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Notizen von Eugen Pletsch

Zum Saisonschluss eine naturwissenschaftliche Sensation!

Vorab und um weiteren Missverständnissen vorzubeugen: Mit dem Golf spielen höre ich NICHT auf. Die Frage wurde mir gestellt, nachdem ich einige Preziosen aus meiner privaten Sammlung zum Verkauf anbot.  Meine Offerte wurde von Mike Klais freundlicherweise in seinem Golfhaus-Forum veröffentlicht, was einige Leser veranlasste, bei mir anzufragen.
Der Grund, warum ich diese Exponate anbiete (bzw. angeboten habe, vieles war sofort weg) ist aber ein anderer: Ich versuche mein Leben zu entrümpeln und will mir gleichzeitig Mittel beschaffen, um endlich mit dem nächsten Buch zu beginnen.
Geplant sind Charakterstudien von Schlägertypen in Wald und Flur, die auf meinen langjährigen Erfahrungen als Golfschamane und Scoreflüsterer basieren.  Das braucht jedoch Geld, um mir die nötige Zeit und Ruhe zu erkaufen. Deshalb hoffe ich auch, dass Ihr, liebe Leserinnen und Leser, daran denkt, meine Bücher zu Weihnachten an möglichst viele Freunde zu verschenken.

Aber jetzt zum heutigen Thema: Im "Weg der weißen Kugel" hatte mal darüber geschrieben, wie man Golfbälle sät. Irgendwo müssen die kleinen Golfbälle doch herkommen, oder? Da meine Anleitung zum Selbstanbau weder in der Golfpresse noch in Heulers Goldforum diskutiert wurde, möchte ich aus aktuellem Anlass aus dem Kapitel "Die vorgabewirksame Privatrunde" zitieren:
"Ethnopsychologisch betrachtet ist der Wunsch des Ehepaar-Vierers, Bälle auf dem Platz zu streuen, legitimer Ausdruck eines uralten Dranges, der Mutter Erde, die uns alle hervorbringt und nährt, etwas zurückzugeben. Oder wie Tim gerne sagt: »Früher hat man Ochsen geschlachtet, heute spielt man Golf.«
Ken Wilber meint dazu, dass die »existenzielle Weltsicht erkannt hat, dass dem Universum vielfältige Perspektiven immanent sind«. Er bedauert, dass es »daher keine bevorrechtigten Perspektiven (gibt), sondern der Mensch sich Bedeutung aus einer Furcht erregenden Vielfalt der Möglichkeiten selbst destillieren muss«.
Selbst destillieren! Das ist es! Einfach das! Säen Sie Golfbälle! Das macht Spaß und Erdmutter Gaia freut sich!
Warum sollten Sie die vielfältigen Perspektiven des Universums unbedingt auf dem Golfplatz ausloten? Zu Hause im Garten könnten Sie es einfacher haben und Sie müssten uns nicht den Sonntag versauen! Ich sage Ihnen, wie es geht:
Nehmen Sie am besten bei Neumond Ihr Eisen 8 (wegen dem Symbol der Unsterblichkeit darauf) und ziehen Sie zwei Furchen von jeweils 7 – 10 cm Tiefe im Abstand von 30 cm. Dann setzen Sie in die zwei Reihen jeweils zwölf Golfbälle, frisch aus der Verpackung, wechselweise mit Kopfsalat. Es müssen gewickelte (Balata-)Bälle sein, zum Beispiel die alten Titleist Tour 100, da nur die sich lösende Wickelung die Erdtiefe erreicht, die zur Befruchtung nötig ist. Ihr Pro wird Ihnen gerne bei der Auswahl der Ballmarke behilflich sein.
Nun beobachten Sie, was passiert. Täglich nach der Arbeit setzen Sie sich an Ihr Ballbeet und sehen genau hin! Eigentlich ist nichts zu sehen, aber wenn Sie und Ihr Mann sich an der Hand fassen und jeder jeweils einen Finger in den Boden steckt, werden Sie spüren, wie die Bälle absinken, etwa auf sieben Meter Tiefe, wie Mutter Erde Ihr Opfer annimmt. Es ist ein uraltes Glück und Wohlstand verheißendes Ritual.
Sie brauchen also keine Bälle mehr unbewusst auf dem Golfplatz zu verballern, vergraben Sie die einfach zu Hause im Garten. Das schützt vor Krankheit in Haus und Stall und manche sagen, sogar vor dem Finanzamt. Etwa zu der Zeit, wenn der Kopfsalat schießt, haben sich Ihre Satzbälle abgesenkt. Jetzt kommt die Zeit der Ernte. Manchmal, wenn Sie Glück haben, bekommt ein Ball bis zu dreißig Junge. Bei den Preisen von Golfbällen lohnt es sich also wirklich, mal einen Samstag zu graben. Glück und Wohlstand! Laden Sie Ihre früheren Spielpartner zur Ballernte ein. Während die Frauen einen Ochsen braten, können die Männer zeigen, was sie noch drauf haben. Jeder gräbt jeweils eine Schicht von einem Meter ab. Ab ca. fünf Meter Tiefe wird es spannend. Vielleicht steht schon Grundwasser? Ziehen Sie sich alle aus und springen Sie ins Wasser! Schmieren Sie sich mit Schlamm ein und feiern Sie eine archaische Orgie! Warum noch Golf spielen? Fruchtbarkeitsrituale machen viel mehr Spaß als Siegerehrungen, bei denen man nur klatschen darf, oder?"


Tja - und dieser Tage wurde ich Zeuge einer naturwissenschaftlichen Sensation: Ich konnte einen kleinen Slazenger-Ball beim Schlüpfen zu beobachten!



Mit diesem Bild zarter Unschuld möchte ich mich von Euch für eine Weile verabschieden.
 
Bis denne
 
Eugen Pletsch
 

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