Und es geschah, dass liebe Freunde mit denen ich gerne im Vierling spiele, auf die Idee kamen, den Golfclub Lauterbach zu besuchen. Man habe ein Greenfee-Gutscheinbuch und ob ich mitkommen wolle? Da sagte ich gerne zu. Vor einigen Jahren habe ich die Anlage ein letztes Mal besucht und als sie in argen Schwierigkeiten steckte und mich der damalige Manager um etwas PR auf Cybergolf bat, habe ich den Platz gerne kostenfrei auf Cybergolf beworben.
Ach ja: Den GC Lauterbach findet, wer auf der Strecke Frankfurt / Kassel in Höhe Alsfeld in östlicher Richtung abbiegt.
Ach ja: Den GC Lauterbach findet, wer auf der Strecke Frankfurt / Kassel in Höhe Alsfeld in östlicher Richtung abbiegt.
Der Himmel hatte noch nicht entschieden, wie der Tag werden sollte; Regen war angesagt, evtl. würde ein Unwetter kommen. Trotzdem reisten wir an einem Samstag im Mai aus dem Rhein/Main-Gebiet an. Meine Freunde kannten den Platz noch nicht. Unsere Greenfee-Gutscheine waren bei der Buchung der Startzeit angekündigt worden.
Seit meinem letzten Besuch hatten umfangreiche Baumaßnahmen stattgefunden. Alles sieht sehr neu aus und es gibt viele schöne Schilder, nur leider keins, auf dem „Rezeption“ steht. Also fragten wir uns durch (hoch auf dem Berg, in einem Neubau!) und dann fing der Spaß an:
Meine Freunde wollten einchecken, aber wir hatten das Problem, dass sich einer unserer Mitspieler kurzfristig verletzt hatte. Obwohl er nicht spielen konnte, ist er trotzdem mitgefahren. Jetzt hofften wir auf Kulanz und dass wir zu dritt via Gutschein ermäßigt spielen können. Doch die mürrische Managerin mit dem Charme eines Basaltmahlwerks ließ sich nicht erweichen. Eine Person hatte Greenfee zu zahlen und auf den Gutschein (der zwei anderen) wurde sogar ein Aufpreis fällig. Basta. Begründet wurde das nicht. Am liebsten wären meine Freunde gleich wieder gefahren, aber nach fast zwei Stunden Anfahrt wollten sie die Bälle flach halten und akzeptierten das merkwürdige Procedere. Na gut, das nenne ich Club-Marketing – so macht man sich Freunde.
Meine Freunde wollten einchecken, aber wir hatten das Problem, dass sich einer unserer Mitspieler kurzfristig verletzt hatte. Obwohl er nicht spielen konnte, ist er trotzdem mitgefahren. Jetzt hofften wir auf Kulanz und dass wir zu dritt via Gutschein ermäßigt spielen können. Doch die mürrische Managerin mit dem Charme eines Basaltmahlwerks ließ sich nicht erweichen. Eine Person hatte Greenfee zu zahlen und auf den Gutschein (der zwei anderen) wurde sogar ein Aufpreis fällig. Basta. Begründet wurde das nicht. Am liebsten wären meine Freunde gleich wieder gefahren, aber nach fast zwei Stunden Anfahrt wollten sie die Bälle flach halten und akzeptierten das merkwürdige Procedere. Na gut, das nenne ich Club-Marketing – so macht man sich Freunde.
Da wir eine fröhliche Truppe sind, konnte uns dieser Start die Laune nur begrenzt vermiesen. Aber wir brauchten noch zwei Zieh-Trolleys (a 5 €) und mussten zuerst alle vorrätigen „Bag Boys“ ausprobieren, bis wir endlich zwei fanden, deren Befestigungsband nicht kaputt war. Dann ging es los.
Durch den Torbogen neben der Rezeption führt der Weg zum 1. Abschlag. Wie gesagt – alles neu. Der Platzumbau hatte die Anlage sehr verändert; ob zum Positiven, das mag dahin gestellt sein. Die neuen Abschläge der 1. und 10. Bahn liegen so dicht zusammen, dass wir es als geradezu gefährlich empfanden. Also warteten wir, bis auf der 9 abgeschlagen wurde und hatten dann unsere erste Begegnung mit dem Gegenwind, der uns für die nächsten Stunden begleiten würde.
Durch den Torbogen neben der Rezeption führt der Weg zum 1. Abschlag. Wie gesagt – alles neu. Der Platzumbau hatte die Anlage sehr verändert; ob zum Positiven, das mag dahin gestellt sein. Die neuen Abschläge der 1. und 10. Bahn liegen so dicht zusammen, dass wir es als geradezu gefährlich empfanden. Also warteten wir, bis auf der 9 abgeschlagen wurde und hatten dann unsere erste Begegnung mit dem Gegenwind, der uns für die nächsten Stunden begleiten würde.
Um es kurz zu machen: Die ganze Runde geht es (gefühlt) bergauf, selbst wenn bergab geht. (?) Vielleicht kam mir das auch nur so vor, weil ich meinen Motocaddy vermisste, der nicht mehr ins Auto gepasst hatte.
An mehreren Abschlägen ist die Landezone nicht einsehbar, was die Sache nicht leichter macht. Aber dafür sieht man schöne Windmühlen in der Ferne, die das Ende des Atomzeitalters verkünden.
Nachdem ich eine Weile bergauf trabte und diesen BagBoy hinter mir her zerrte, dachte ich daran, wie es sonst ist, wenn sich der Herr Golfautor die Ehre gibt:
Es ist eher selten, dass ich bei Clubs anfrage und wenn, dann nur bei Anlagen, die mir besonders interessant erscheinen. Einen Arbeitstag in den Sand setzen, nur um über eine dröge Weide zu tapern, dazu ist mir meine Zeit zu schade. Deshalb gibt es auf Cybergolf bisher kaum kritische Berichte über Golfanlagen.
Aber wenn ich dann komme, ist der Platz extragepflegt, das Clubhaus gewienert und eine mobile Toilette am Buggy installiert (vgl. „Karsten Kuhnen kommt!"). Zuerst begrüßt mich der Manager und stellt mir sein Team vor. Dann inspiziere ich die Räumlichkeiten, wobei ich weiße Handschuhe trage und prüfe, ob in der Caddy-Halle auch hinter den Boxen Staub gewischt wurde. Während wir ein Käffchen trinken und ein paar Lachs-Häppchen inhalieren, wird noch mal der Buggy getuned und die Kühlbox mit Spezereien aus Küche und Keller gefüllt. Nach einem Gruppenfoto mit Präsident, Pro und Clubschönheit mache ich mich dann gewöhnlich auf die Runde. Der Platz ist natürlich seit Stunden gesperrt.
Aber wenn ich dann komme, ist der Platz extragepflegt, das Clubhaus gewienert und eine mobile Toilette am Buggy installiert (vgl. „Karsten Kuhnen kommt!"). Zuerst begrüßt mich der Manager und stellt mir sein Team vor. Dann inspiziere ich die Räumlichkeiten, wobei ich weiße Handschuhe trage und prüfe, ob in der Caddy-Halle auch hinter den Boxen Staub gewischt wurde. Während wir ein Käffchen trinken und ein paar Lachs-Häppchen inhalieren, wird noch mal der Buggy getuned und die Kühlbox mit Spezereien aus Küche und Keller gefüllt. Nach einem Gruppenfoto mit Präsident, Pro und Clubschönheit mache ich mich dann gewöhnlich auf die Runde. Der Platz ist natürlich seit Stunden gesperrt.
Während ich meinen Schwunggedanken „Opa-schwingt-zum Ziiiiel“ denke, um dann in perfekter Harmonie durch meinen Ball zu schwingen (Halt – neuerdings schlage ich nach dem Ball und denke dabei „Tom-Tom-Zack“!), ist der Küchenchef dem Nervenzusammenbruch nahe und seit Stunden dabei, seine Brigaden zu dirigieren, um das perfekte Menü gemäß den aktuellen Diätvorschriften des Herrn Pletsch zu kreieren.
Wenn ich schließlich, nach knapp drei Stunden, auf dem 18. Grün genüsslich zum letzten Birdie meiner Runde einloche und mein Blutzucker Atzung anmahnt, dann steht alles bereit. Gang für Gang verschlinge ich kulinarische Meisterwerke, während die güldene Sonne hinter dem Berg versinkt. Süßer Akazienduft umweht die frühsommerliche Terrasse des Clubhauses und streichelt meine Seele. So denn alles ordentlich war, nehme ich einen letzten Schluck vom erlesenen Rotwein, lächle dem Manager zu (der seit Stunden auf Kohlen sitzt) und hebe alsbald meinen cäsarischen Daumen - nach oben - worauf aus Hütten und Hallen Jubel erschallt, denn jetzt ist der Club sozusagen geeicht und gerettet.
Tja, so läuft das sonst. Wer wird mir also verübeln, wenn ich an diesem Tag in Lauterbach etwas mürrisch auf meinen Ball drosch, um mich dann meiner Matchplay-Gegnerin zuzuwenden, die mich im Vorjahr während mehrerer Runden auf hessischen Golfplätzen geradezu zermalmt hatte.
„Irgendwie“, grummelte ich, „hat dieser Platz seinen früheren Charme verloren".
Meine Mitspielerin nickte.
„Ich kann mich nicht mehr genau entsinnen, wie es damals war, aber heute kommt mir der Platz irgendwie langweilig vor“.
Auch den anderen ging es so. Die ganze „Streckenführung“ ergab keinen Sinn. Auf den ersten Neun kein Par 5, dafür endlos lange Par 4 Bahnen bergauf. Das mag für manche Leute eine sportliche Herausforderung sein, für uns nicht. Wir erlebten den Platz als mäßig gepflegte, windige Weide: zäh und spielerisch nicht besonders interessant. Sogar der markante, uralte Baum war umgefallen.


„Napoleon habe ich überstanden, aber nicht den Sommerfeld“, krächzte die Baumruine im Wind. Sommerfeld ist der Eigner der Anlage. Ihm gehört auch die Greenfee-Maschine in Friedberg. Der Mann wird sehr kontrovers diskutiert, da kann man fragen, wen man will. Mehr sag ich dazu nicht, weil meine kleine Cyber-Frittenbude sonst schnell von einer juristischen Planierraupe überrollt wird.
Doch zu den Grüns sage ich noch etwas: In Lauterbach waren die Grüns – immerhin fast Mitte Mai – hoppelig und stumpf. Es gibt neue und alte Grüns auf dem Platz. Die neuen Grüns sehen besser aus, waren aber auch stumpf. Denn an unserem Spieltag, immerhin einem Samstag, waren die Grüns offensichtlich nicht gemäht. Sogar weiße Pilze fanden wir auf einem Grün! Wohlgemerkt: Auch in Winnerod hatten wir heftig unter Schneeschimmel zu leiden, aber da rollt der Ball mittlerweile wieder flott zum Loch. Na gut. Abhaken.
Es empfiehlt sich, einen Buggy zu nehmen, worauf der Betreiber vermutlich als Zusatzeinnahme spekuliert. Die langen Basaltschotterwege zwischen den Bahnen (z.B. 17 zur 18) sind Nerv tötend, Spike fressend und dürften bei Regenwetter zum Horror werden. OK, es gibt schöne Ausblicke zum Vogelsberg, unserem heimischen Vulkankegel, der angeblich erloschen ist. Aber wen juckt das, wenn man durch unklare Ausschilderung (an der 14?) einen Riesenbogen um das Grün läuft und auf eine Anhöhe klettert, um eine leere Bahn zu finden, die ins Nirvana führt (also zurück und ganz rüber nach rechts. Am kleinen Häuschen ist der 15. Abschlag, wo unsere Damen nach Lageplan eine Toilette erwarteten, die es aber nicht gab).
Es empfiehlt sich, einen Buggy zu nehmen, worauf der Betreiber vermutlich als Zusatzeinnahme spekuliert. Die langen Basaltschotterwege zwischen den Bahnen (z.B. 17 zur 18) sind Nerv tötend, Spike fressend und dürften bei Regenwetter zum Horror werden. OK, es gibt schöne Ausblicke zum Vogelsberg, unserem heimischen Vulkankegel, der angeblich erloschen ist. Aber wen juckt das, wenn man durch unklare Ausschilderung (an der 14?) einen Riesenbogen um das Grün läuft und auf eine Anhöhe klettert, um eine leere Bahn zu finden, die ins Nirvana führt (also zurück und ganz rüber nach rechts. Am kleinen Häuschen ist der 15. Abschlag, wo unsere Damen nach Lageplan eine Toilette erwarteten, die es aber nicht gab).
Man wünsche sich Golfeinsteiger auf die Anlage, konnte ich der Managerin bei unserer kurzen Rempelei in der Rezeption entlocken. Die wären ihre Wunschzielgruppe. Keine Frage: Ein Rabbit (Golfanfänger) lässt sich natürlich leichter schlachten und ausnehmen als ein zäher Altgolfer (bereits der 1. und 10. Abschlag am Wasser schien mir nicht dazu konzipiert, Hasen zu Männern zu erziehen, sondern war vermutlich als Umsatz fördernde Maßnahme für den Proshop gedacht).
Ergo: Für Anfänger nicht empfehlenswert, da die fetten Wiesen nur darauf lauern, Bälle zu verschlucken. Selbst ich verlor meinen Ball, der eigentlich den ganzen Sommer halten sollte, und das kam so: An einem Par 4 ging es plötzlich bergab, was mich so verwirrte, dass ich eine 8 schoss. Ich beendete die Runde mit 85 Schlägen, was nicht schlecht war in Anbetracht des mistigen Bag Boy-Trolleys, den ich für Stunden hinter mir herzerren musste.
Ergo: Für Anfänger nicht empfehlenswert, da die fetten Wiesen nur darauf lauern, Bälle zu verschlucken. Selbst ich verlor meinen Ball, der eigentlich den ganzen Sommer halten sollte, und das kam so: An einem Par 4 ging es plötzlich bergab, was mich so verwirrte, dass ich eine 8 schoss. Ich beendete die Runde mit 85 Schlägen, was nicht schlecht war in Anbetracht des mistigen Bag Boy-Trolleys, den ich für Stunden hinter mir herzerren musste.
Als wir dann zum Parkplatz zurückkamen, hatten wir jede Lust verloren, auch noch das Club-Restaurant experimentell zu erforschen. Stattdessen fuhren wir zum Essen nach Lauterbach, wo wir in der Obergasse ein Ristorante, die „Pizzeria ROMA“ entdeckten. Das Essen war echte Oberliga, zum Beispiel die Linguine mit Steinpilzen im Parmesanlaib geschwenkt für EUR 8,50! Die waren geradezu grandios, womit unsere Reise ein gütliches Ende nahm.
Fazit: Ein Abstecher von der Autobahn Frankfurt/Kassel nach Lauterbach lohnt sich – nicht zum Golfen – aber zum Essen im Ristorante „Pizzeria ROMA www.roma-lauterbach.de














