In englischen Golfzeitschriften gibt es die Tradition, einen Brief des Monats zu veröffentlichen. Der nachfolgende Brief gibt mir die Hoffnung, mit einer solchen Tradition auch auf Cybergolf beginnen zu können.Der Autor möchte anonym bleiben, was ich OK finde, solange er mir nicht anonym schreibt. Ihre / Eure Leserbriefe über Gott, Golf und die Welt sind herzlich willkommen! (ep).
Sehr geehrter Herr Pletsch,
(...) Momentan beschäftige ich mich sehr mit den weiterhin steigenden Preisen für Golfrunden in Deutschland.
Immer mehr kommt in mir das Gefühl hoch, dass es nicht erwünscht ist, den Golfsport in Deutschland zu einer Sportart für " Jedermann" zu machen.
Während sich auf der einen Seite gehbehinderte 80ig jährige in Begleitung ihrer Eltern über die Bahnen schleppen und modebewusste Damen mit Clubvorgabe 54, die neueste vom Mann finanzierte Golfinokollektion zur Schau tragen, bleiben sportambitionierte junge Talente dem Golfsport fern. Die Preise haben sich in den letzten Jahren wieder so gesteigert, dass eine 18 Lochrunde am Wochenende unter 70 Euro fast nicht mehr zu haben ist. Dabei spreche ich nicht mal von Plätzen wie St.Leonrot usw. sondern von schlechtgemähten Wiesen mit ungepflegten Grüns....Tendenz steigend.
Rechne ich mal eine Golfrunde in der 80 Kilometer entfernten Pfalz mit Anfahrt und anschliessendem Bier gepaart mit fester Nahrung für meine Ehegattin und mich, dann sind 250 Euro für einen Samstag Nachmittag schnell weg. ( in DM darf man das gar nicht umrechnen sonst verliert man vollkomm die Relation )
Anstatt den Bau von öffentlichen Plätzen mit Hilfe von Städten und Gemeinden zu forcieren tragen längst wieder stramme Aufnahmegebühren für "besondere" Clubs zum verstaubten Bilds eines "Sports nur für Reiche" bei. Nicht zuletzt trägt auch der DGV mit seinen unterschiedlichen Mitgliedskarten und der "Bestrafung" der Fernmitgliedschaften durch noch mal höhere Greenfeepreise dazu bei.
Schaue ich in die Clubs der Nachbarschaft so erkenne ich jede Menge Menschen die Golf als Wanderung mit gelegentlichen Schlägen nach einem kleinen Ball betrachten. Als Sport mit Freunde auch an Training und Übung oder gar als körperliche Ertüchtigung sehen es die wenigsten. In keiner Sportart habe ich bis dato so viele im Prinzip vollkommen unsportliche
Menschen gesehen. ....nicht mal bei Schach.
Vielleicht wünscht sich einfach der ein oder andere Arzt nicht unbedingt gegen einen Maurer verlieren zu müssen?....Vielleicht hat aber auch nur das Auftreten einiger
sportlich talenter "Normalbürger" die golferische Leistung eines manchen ganz von sich selbst überzeugten Porschefahrers relativiert?
Mit sporlichem Gruss
AT














