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Notizen von Eugen Pletsch

Ein Lebenszeichen von Horst Gansel

Ja, zugegeben, es ist etwas nass da draußen. Aber hat uns das jemals von irgendetwas abgehalten? Der Platz in Winnerod ist spielbar, wenngleich auf Wintergrüns. Deshalb sind die meisten Spieler auf unserem wunderschönen Kurzplatz unterwegs, auf dem die regulären Grüns geöffnet sind. Zwar würde ich mir wünschen, dass mehr Leute an ihre Pitchmarken denken, aber ich will nicht meckern. Das habe ich mir für dieses Jahr jedenfalls fest vorgenommen. Es bringt einfach nichts. Deshalb werde ich auch keine Golftime-Kolumnen mehr schreiben. Ich habe für 2012 abgesagt. Ich habe viel losgelassen. Nur die Idee von diesem neuen Buch noch nicht. Ja, ich bin da noch dran. Ich weiß nicht, ob es etwas wird. Geschichten über Golfer? Wen interessiert das schon? Golfer etwa? 
























Wenn das Buch fertig ist, fange ich mit meiner Hogan-Story an. Habe den totalen Hogan-Fimmel bekommen, seit ich mir im Herbst einen Damensatz Ben Hogan Edge mit roten Griffen kaufte. Warum nicht? Ich würde mir die Lippen rot anmalen, wenn das mein Spiel verbessern würde. Mittlerweile habe ich drei komplette Sets mit drei Hogan-Drivern, fünf Hölzern, vier Hogan-Kappen, zwei Schrott-Uhren mit Hogan-Logo, sechs Wedges, zwei Hogan-Bags, drei Bettinardi-Putter und fieberhaft warte ich darauf, dass das letzte Original-Hogan-Handtuch, das ich weltweit auftreiben konnte, endlich aus Irland geliefert wird. Nur der Schirm treibt mich in den Wahnsinn. Ich finde keinen Original-Hogan-Schirm mehr. Selbst bei Callaway in England haben sie keinen mehr.



Ich habe auch das Gefühl, dass ich mich körperlich verändere. Irgendwie werde ich gedrungener, kompakter. Ich meine sogar, ich schrumpfe! Meine Unterarme werden kräftiger und auf dem Platz habe ich eine nie gekannte Konzentration - unglaublich. Nichts bringt mich aus der Ruhe. Zum Beispiel am Freitag dem 13. 1. 2012: An dem Tag verlor ich meinen Job, trat bei der Ballsuche in einen Bach, etliche Staaten verloren ihr Tripple-A-Ranking, die Welt trudelte immer weiter in den Abgrund - aber meint Ihr, ich hätte irgendetwas davon mitbekommen? Total konzentriert schob ich mein Bällchen aus sieben Metern über Wurmhaufen, Pitchmarken, Spikemarken und Wasserflecken zum Birdie rein. Mein Freund Tim schrieb mir aus Florida,  Eugen Pletsch klänge auf Englisch wie Hogan Wedge. Dabei hatte ich eigentlich vor, meinen Künstlernamen Eugen Pletsch aufzugeben. Ich wollte mich endlich zu meinem ursprünglichen Namen bekennen. Eigentlich heiße ich nämlich Benito Horst Gansel. Benito wegen mein Oppa aus Dinslaken, der wo aus Italien stammt. Ich weiß, das ist fast so Scheiße, wie wenn man Adolf heißt. Aber früher gab es nur diese Namen.

Irgendetwas in mir sucht Veränderung, aber auch den Weg zurück zum Ursprung. Deshalb denke ich über diese Namensänderung nach. Bhagwan Shree Rashneesh nannte sich irgendwann nur noch Osho. Ich wollte mich Otto nennen, aber da haben wir schon einen im Club. Und jetzt, wegen meinem Hogan-Fimmel, fiel mir mein Geburtsname Benito Horst Gansel ein.
Benni hat mich unser Omma immer gerufen. Vielleicht ist das ein Omen. Wir werden sehen. 

Wenn das Buch "Achtung Golfer - Schlägertypen in Wald und Flur" fertig ist, werde ich meinen Falkenblick wieder häufiger auf die Endlosbaustelle Cybergolf richten um da dran rumschrauben. Ich möchte mehr gesundheitliche und spirituelle Themen integrieren. Interessiert das wen? Ich dachte, es kann nicht schaden in meinem Alter. Ach ja und noch was: Falls jemand von Euch eine Lesung in seinem Club oder sonstwo organisieren möchte  - einfach anfragen. Die Konditonen sind moderat - ich muss es nur rechtzeitig wissen.

Also dann:  Willkommen im Auge des Falken

Euer Horst