiterzukommen, sich einen Vorsprung zu verschaffen. Eine neue Legierung im Schlägerbau, ein werbetechnisch gut verkaufter Luxusputter, richtig festgedrehte Schrauben am Driver, Nahrungsergänzungen und -zusätze oder kühn konstruierte Übungshilfen und andere Accessoires versprechen (leichte) Abhilfe. Mentale Stärke lässt sich nicht im Golfhandel kaufen - aber erarbeiten. Mehr und mehr GolferInnen erkennen, dass ihr Gehirn ihr bestes Trainingswerkzeug ist.
 
Mentale Stärke ist erschwinglich und ohne negative Nebenwirkungen.
 
„Ich habe mich dazu angehalten, mich nur auf jedes Loch und jeden einzelnen Schlag zu fokussieren, um ruhig zu bleiben und habe mir selbst gesagt, dass ich gut genug bin, den Titel zu gewinnen. Mein Caddie hat hervorragende Arbeit geleistet, mich in der Gegenwart zu halten, was mir auch geholfen hat, mir nicht (im Kopf) vorauszueilen. Eine Menge wurde über all die „Toiletten-Besuche“ geschrieben, die ich auf den Back Nine machte. Was die meisten Leute nicht wissen, ist, dass diese nicht aus Nervosität erfolgten oder weil ich zuviel Wasser getrunken hätte. Ich habe diese Unterbrechungen genutzt, um Augenübungen zu machen, die mich frisch hielten und, im wahrsten Sinne des Wortes, meinen Fokus schärften.

Michael Campbell über seine Finalrunde bei den 105. US-Open in Pinehurst auf die Frage, wie er damit umgegangen sei, Tiger Woods (2 Schläge Abstand) im Nacken zu haben.
 
Golf Mental beschäftigt sich individuell mit Ihrem mentalen Spiel, Ihren Einstellungen, Erwartungen, Umgang mit Störungen, Schlag- / Rundenvor- und -nachbereitung, Selbstgesprächen, Gefühlen, Ängsten, Druck, auch Ärger, Selbstbild, Selbstvertrauen, Fokus und Konzentrations- und Entspannungsfähigkeit im richtigen Moment und manch anderem Schwung- und Score-Entscheidendem mehr.
 
„Das HC ist nur im Kopf“ ist von manchen zu hören. Nein, so simpel ist es dann auch nicht: Technik, Fitness und Ernährung (vor und während der Runde) spielen ebenfalls ihre wichtige Rolle. Wenn etwa ein Schwung danebengeht, weil die Koordinationsfähigkeit durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr gelitten hat oder der Blutzuckerspiegel durch den Biss ins Falsche hochgefahren wurde (um dann wieder tief zu fallen), muss nicht über Fehler bei Technik oder Mentalem gegrübelt werden.

Ein gutes Mental Coaching, das Golf auch als Selbstmanagement versteht, baut entsprechende Vorkehrungen und Abhilfen ein.
 
Mentale Stärke kommt nicht durch das Lesen eines Buches oder Artikels. Für mentales Golf-Können und Fähigkeiten braucht es - wie beim Schwung - eine Bestandsaufnahme Ihres individuellen mentalen Spiels, die zu Ihnen passenden Veränderungsstrategien und -instrumente, konsequentes Training und Praxis.
Die Möglichkeit, mit Golf Mental, besser zu golfen, besteht. Wie heißt es so treffend: „Wir haben die Wahl“ oder „Weiterkommen und Erfolg sind freiwillig“.

Dr. Wolfgang Kuner
 

Das Buch von Dr. Wolfgang Kuner: Golf – Fokussieren auf den Schlag

Nachwort: Dr. Kuner verstarb am 12.4.2017. Trotzdem belassen wir alle seine Beiträge auf Cybergolf.de, weil ich sonst niemanden kenne, der das Thema Mentalgolf mit einer solchen Kompetenz behandelt hat wie Dr. Kuner. (ep)

 

 

 

 

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