16.09.2019 - 06:14 Uhr

Was tut sich auf dem Markt. Das Jahr 2019 in Bezug auf den Driver-Markt wird dominiert von den Marketingaussagen zum Thema Schlagfläche.

Die Storys reichen vom Präzisionsfräsen auf der CNC-Maschine, über Schlagflächenoptimierung mit Hilfe von AI-Supercomputern bis hin zu einer Unterspritzung mit einem EVA Material, um eine eigentlich illegal schnelle Schlagfläche individuell möglichst nahe an die zulässige Maximalgeschwindigkeit des Ballabpralls zu modifizieren. Kurzum – es dreht sich alles um das Thema Längenoptimierung.

Doch was verbirgt sich hinter all dem – und natürlich viel wichtiger – hat es für den jeweiligen Spieler einen Performancevorteil? Ein Blick in die Golfregeln, in denen auch die Frage nach der Zulässigkeit des jeweiligen Materials geklärt wird, verrät einem sachkundigen Leser schnell, dass schon vor vielen Jahren eine Obergrenze für eben diese Abprall Geschwindigkeit festgelegt wurde. Die erfahreneren Spieler unter uns können sich sehr wahrscheinlich noch an die sog. Plus-Modelle verschiedener Hersteller erinnern, die etwas höhere Ballgeschwindigkeiten ermöglicht hatten. Diese sind aus den allermeisten Märkten inzwischen verschwunden und fristen nur noch ein Nischendasein. Wenn es jedoch ein Limit auf der Seite der Ballgeschwindigkeit gibt und Hersteller schon lange das Wissen darüber haben, dass man dieses Limit bautechnisch auch ausreizen kann – wie kann es dann noch zu einem theoretischen Längengewinn bei einem neueren Driver-Modell kommen?

Nimmt man sich an dieser Stelle die Zeit, um ältere Driver-Modelle mit neueren zu vergleichen, so wird schnell klar, dass die Unterschiede bei sehr guten Treffern oft nur minimal sind. Vor allem, wenn es gelingt, die jeweils getesteten Modelle so ähnlich, wie handwerklich machbar, zu bauen. Wenn das ältere Modell bei einem Sweetspottreffer das Regelwerk schon damals ausgereizt hat, dann wird die reine Ballgeschwindigkeit nicht signifikant unterschiedlich sein. Im Rahmen unserer täglichen Arbeit im Fitting stellen wir genau das auch immer wieder fest. Es gibt manche ältere Produkte, die einfach hervorragend funktioniert haben und auch ein aktuelles Modell schafft es dann nicht, einen messbaren Vorteil zu erzeugen. Interessant wird allerdings im zweiten Schritt oft der Vergleich von nicht optimalen Kontakten. Hier stellt man sehr schnell fest, dass Driver jüngeren Baujahrs hier oft einen messbaren und teilweise signifikanten Performancevorteil haben. Der Verlust an Ballgeschwindigkeit bei einem außermittigen Treffer ist im direkten Vergleich zu einem älteren Driver in sehr vielen Fällen deutlich geringer. Dies führt dazu, dass der Unterschied der erzielten Längen nicht so stark schwankt, was uns Golfern auf dem Platz das Leben deutlich leichter macht. Wenn der gute und der schlechte Schlag keine 50 Meter auseinander liegen, sondern nur noch 15 Meter, wird Golf ein gutes Stück berechenbarer. Leider kann man auch mit einem aktuellen Topmodell noch einen richtigen schlechten Schlag machen. Aber Golf ist nun mal kein Hallen-Halma, was für die allermeisten auch den Reiz dieser Sportart ausmacht.

Der allergrößte Vorteil der neuen Fertigungsmethoden wird in letzter Konsequenz folgender sein: Die Unterschiede zwischen einzelnen Drivern aus der gleichen Produktionscharge wird nicht mehr so groß sein. So wird gewährleistet, dass der nach dem Fitting ausgelieferte Schläger sich auch wirklich verhält, wie das Modell aus dem Fittingcart. Das war vor ein paar Jahren leider nicht immer der Fall. Insofern können wir als Fitter jede Innovation, die zu einer konstanteren Produktionsqualität bei der Serienfertigung führt, nur begrüßen.

Und egal, ob CNC gefräst, Computer unterstützt berechnet, mit Speedfoam hinterspritzt oder im Präzisions-Schmiedeverfahren gefertigt – die ersten Eindrücke der Driver-Generation 2019 sind positiv. Die Anzahl sehr guter Produkte nimmt konstant zu und die Auswahl wird von Jahr zu Jahr größer. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die kommenden Fittings.

Mit sportlichen Grüßen,

Michael Welwarsky

Clubmate Golf by Fitting Factory
Darmstädter Str. 33
D-64319 Pfungstadt-Eschollbrücken
Telefon: 06157-80366-40
http://clubmategolf.com/

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