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Notizen von Eugen Pletsch

Aktion blühende Golfplätze (IV)

Zu Beginn des Jahres hatte ich zu einer gemeinsamen „Aktion blühende Golfplätze“ aufgerufen, damit noch mehr Blütenpflanzen als Nahrung für Bienen und Hummeln angepflanzt werden.
Ich dachte, es könnte dem Image des Golfsports nicht schaden, wenn möglichst viele Golfclubs durch Aussaat von artenreichen Blumenwiesen in den Bereichen des Roughs farbige und summende Akzente setzen würden. Damit hätten wir Golfer mehr für die biologische Vielfalt getan und gleichzeitig das Naturerlebnis und die Erholung beim Spiel gesteigert.
Bl__ten_in_Winnerod.jpgIch hatte mir eine große Allianz erträumt, in der Golfzeitungen, Golf-Onlinemagazine und sogar der DGV an einem Strang ziehen würden. Die anfängliche Begeisterung war bei allen, die ich ansprach, tatsächlich groß. Jeder fand die Aktion wichtig und richtig, aber als es dann losgehen sollte, herrschte allgemeine Funkstille.
Dabei wurde die Situation der Bienen im Januar 2011 als so dramatisch angesehen, dass sie sogar zum Thema im EU-Rat in Brüssel wurde. Während die EU die Ursachen für ein vermehrtes Bienensterben als unklar ansah, kritisieren Umweltorganisationen die Kontamination durch Pestizidbelastung, zum Beispiel durch Produkte der Fa. Bayer. Zudem sorgte die Kontamination gentechnisch veränderter Pflanzen dazu, dass in Bayern Honig bereits als Sondermüll entsorgt werden musste! Auf Grund dieser bedrohlichen Situation hatte die Umweltschutzorganisation AVAAZ die Aktion „Rettet die Bienen“ gestartet – in wenigen Tagen wurden mehr als eine Million Zuschriften gesammelt.
 
Zur Erinnerung: Die mangelnde Nahrungsversorgung schwächt die Vitalität der Bienen. Mittlerweile sterben weltweit Milliarden von Bienen. Auch in Deutschland gibt es jährlich hohe Völkerverluste, was nicht allein mit der Varromilbe erklärt werden kann. Damit ist unsere gesamte Nahrungskette in Gefahr. Albert Einstein sagte einst, dass die Menschheit nur wenige Jahre überleben könne, wenn die Bienen aussterben sollten. Trotzdem kam die geplante „Allianz“ nicht zustande.
Vielleicht lag es an mir und meiner Nähe zu gentechnisch kritischen Gruppen. Vielleicht fürchtete man die deutliche Ansage an Firmen wie Bayer, ich weiß es nicht. Mein „Öko-Kontaktmann“ beim DGV war nicht mehr erreichbar, GolfTime, für die ich eine Kolumne schreibe, hatte plötzlich keinen Platz mehr in der 1. Ausgabe und selbst Mellifera e.V. (Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung) und das Netzwerk Blühende Landschaft, die uns mit speziellen Informationen für Greenkeeper versorgen wollten, verabschiedeten sich nach einem ersten Textentwurf von Nicole Krüger. Meine mehrfache Anfrage, ob ich wenigstens diesen Textentwurf veröffentlichen dürfte, blieb vermutlich wegen Überlastung unbeantwortet. Also zog ich die Notbremse und teilte allen Beteiligten mit, dass ich mich von der „Aktion Blühende Golfplätze“ verabschieden würde.
 
Bl__ten_im_Golfpark_Winnerod.jpgDie Blumenvielfalt im Golfpark Winnerod erinnert mich jedoch häufig an meine „Aktion“, weshalb ich die Zusammenhänge, die zur Absage führten, hier noch mal erklären wollte. Ich möchte auch allen Lesern danken, die Interesse an der Aktion zeigten und selbst initiativ werden wollten.
 
Während weltweit Plutonium in die Organismen sickert, genießen wir einen wunderschönen Frühling.
Vielleicht wird die "Aktion blühende Golfplätze" nach und nach passieren. Vielleicht gibt es Golfclubs, die weniger auf die DGV-Ökopreise schielen, sondern schlicht daran interessiert sind, eine Welt voller Leben zu gestalten.
Vielleicht werden „Graswurzelrevolutionäre“ unter uns GolferInnen Büsche, Beete, Blumenkästen, Bienenweiden und Blumenwiesen anlegen in den Clubs, in den Gärten oder wie ich, auf dem Balkon, wer weiß. Aber eins ist sicher: Nur, wenn die Bienen überleben, werden auch die Menschen eine Chance haben (sofern sie sich nicht auf andere Weise umbringen).

Frühlingsgrüße

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

P.S. Die Hinweise von Nicole Krüger konnten aus erwähnten Gründen fachlich nicht mehr abschließend bearbeitet werden. Falls irgendwelche Informationen nicht korrekt sind, bitte ich um entsprechende Hinweise.
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