Um Turniere mitspielen zu können, brauchen Sie hierzulande die bereits mehrfach erwähnte „Platzerlaubnis“ in der ein Golflehrer oder Prüfer bescheinigt, dass Sie eine Mindestqualifikation besitzen, um sich angemessen auf dem Golfplatz zu bewegen, ohne sich und andere zu gefährden.
Kurse zur Erlangung einer Platzerlaubnis (PE)/Platzreife nach den Vorgaben des Deutschen Golfverbandes (DGV) werden mittlerweile von fast allen Golfclubs angeboten. Diese Idee ist an sich nicht schlecht, aber die Kurse sind von sehr unterschiedlicher Qualität und mancher, der seinen Golfführerschein „bestanden“ hat, unterliegt dann dem fatalen Irrtum, jetzt Golf spielen zu können. Dabei ist diese Platzreife/Platzerlaubnis (PE) nur eine Art „Grundausbildung“, wie das Wolfgang Hollinger von Easy Golf nennt, um das Spiel auf dem Platz kennenzulernen, bis man sich das international anerkannte Handicap 36 erspielt hat.
Den Richtlinien der offiziellen DGV-Platzreife „haben sich nahezu alle deutschen Clubs als Qualitätsstandard verpflichtet und akzeptieren diese DGV-PE auch bei der Aufnahme neuer Mitglieder. Allerdings hat jeder Golfclub sein eigenes „Hausrecht“ und entscheidet selbst, wer auf der Anlage spielen darf und wer nicht. Selbst als offizielles Mitglied eines Golfclubs hat man nicht das Recht auf jedem anderem Golfplatz der Welt spielen zu dürfen. Einzelne Golfplätze erlauben das Spielen nur Ihren eigenen Mitgliedern. Die meisten Golfanlagen in Urlaubsgebieten begrenzen die Spielmöglichkeit auf ein bestimmtes Spielniveau (HCP 36/28) oder erlauben schwächeren Spielern die Benutzung der Anlage nur zu bestimmten schlecht frequentierten Zeiten. Deshalb sollte man sich immer vorher in dem Golfclub seiner Wahl über die dortigen Bestimmungen erkundigen. Viele Golfclubs in Deutschland erlauben das Spielen nur mit der DGV-Platzerlaubnis. Sehr viel einfacher wird es aber mit einer entsprechenden Clubmitgliedschaft, die man ja auch zur Dokumentation seines Spielniveaus benötigt.“*
Beim „Golfführerschein“ müssen Sie einen theoretischen und einen praktischen Teil absolvieren, was herrliche Prüfungsängste auslöst und dafür sorgt, dass Bücher über mentales Golftraining Renner bleiben. Gottlob gibt es für nervenschwache Manager immer noch die Bakschisch-Option, mit der man auch auf den Platz kommt, ohne sich dem ganzen Stress auszusetzen, denn für Persönlichkeiten auf Führungsebene ist ein Schnupperkurs mit ganz normalen Steuerzahlern einfach nicht zumutbar – schon aus zeitlichen Gründen. In dem Fall steigt man zum Beispiel als Turniersponsor ganz oben ein und darf dann sofort auf den Platz. Während man von seinem neuen Kumpel, dem Clubpräsidenten, lernt, wie man mit dem Buggy über das Vorgrün brettert, ist man sozusagen schon dabei … aber lassen wir das, sonst rege ich mich nur auf… .
Wenn Sie also die »Etikette« beherrschen und irgendwann vom Üben so verzweifelt und verwirrt sind, dass Sie schier platzen könnten, dann erteilt Ihnen Ihr Golflehrer nach entsprechender Prüfung die »Platzreife«. Jetzt können Sie Ihr Handicap bei vorgabewirksamen Turnieren verbessern. Clubfreie müssen versuchen, bei offenen Turnieren mitzuspielen, die von Ihrem Verein, aber auch von modernen, offenen Clubs veranstaltet werden. Sinnvollerweise rufen Sie in dem betreffenden Club an und fragen nach. In manchen Clubs können Sie am Wochenende nur in Begleitung eines Mitgliedes spielen. Seltener wird in Deutschland eine Mindestvorgabe erwartet (zum Beispiel 28 für Herren), da diese für einen fast leeren Platz sorgen würde.
Klingt alles schrecklich kompliziert? Ist es auch. Aber spätestens wenn Ihnen irgendein Dödel seinen Ball dahin schießt, wo es richtig weh tut, werden Sie mir glauben, dass Golf nur dann Spaß macht, wenn Sie und Ihre Mitspieler ein Mindestmaß an Spielfähigkeit besitzen.
*Quellenangabe: Wolfgang Hollinger www.golf-easy.de
Und WIKI meint dazu....








