Welche „Golfszene“ gemeint ist, wird leider nicht näher definiert. Die Promi-Szene aus den Golf-Heftchen? Die linientreue DGV-Golfsport-Gemeinde? Die stumme Herde clubfreier Zechezahler? Oder meint man damit die knisternde Spannung die entsteht, wenn sich die Cracks der Golf-Foren mit dicken Backen beim Wattebausch pusten duellieren?
Tja, Golfszene, das ist ein weiter Begriff und „um die Fakten auf den aktuellen Stand zu bringen“, wird es also auf der CM-Tochtermesse "Golf- & WellnessReisen" hochkarätige Gesprächsrunden geben, zu denen ich herzlich einladen bin, was mir aber nichts nützt, da das Schnäppchen-Angebot der Bahn erst um 12 Uhr 34 in Stuttgart einträufelt und dann muss ich noch zum neuen Messegelände raus, vermutlich per Anhalter. Das wird nicht einfach. Wer mal versucht hat, durch Stuttgarts Innenstadt in die Außenbezirke zu trampen, während dort Volksaufstände toben, weiß, was ich meine.
Dabei hätten mich die inhaltlichen Schwerpunkte des „Stuttgart 2011 Pressetalks“, wie ich das Event mal salopp bezeichnen möchte, wirklich interessiert, denn laut Pressemeldung kommt alles auf den Tisch. Zum Beispiel die Zahlen, Daten, Fakten des Deutschen Golf Verbandes (DGV) und des Baden-Württembergischen Golfverbandes (BWGV). Vermutlich wird dabei endlich geklärt, warum die VcG jeglichen DGV Firlefanz finanzieren muss, obwohl VcG Spieler in einigen Clubs nach wie vor wie Parias behandelt werden.
Nächstes Thema: Der Stand der deutschen Bewerbung um die Austragung des Ryder Cup 2018. Das interessiert, denn seit dem letzten DGV-Sonderparteitag liegen die Fakten auf dem Tisch und alle wissen: Der RyderCup ist nicht für Reiter!
Dann die Hammermeldung: Golf wird ab 2016 wieder olympisch. „Wie sind die Vorbereitungen des Deutschen Golf Verbandes, seiner Landesgolfverbände und Clubs?“ wird in aller Schärfe gefragt werden. Und wie stehen die Chancen für DGV-Präsident Hans Joachim Nothelfer, endlich Mitglied des NOK zu werden, würde ich gerne fragen, aber wie gesagt, ich komme zu spät.
Natürlich wird auch über die erfolgreiche DGV/BWGV-Talentförderung gesprochen werden, nämlich „wie der Amateur zum Profi wird“. Martin Kaymer ist ein gutes Beispiel dafür, dass man es trotz Talentförderung als Profi schaffen kann. (Das macht auch uns Amateuren Mut, besonders mir, der ich mich frage, ob meine Prostata dem Stress der „Seniors Tours“ gewachsen wäre?)
Schließlich wird auch über die Förderung von Schulsportprojekten gesprochen. Projekt 2011: „Reiche Rotzlümmel lernen Grüßen“ und dann kommen die „nationalen Werbekampagnen für Golfeinsteiger“ auf den Tisch, denn schließlich möchten immer mehr VcG-Mitglieder wissen, wofür der DGV ihre Verbandskasse plündert.
Wirklich zu schade, dass ich den Termin nicht schaffe, denn schon die Besetzung der „Podiumsdiskussion“ lässt aufhorchen. Als Gesprächspartner wurden angekündigt:
• Hans Joachim Nothelfer, Präsident des Deutschen Golf Verbandes
• Norbert Löhlein, Aufsichtsratsvorsitzender der RC Deutschland GmbH
• Claus Kobold, Präsident der Vereinigung clubfreier Golfspieler
• Otto Leibfritz, Präsident des Baden-Württembergischen Golfverbandes
• Marcus Neumann, Golf-Bundestrainer der Damennationalmannschaft
• Valerie Sterne, Nationalspielerin (womit vermutlich Valerie Sternebeck gemeint ist)
• Eicko Schulz-Hanßen, Geschäftsführer Golf Club St. Leon-Rot
• Norbert Löhlein, Aufsichtsratsvorsitzender der RC Deutschland GmbH
• Claus Kobold, Präsident der Vereinigung clubfreier Golfspieler
• Otto Leibfritz, Präsident des Baden-Württembergischen Golfverbandes
• Marcus Neumann, Golf-Bundestrainer der Damennationalmannschaft
• Valerie Sterne, Nationalspielerin (womit vermutlich Valerie Sternebeck gemeint ist)
• Eicko Schulz-Hanßen, Geschäftsführer Golf Club St. Leon-Rot
Diese Besetzung ist prickelnd und verspricht eine so heiße Diskussion, wie wenn man FDP, CDU und die DB endlich mal allein über Stuttgart 21 diskutieren ließe, ohne dass da ständig ein besserwisserischer Bedenkenträger dazwischen quatscht.
Na gut. Wenn ich so darüber nachdenke: Ein paar Persönlichkeiten fehlen mir doch in dieser Runde; ich denke da an Golfprofis wie Olli Kahn oder Helmut Zerlett. Was ist mit Frank Fleschenberg von den Eagles? Und die Damenquote? Eine Vertreterin der Münchner Schickeria wäre das Mindeste! Es sollte auch jemand dabei sein, der den neuen deutschen Golfsport in seiner vielfältigen Segmentierung repräsentiert. Vielleicht einen „Light-Golfer“ mit Handicap 69 und als Vertreter der „Wunschgolfer“ (möchten gerne, haben aber keine Zeit) jemanden, der noch nie gespielt hat. Wunschgolfer sind zahlenmäßig die größte Golfer-Gruppe! Und wer repräsentiert die Legionen der Etikette-Verweigerer, der mürrischen Alten, die Schneckenvierer, Brüllochsen-Hacker sowie die Clubterrassen-Dummschwätzer und Steueroasen-Golfer! Wo bitte bleibt Franz Beckenbauer, jetzt wo er Zeit hat? Warum darf Tom Zacharias nicht die reine Lehre vom Einsatz der rechten Hand vorstellen? Und warum ist Boris Becker nicht eingeladen, der seit 326 Seiten den Pokerfaden im Spicyforum am Laufen hält?
Tja, schade - ich werde echt etwas verpassen.
Eugen Pletsch
Eugen Pletsch














