21.07.2018 - 03:50 Uhr

Vorbereitung

schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich eine ruhige Wasserfläche vor, in die kleine Steinchen fallen und konzentrische Wellenkreise bilden. Damit entspannen Sie die Augenmuskulatur und gleichzeitig die Produktion innerer Bilder.
Denken oder sprechen Sie leise ein langes, offenes ooooh! (wie in "Wolke"), als Ausdruck des Staunens.
Damit entspannen Sie ihre Sprechwerkzeuge und gleichzeitg die Aktivität des inneren Monologs.

Übung 1

Lockern und Erden

Stellen Sie die Füße etwa Schulter weit auseinander. Lockern Sie alle Gelenke, achten Sie besonders auf das Hüftgelenk. Gehen Sie dabei wie folgt vor: Fühlen Sie zunächst Ihr Gewicht auf die Fußsohlen sinken. Nehmen Sie langsam eine Haltung ein, als wollten Sie einen Sprung nach vorne machen. Achten Sie dabei darauf, das Gewicht gleichmäßig verteilt auf beiden Fußsohlen zu lagern.
Stellen Sie sich vor, Ihr Gewicht würde tief in den Boden sinken, Wurzeln schlagen, die tief reichen und Kraft aus der Erde ziehen.
Machen Sie nun mit dem ganzen Körper leicht federnde Bewegungen. Dabei lockern Sie nach und nach von oben nach unten alle Muskeln in den Schultern, im Rücken, um die Hüften und in den Beinen.
Danach bleiben Sie ruhig stehen, legen Sie beide Hände übereinander auf den Unterbauch und spüren Sie die Kraft aus der Erde durch Ihren Körper strömen.


Übung 2

Zentrieren

Kreisen Sie die Hüften, sanft und langsam. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf jenen Punkt, der beim Kreisen der Hüften unten bzw. innen liegt, nicht auf jenen, der gerade nach aussen geschoben wird. Kreisen Sie 10 mal nach rechts und 10 mal nach links.
Achten Sie darauf, mit dem Kopf an der gleichen Stelle zu bleiben und nicht auch mit dem Oberkörper zu kreisen. Nun stehen Sie bitte wieder gerade, mit dem Gleichgewicht auf beiden Füßen und mit gelockerten Gelenken.
Legen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Scheitelpunkt des Kopfes. Achten Sie darauf, den Nacken gestreckt zu halten. Wenn Ihnen der Punkt deutlich bewusst ist, dann fällen Sie innerlich von dort ein Lot zu dem Punkt in der Mitte zwischen Ihren Füßen.
Legen Sie Ihre Aufmerksamkeit sehr zielgerichtet auf diesen Punkt, ohne das Bewußtsein für Ihren Scheitelpunkt zu verlieren. Falls Ihnen das zu Anfang schwer fallen sollte, lassen Sie sich davon nicht irritieren, sondern fahren Sie mit der Übung weiter fort.
Nun richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf einen Punkt auf dem Lot, ungefähr 3cm unterhalb des Bauchnabels. Wenn Ihnen der Punkt deutlich bewusst ist, beginnen Sie wieder mit dem Kreisen der Hüften. Dabei sollte die niedrigste Stelle nun immer auf oder sehr nahe um Ihren zuletzt ermittelten Punkt liegen.
Achten Sie darauf, die Schultern entspannt und den Nacken gestreckt zu lassen.
Wenn Sie die Kreise in beide Richtungen 10 x wiederholt haben, stehen Sie wieder aufrecht.


Übung 3

Focus

Der Erfolg dieser Übung mag einige Zeit dauern. Es kann auch vorkommen, dass Sie den Eindruck gewinnen, Rückschritte zu machen. Lassen Sie sich davon nicht irritieren, sondern fahren Sie geduldig und regelmäßig mit der Übung fort. Sie sollten dafür anfangs täglich zwei Mal zwei Minuten reservieren und langsam auf  fünf Minuten steigern. Die Übung muss entspannt und mit Gelassenheit durchgeführt werden.  Unterscheiden Sie deutlich zwischen dem, was geschieht und zwischen dem, was Sie glauben, dass es geschieht. 
Sie können dabei stehen oder sitzen.

Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf den Bereich zwischen Ihren Augenbrauen. Sie werden dort ein mehr oder minder großes Feld diffuser Helligkeit wahrnehmen. Lassen Sie dieses Feld sich langsam verdichten und damit das Licht klarer werden. Je kleiner das Feld wird, desto heller wird das Licht. Wie gesagt mag dieser Teil schon einige Zeit des Übens erfordern.

Wenn der Lichtpunkt maximal den Durchmesser von 1 cm hat, können Sie zum zweiten Teil der Übung übergehen. Überstürzen Sie nichts, gehen Sie geduldig vor. Lassen Sie dann den Lichtstrahl bis in die Mitte des Kopfes eindringen.
Sie müssen sich dieses Vorganges sehr bewusst sein. Anfangs wird auch hier zunächst ein diffuses Bild entstehen. Arbeiten Sie geduldig aber gelassen weiter. Versuchen Sie auch den Lichtstrahl weiterhin zu verdichten.

Wenn Sie das gewünschte Ergebnis erreicht haben, gehen Sie zum dritten Teil über. Sie werden den Eindruck haben, dass das Licht von aussen in Sie eindringt. Es mag auch die Versuchung auftreten, das Licht im Kopf sich ausbreiten zu lassen. Dies zuzulassen vermittelt ein sehr angenehmes, entspanntes Gefühl. Widerstehen Sie bitte diesem Drang.
Ihre Aufgabe besteht nun darin, den Lichtstrahl umzukehren und aus dem Zentrum Ihres Gehirns in die Welt zu leuchten. Versuchen Sie auch hierbei weiterhin den Lichtstrahl zu verdichten. Lassen Sie anfangs das Licht wechselnd herein und hinaus strahlen, um sich nicht zu sehr anzustrengen. Diese Übung stärkt Ihre Willenskraft und hilft Ihnen, ein Ziel fest im inneren Blick zu behalten.


Übung 4

Leere

Diese Übung baut auf die vorher gehenden auf und kann deshalb erst begonnen werden, wenn Sie die 3.Übung gemeistert haben.

Nachdem Sie nun gelernt haben, Ihr inneres Licht gezielt und focussiert nach aussen zu lenken, dürfen Sie sich eine Weile entspannen und das Licht wieder von aussen nach innen leuchten lassen.
Stellen Sie sich in der Mitte Ihres Kopfes, dort wo das von aussen kommende Licht auftrifft, einen um 45° geneigten Spiegel vor, der das Licht senkrecht nach unten in Ihren Körper leitet. Dort trifft es auf jene innere Mitte, die wir schon in der 2. Übung kennengelernt haben, ca. 3 cm unterhalb des Bauchnabels. Hier sammeln wir zunächst das Licht und verdichten es zu einer extrem hellen, kleinen Kugel.
Auch dieser Prozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen, doch inzwischen dürften Sie auch schon in Geduld und Gelassenheit
geübt sein. Setzen Sie den Prozess des Sammelns und Verdichtens kontinuierlich fort. Sie werden schon jetzt eine große Kraft in sich verspüren. Diese Kraft wird es Ihnen auch leicht machen der Versuchung zu widerstehen, das Licht im Körper sich ausbreiten zu lassen. Wenn Sie dem nachgeben, wird sich Ihre Kraft nach und nach verflüchtigen, Sie werden die Übung aufgeben und alle Mühe war umsonst.
Wenn Sie aber in Ruhe und Geduld weiter an sich arbeiten, werden Sie eines Tages von einem Erlebnis überrascht werden, dass sich mit Worten nicht beschreiben lässt. Beim Golf werden Sie eins sein mit dem Spiel. Es gibt keinen Unterschied mehr.
Sie, der Ball, der Schläger, der Platz, das Loch - so lange diese Phänomene voneinander getrennt sind, werden Sie kämpfen, wenn es keinen Unterschied gibt, wird es ein Spiel.

Abschlussübung

Reiben Sie die Hände aneinander und zwar derart, dass die Fingerspitzen beider Hände ineinander greifen. Halten Sie die Handflächen vor die geöffneten Augen, um das Qi einwirken zu lassen.
Dann reiben Sie mit den Handflächen über die Stirn, nach außen über die Schläfen, die Wangen, dann nach innen zur Nase und wieder zurück. Wiederholen Sie diese Reibung mehrmals.
Legen Sie die Handflächen auf die Ohren und kreisen Sie mehrmals von vorne hoch, nach hinten und wieder runter.
Zum Abschluss pressen Sie die Hände fest auf die Ohren und ziehen sie dann plötzlich weg.
Kämmen Sie mehrmals mit beiden Händen abwechselnd von vorne nach hinten über den Kopf. Danach reiben Sie zunächst mit der linken, dann mit der rechten Hand den Nacken.
Reiben Sie noch einmal die Hände aneinander und danach streichen Sie kräftig mit kreisenden Bewegungen über die Nierenregion.
Legen Sie die Hände übereinander auf den Unterbauch, spüren Sie, wie das Qi sich im Unteren Dantian sammelt. 

Viel Erfolg!


Yürgen Oster, ist Qi Gong & Tai Ji Quan Ausbilder, Jahrgang 1949. Nach seinem Kunststudium erfuhr er seine TaiJi Quan und Qi Gong Ausbildung bei mehreren chin. Großmeistern.
Sein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt besteht in der Inntegration der asiatischen Energiearbeit in den westlichen Alltag. Er berät bekannte deutsche Unternehmen u.A. zum Thema Stressvermeidung und Stressmanagement.

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Yürgen Oster
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All © by Yürgen Oster

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