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Notizen von Eugen Pletsch

Von wegen mühelos…

Was hatte mich denn da gebissen, als ich am 1. Mai den Text „Alles geschieht mühelos“ veröffentlichte? Seit dem ich das schrieb, klappt gar nichts mehr. In meinen drei ersten Turnieren habe ich mich ganz flott auf 9,8 hochgespielt, jeweils mit drei Doppelbogeys auf den ersten 9 Loch. Ich toppe, komme nicht mehr aus dem Bunker raus, quickhooke meine Drives ins Rough und das Schlimmste ist, dass ich nicht mal Tom Zach dafür verantwortlich machen kann, weil ich noch gar keine Gelegenheit hatte, sein Buch weiter zu lesen.
Nein, mein mäßiges Spiel hat einen anderen Grund. Ich kann meinen Schlag nicht mehr in Ruhe ausführen, weil es mich ständig irgendwo juckt und das kam so: Ich war mit Kollegen einen Tag verreist und auf der Rückreise fing die Juckerei am Handgelenk an. Ich dachte zuerst an Flohstiche, aber weder im Hotel noch in unserer Limousine gab es irgendeine verflohte Töle. Am nächsten Morgen hatte ich rote Stiche an den Handgelenken, dann wurde die Haut flächig rot. Mal juckte es am Hals, mal an den Knöcheln, dann wieder an den Innenhandgelenken.
Meine Ex meint, es wären Herbstgrasmilben. Die kann man sich im Rough holen. Das könnte zeitlich hinhauen, weil ich Mitte Mai mit dem Buch vom Zacharias so weit war, dass ich die rechte Hand schlagend ins Spiel bringen wollte. Prompt musste ich mehrfach im Rough suchen, anstatt wie gewohnt, mitten auf dem Fairway entlang zu schlendern. Da ich häufig barfuß spiele, könnten sich die Viecher bei mir eingenistet haben. Vielleicht sind es mutierte Milben, die aus einem Labor geflohen sind und eine gewisse Form von Intelligenz entwickelt? Das ist wie mit dem EHEC-Virus. Jeder untersucht Gurken und Tomaten, anstatt bestimmte Labore zu untersuchen, die genmanipulierte Viren züchten können. Denn dass dieser Virus aus einem Labor geflüchtet ist, das pfeifen schon die Spatzen von den Dächern.

Aber ob mein Jucken wirklich von mutierten, halbintelligenten Milben stammt? Vielleicht doch nicht. Mein Spiel war in letzter Zeit frei von jedweder Intelligenz – nein – das kann es nicht sein. Trotzdem sind diese Mistmilben absolut schädlich fürs Handicap. Die Grüns in Winnerod sind mittlerweile wieder auf Bundesliganiveau und ein sensibler Bergab-Putt lässt sich mit einem juckenden Handgelenk nun mal nicht perfekt dosieren. Ist eine Lösung in Sicht? Schauen wir mal. Eine Heilpraktikerin empfahl mir Hitze, z.B. in der Sauna oder Infrarotkabine. Das würde die kleinen Drecksviecher killen.

Gerade juckt es mich wieder am Hals. Am Besten, ich gehe mal während der Mittagshitze auf den Platz. Vielleicht hilft das. Ich werde berichten.

Schönes Wochenende

Eugen Pletsch

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