22.08.2019 - 06:48 Uhr

Dass der Profi-Golfsport in Deutschland nur durch die kriminellen Machenschaften der Abgas-Betrüger finanziert werden kann, ist eine bedauerliche Tatsache, die für das Image des deutschen Golfsports anlässlich der aktuellen Golf & Ökologiediskussion nicht gerade förderlich ist. Nachfolgend möchte ich auf einen Text hinweisen, der als Nachwort in meinem aktuellen Buch "Notizen eines Barfußgolfers" erschienen ist.

Seit 1972, seit dem Bericht des Club of Rome, der unter dem Namen "Grenzen des Wachstums" erschien, wissen Verantwortliche in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft wissen, was auf uns zukommt, wenn die Menschheit das Ruder nicht rumreißt.

Seither müssten wir alle, insbesondere die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft, wissen, was auf uns zukommt, wenn die Menschheit das Ruder nicht rumreißt. Aber weder wir noch die politisch Verantwortlichen haben das Ruder seitdem rumgerissen, ganz im Gegenteil: Die zarten Pflänzchen ökologischen Bewusstseins, die in den letzten 40 Jahren entstanden sind, werden neuerdings wieder von Habgier, Dummheit und Ignoranz zertreten.

Lobbyisten sorgen dafür, dass Klimakonferenzen ohne Konsequenzen bleiben und kleine Fortschritte bei Umweltgesetzen werden von populistischen Trumpeltieren rückgängig gemacht. Während die Agrar-Industrie Gülle, Gift und gesundheitsgefährdende Produkte produziert, stöhnt sie, dass sie sich wegen gesetzlicher Beschränkungen der Gen-Technik nicht rechtzeitig auf hitzebeständige Getreide-Sorten habe umstellen können: Neue, hitzefeste Sorten müssten gezüchtet werden. Ach ja, wirklich? Was ist mit der Vielfalt der Getreide-Sorten, die seit Jahrhunderten in Afrika und dem Nahen Osten angebaut wurden? Wurden die alle in Tütchen verpackt und auf Spitzbergen in der Genbank für Kulturpflanzen gebunkert? (Projektbeteiligt sind die größten Räuber unserer Zeit: Bill Gates, die Rockefeller-Stiftung, Monsanto und Syngenta.)

1995 schrieb ich im letzten Kapitel vom „Weg der weißen Kugel“ – und erstmals zum Thema Golf und Ökologie –, „dass viele Golfer und Golfclubs noch immer nicht kapiert haben, dass das ganze nervige Öko-Gedöns zu einer Überlebensfrage der Menschheit geworden ist“.

Heute, ein Viertel Jahrhundert später, wo uns die Brocken um die Ohren fliegen, ist das ganze nervige Öko-Gedöns nur noch Makulatur, denn auch heimatliche Golfplätze verdorren oder können in der Regel nur mit großen Mengen Wasser am Leben erhalten werden.

Was bedeutet das? Wenn der globale Temperaturanstieg begleitet durch weitere Hitzewellen anhält, dürfte diese Entwicklung, selbst in einem der wasserreichsten Länder der Erde, für manche Golf-Anlagen das Aus bedeuten! Nicht nur wegen verdorrender Fairways, sondern auch, weil sich viele Spieler der älteren Generation (demografischer Wandel) die Golfrunde aus gesundheitlichen Gründen verkneifen müssen. 

Manche Anlagen werden aus Kostengründen vielleicht nur noch 9 Loch bewirtschaften können und immer mehr Spieler werden sich überlegen, ob eine Voll-Mitgliedschaft Sinn macht, wenn der Platz im Winter schneebedeckt ist, im Frühjahr überschwemmt und im Sommer wegen der Hitze nicht gespielt werden kann.

Das traditionelle Golfspiel war einst ökologisch so unbelastet wie ein Spaziergang mit der Familie. Beim modernen Golfspiel sieht das jedoch ganz anders aus und deshalb wird sich vieles dramatisch verändern, ob es uns passt oder nicht.

„Nach uns die Sintflut“, haben Verantwortliche in Politik und Wirtschaft (darunter viele Golfer) jahrelang gelebt und entsprechend nicht gehandelt. Jetzt mehren sich die Zeichen einer Sintflut und wir alle müssen dringend handeln, indem wir Alten jene Jungen unterstützen, die sich für die Rettung unseres Planeten engagieren. Denn sonst heißt mein letztes Buch „Notizen eines Unterwassergolfers“

PS: Ich bin gespannt, welche Lösungen sich unsere Großkopferten ausdenken werden (auf die man nicht bereits vor 40 Jahren hätte kommen können).

Euch allen wünsche ich kühlen Wind, ausreichend Regen und genussvolle Runden auf neu ergrünten Fairways.

Ihr /Euer

Eugen Pletsch

[1] Der Weg der weißen Kugel, BOD, 

 

 Die Plätze verdorren oder können nur mit einem unvertretbaren Wasseraufwand am Leben erhalten werden. 

Foto: Sabine Oelmann

Foto: Sabine Oelmann

Fotos: Sabine Oelmann

Danke an das Golfsportmagazin: http://www.golfsportmagazin.de/golfnews/klimaveraenderung-wasser-wird-fuer-golfanlagen-immer-wichtiger/?utm_source=dlvr.it&utm_medium=facebook 

 

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„Notizen eines Barfußgolfers" ist eine für die Buchfassung überarbeitete Auswahl an Texten, die der Golfautor Eugen Pletsch in seinem renommierten Blog (cybergolf.de) zwischen 2006 und 2018 veröffentlicht hat. Kommentare zu aktuellen Golf-Themen, Szene-sezierende Glossen, Golf-philosophische Betrachtungen, praktische Tipps und stille Hinweise auf das mystische Geheimnis dieses eigenartigen Spiels, dem der Autor in seiner mittlerweile 30jährigen Wanderung (...)

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