20.06.2019 - 12:10 Uhr

John Letters Blades

Eine bei der Golfindustrie äußerst unbeliebte Golfweisheit besagt, dass das Geld für einen neuen Driver besser in Golfstunden angelegt ist, denn Konstanz im Spiel ist für uns Amateure wichtiger als zusätzliche Länge.

Andererseits kolportieren böse Stimmen, dass manche PGA Pros selbst keinen Ball treffen und es betriebswirtschaftlich ohnehin für wenig sinnvoll halten, ihren Golfschülern allzu schnelle Fortschritte aufzudrängen. Also was tun? Driver kaufen oder Stunden buchen? Die Antwort liegt in der goldenen Mitte: Der Pro verkauft seinem 70jährigen Golfschüler einen 9,5 Grad Driver mit Stiff-Shaft zum Sonderpreis, womit der Grundstein für viele Golfstunden gelegt ist!

Eine weitere, bei der Golfindustrie äußerst unbeliebte schottische Golfweisheit besagt, dass die einmalige Anschaffung von drei neuen Golfbällen für ein ganzes Golferleben ausreicht, denn wer auf seiner ersten Runde drei Bälle verballert und bei der Suche nicht genug Bälle findet, um weiterspielen zu können, hat ohnehin kein glückliches Golferleben zu erwarten. In dem Fall sollte er/sie die weiße Kugel sausen lassen, um wieder dem gelben Ball auf rotem Sand hinterher zu hecheln.

Wer jedoch andere Bälle findet, darf hoffen und wer seinen Ball achtet, sorgsam hütet und liebevoll mit ihm spricht, kann erwarten, dass der Ball lernt, auf seinen Spieler zu hören. Wer hat nicht schon mal seinem Ball nachgebrüllt?

Auch Profis auf der Tour brüllen, stöhnen und flehen, denn "bite!" und andere Befehle kann der Ball erwiesenermaßen auf bis zu 200 Metern Entfernung hören.

Wie das, werden Sie fragen? Wie sollte denn ein Ball hören, wo er doch keine Ohren hat? Glauben Sie mir: Ein Ball KANN HÖREN und wenn Sie ihm einen hübschen Namen geben und ihn beim Reinigen sanft streicheln, wird er anders reagieren, als wenn sie ihn ständig beschimpfen. Denn dann wird sich der Ball rächen und bei nächster Gelegenheit ins Rough flüchten.

Eine dritte Golferweisheit besagt übrigens, man solle nicht zu viel denken und unbedingt den Kopf unten lassen. Darauf baut die aktuelle Golf-Verbandspolitik ihre Luftschlösser, denn würde das, was derzeit an Modernisierungen angerichtet wird, von denkenden Golfern aufrechten Hauptes erfasst werden, würden sich viele fassungslos an den Kopf greifen.

Beliebte Golfweisheiten

Und jetzt möchte ich Ihnen ein paar beliebte Golfweisheiten vorstellen, die unter erfahrenden Golfern weltweit als allgemeingültig angesehen werden.  (Quelle: Englischer Golfer-Volksmund)

1. Egal wie schlecht Du spielst, es kann noch schlimmer kommen.

2. Vermeide vor dem Schlag mehr als 100 Schwunggedanken gleichzeitig.

3. Wenn Du über ein Wasserhindernis spielst, nimm einen Schläger mehr als Du denkst – oder stecke zwei weitere Bälle ein.

4. Je weniger Talent ein Spieler hat, umso mehr redet er über den Golfschwung.

5. Ein Golfspiel ist ein Vergleich Deiner Fähigkeiten mit dem Glück Deines Gegners.

6. Es ist offensichtlich einfacher, einen 15-Meter-Putt zu lochen, wenn man bereits mit acht Schlägen auf dem Grün liegt.

7. Manche Golfer legen Divots nur nach einem perfekten Schlag zurück.

8. Es gibt zwei Arten, wie ein Ball verspringen kann: den unfairen Bounce und den, der genauso springt, wie man das geplant hatte.

9. Die Wahrscheinlichkeit, mit seinem Ball zwei Hektar Land zu treffen, liegt bei 10%, dagegen liegt die Wahrscheinlichkeit, einen 2 cm dicken Ast zu treffen, bei 90%.

10. Der Ball, den Du bereits aus 50 Metern im Rough liegen siehst, ist niemals Deiner.

11. Liegt ein Ball am Rand und einer im Bunker, ist Deiner stets der Ball im Bunker.

12. Liegen zwei Bälle im Bunker ist Deiner der Ball, der in einem Fußabdruck liegt.

13. Kaufe keinen Putter, bevor Du nicht weißt, ob er gut fliegt, wenn Du ihn wirfst.

14. Hindernisse ziehen einen Ball an, während Fairways auf den Ball offensichtlich abstoßend wirken.

 

Auszug aus "Anmerkungen für Golfreisende" von Eugen Pletsch, BOD, ISBN: 9783741271045

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