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Die sonderbaren Erlebnisse, wundersamen Ereignisse und der ganze langweilige Alltag des Eugen Pletsch...

Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Langsam mache ich mir Gedanken. Wo bleibt der Herbst?

Um das rauszufinden, bin ich heute zum Golfpark Winnerod gefahren, der sich für Feldstudien stets hervorragend bewährt hat. Es war sonnig, durchaus herbstlich, aber im Gegensatz zu früheren Jahren sind die meisten Bäume noch ziemlich grün.

Noch ist es grün im Golfpark Winnerod

Bereits Ende September sagte jemand auf der Runde, dass es in diesem Jahr merkwürdig wäre. Weigert sich die Natur die Blätter fallen zulassen und im Jahresverlauf voranzuschreiten, weil es nicht sicher ist, ob es nach den Wahlen zur US-Präsidentschaft jemals nochmal Frühling werden könnte?

Clinton würde für den militärindustriellen Komplex weitere Kriege anzetteln und Trump würde die Welt in ein komplettes Desaster stürzen. (Siehe auch die J. Augstein-Kolumne) Immerhin hat Robert de Niro den Mut, zu diesem Wahnsinn Klartext zu reden, aber dass die Präsidentschaftswahl in den USA auf zwei dubiose Figuren wie Clinton und Trump herausläuft, ist signifikant für dieses Land.

Deshalb bezweifle ich auch, dass es angeblich nur 5% waren, die sich beim Ryder Cup wie die Zombies aufgeführt hatten. 5 % Arsen in einem Kaffee können ziemlich tödlich sein, aber laut Oskar Brunnthalers Vorwort „Quiet please?“ in der aktuellen Golftime-Heft 7/16 müssen Golfer auch in einem „im ohrenbetäubenden Hexenkessel“ liefern können, weshalb er die Stimmung von Hazeltine „zur Musik einer neuen Fan-Kultur“ erklärt. Da entwickele sich ein neuer „Spirit of the Game“, der auf S. 38 zu der redaktionellen Frage führt, welcher Tour-Spieler die heißeste Frau/Freundin hat.

Das muss man heutzutage bringen, denn gerade für die Noch-Nicht-Golfer, von denen einige vielleicht noch Sex haben, müssen wir um jeden Preis cool und hip rüberkommen. Vermutlich ist das der Grund, warum viele Golfportale nach ihrem Relaunch dem allgemeinen Trend der Onlineredaktionen folgend nur noch große Bilder mit extrem wenig Text bieten. Es braucht Geduld und Geschick um diese Popups und Werbefenster wegzuklicken, um mit etwas Glück vielleicht eine Fach-Information – aber zumeist doch eher Schwachsinn – zu finden.

Wann kommt der Herbst?

Trotzdem wird man den Golfsport mit Blinke-Bildchen und Partystimmung nicht von seinem staubigen Image befreien können, solange Interessenvertreter, Funktionäre, Präsidenten und Beauftragte der Clubs die Weichen im deutschen Golfsport stellen.
Und die entscheiden allein nach Finanzlage, ob sie ihrem Club dem ‚Breitensport‘ öffnen oder weiterhin als „Geschlossene Gesellschaft“ agieren - im Kopf hat sich da nichts verändert, soweit ich das beurteilen kann.

Nur wenige dieser Köpfe denken wirklich ‚modern‘ und öffnen ihre Golfanlagen deshalb auch für ambitionierte aber clubfreie Golfern, die ich wohlgemerkt nicht mit jenen Party-Gesellschaften gleichsetze, die im Golfspiel nur nette Gaudi sehen, die man „Johl, Gröl, LOL“ mal so an einem Wochenende abfeiert.

Vielleicht ist es zu hoch gegriffen, eine Beziehung zwischen der Begeisterung für den Ryder Cup und den „echten Probleme“ unserer Gesellschaft herzustellen, aber wenn Massen brüllen stellen sich mir die Nackenhaar hoch, auch wenn Oskar Brunnthaler „ein Roar wie im Fußballstadion“ als herrlich empfindet. Beim Ryder Cup, bei den Majors – OK, aber das Problem sind doch die „Kreischhühner und Brüllochsen“ aus dem ganz normalen Golfalltag. Und die werden immer mehr.

Also: Wo bleibt der Herbst? Äußert er sich nur in meinen säuerliche Gedanken und meinen hinterwäldlerischen Ansichten? Ich weiß es nicht, aber bei der Lesung im GC Spessart haben diese meine Ansichten über den „Spirit of Golf“ immerhin einiges an Zustimmung erfahren – was mich hoffen lässt.


Ihr / Euer


Eugen Pletsch

 

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.Birken im Golfpark Winnerod

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