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Notizen von Eugen Pletsch

Welche Schläger ich spiele?

Frau Oelmann ist aus Schottland zurückgekehrt und ich hoffe, dass sie uns noch ausführlich von ihrer Reise und vom großen Match der Hickory-Weltmeister Randy Jenson und Perry Somers berichten wird. Es mag sein, dass die „Golf-Szene“ andere Turniere wichtiger findet, aber ich vermute, dass „Frau Oelmanns schottisches Tagebuch“ mit der Zeit etliche Leser finden wird.
Sie schrieb: „ … erschlagen von all dieser Historie, die ein jeder zu berichten wusste, von all diesen Impressionen schönster Golfplätze (North Berwick „The Glen“ & Kilspindie!!!!!!), von all dieser vielen Schreiberei, um so wenig wie möglich in Vergessenheit geraten zu lassen. Aber es ist diese Form von glückseliger Erschöpfung….“. Na dann, Sabine, ruh dich mal aus und setzt dich dann an deinen Text. Wir warten gespannt!

Was mir heute durch den Geist fleucht ist eine Frage, die mir vor einiger Zeit gestellt wurde, nämlich, was ich für Golfschläger spiele. Diese Frage ist in Anbetracht anderer Fragen, die die Welt bewegen, vermutlich unbedeutend, aber die Frage, ob Plutonium, in kleinen Dosen genossen, wirklich unschädlich ist, könnte ich zum Beispiel nicht beantworten. Auch die Frage, ob Ghaddafi ein krimineller Wahnsinniger ist oder ob die Plünder-Heuschrecken nur mal wieder auf Raubzug sind, vermag ich nicht zu beantworten (Faustregel: Wenn „Rebellen“ in westlichen Medien nicht als Terroristen bezeichnet werden, stehen sie meist auf der Gehaltsliste der CIA). Aber – nein – zu all diesen Dingen mag ich mich nicht äußern und selbst die Frage, welche Golfschläger ich spiele, lässt sich nicht mit einem Satz (oder Markennamen) beantworten. Ein Set (nicht mehr aktuell) habe ich ja vor Jahren einmal im Video-Clip "Rechte Schläger" vorgestellt, der merkwürdigerweise eine sensationelle Resonanz hat. Aber das war nur ein Golfbesteck, ich habe mehrere. Leider - denn wie eine Tusse vor ihrem Kleiderschrank, stehe ich seit Jahren im Caddy-Raum und überlege, mit welchen Schlägern ich über die Weide tapern soll. Ständig wechseln sich Testschläger, Liebhaberstücke und Novitäten einander ab (Gerade habe ich ein altes Mizuno T-Zoid 7 für 15 € geschossen). In diesem Jahr haben sich drei Sets herauskristallisiert, die mir besonders viel Spaß machen (Details zu Test-Schlägern folgen evtl. nächste Woche). Also:
1.) Im Golfpark Winnerod steht mein "Turnier-Set" mit Bag und Trolley von Motocaddy. Derzeit spiele ich den COBRA-Z Driver, das sensationelle Holz 3 von Bobby Jones (das erste 15° Holz, mit dem ich den Ball problemlos in die Luft bekomme), ansonsten wechselweise Hölzer aus meiner 18 - 23 Grad- Sammlung, darunter Schläger von Cobra, Cleveland, Nickent, Kasko und Bagger Vance, die ich nach Bedarf, Wetter, Lust und Laune austausche.
Nachdem ich merkte, wie gut mir die Kimura-Wedges von Clubmate Golf liegen, hat mir Erik Mölbert im letzten Jahr ein ganzes Set Kimura-F1 Eisen gebaut, mit dem ich außerordentlich zufrieden bin. Wir haben (nach 15 Jahren Graphit) mit Stahlschäften experimentiert und siehe: Es hat geklappt. Mein Putter ist derzeit ein abgesägter, schwerer Twoball-Belly Putter mit dickem Griff, mein Ball der letzten Jahre: Titleist NXT Tour oder Extreme.
Dieses Set steht, wie gesagt, einsatzbereit in Winnerod, wo ich in diversen Moon-Bags auch noch kleine Halb-Sets für Family & Friends aufbewahre, darunter auch Schläger, die bereits in meinen Geschichten ihren Einsatz hatten.
2.) Sonntags und zu besonderen Gelegenheiten hole ich (viel zu selten) mein "Hogan Set" heraus. Das alte Lynx-Bag meines schottischen Schwiegervaters Jimmy Brown wird dann auf einem Trolley aus den Siebzigern festgezurrt. Im Bag sind meine Louisville-Persimmon-Hölzer, der uralte Acushnet Bulleye-Putter, den mir Dr. Ludmilla Zeisig vermachte, sowie „Dr. Wilson“, das Sandy Andy-Wedge aus meiner Geschichte „Der Ficus“ (aus Golf Gaga- Der Fluch der weißen Kugel). Und dann natürlich meine Hogan Apex II Blades, die mir Meister Holitzka schenkte. Die Eisen sind schwer spielbar, aber wenn ich damit einen Ball treffe, ist es ein besonderer Genuss, der alles aufwiegt und, wie gesagt: nur für besondere, einsame Sonntagabend-Runden…

Hogan_Set.jpg

3.) Mein "Mike Klais-Set", das ich zu Einladungen, Lesungen und kurzen Reisen mitnehme, wenn ich mit leichtem Gepäck unterwegs bin, ist vielleicht mein schönstes Golf-Besteck: Schwarze Dean Ota-Eisen, die mir von Mike Klais gefittet wurden, ein Bagger Vance Persimmon Holz 5, mein „Persimmon Golf Europe“ Holz 4, das mir Marc Amort schenkte und ein neuer Driver "Bagger Vance Persimmon Driver", der sich lang und gerade spielt und mit dem ich ausgesprochen zufrieden bin. Als Putter benutze ich entweder einen Cleveland oder meinen Persimmon-Mallet, als Ball den Wilson Dx2 soft, der mir für Persimmon-Schläger besonders gut geeignet erscheint.
Ota_Set.jpg
 
So, jetzt wissen wir mehr. Ob es der Fragesteller sieht? Ich weiß nämlich nicht mehr, wer mir vor einiger Zeit die Frage gestellt hat, welche Schläger ich spiele. Jetzt gehe ich in meinen Garten! Meine Freundin hat sich gestern mal meinen kleinen Balkon vorgenommen und seitdem habe ich dort einen Garten. Ich überlege, ob man auf drei Quadratmetern Golf spielen kann? Vielleicht denkt der DGV mal über ein Bonsai-Golf-Programm nach! Wäre doch schön, um am Wochenende die Plätze zu entlasten.

Frühlingsgrüße

Eugen Pletsch

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