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Notizen von Eugen Pletsch

Rückblick: Schloss Lüdersburg

Bereits am Freitag war ich nach Schloss Lüdersburg gereist und wurde dort sehr herzlich empfangen. (Danke an Frau Köpcke, Herrn Eckhoff und das ganze Schloss Lüdersburg-Team.)
Am Samstag war das Land von weißem Reif überzogen und was erblickte ich durch die feuchten Scheiben des Frühstückszimmers: Drei Bekloppte, die aus einer dichten Nebelwand hervortraten. Das kam mir irgendwie bekannt vor. Mittags bei einem Spaziergang entdeckte ich auf der anderen Straßenseite den Proshop Golf26. Ganz meine Kragenweite mit vielen Gebrauchtschlägern und allem möglichen Zeugs zum Stöbern.
Am Spätnachmittag traf dann Herrn Eckhoff ein, der für das Marketing der Clubhaus AG zuständig ist. Er stellte mir Buchautor Jürgen Petschull vor, der diese Kulturreihe in Schloss Lüdersburg im Herbst mit einer Lesung aus seinem Roman „Der fünfte Schatten“ eröffnet hatte. Beide waren mit Damen angereist, alle im Mediengeschäft und wie ich von so vielen orthopädischen Malaisen traktiert, dass uns der Gesprächsstoff den ganzen Abend nicht ausging.
Eine halbe Stunde vor der Lesung machte ich mich auf zum Schlosskeller. Ich hätte nicht gedacht, dass bei diesem nasskalten Wetter irgendwer kommen würde. Das Schloss lag in dichtem Nebel und gerade überlegte ich Fackeln beizuschaffen, um den Eingang zum Schlosskeller zu markieren, als der „Reisegolfer“ nebst Gattin eintraf. Dann kamen immer mehr Gäste und laut Veranstalter waren es 70 Personen, darunter auch „Ulf“, der häufig im Golfhaus-Forum schreibt, sowie Herr Bernitzky (www.deutsche-golfstraße.de), mit dem ich auch schon öfter korrespondiert hatte.
Endlich lernte ich auch Herrn Dr. Preuss kennen, der vor Jahren den Humor besaß, sich an einer vertrackten eMail – Korrespondenz (Heuler / Dr. Preuss / Pletsch) zu beteiligen, die dannunter dem Namen Kachelsatori als das erste golfgagaistische Manifest und deutschsprachige Golf-Hörspiel ins Netz gestellt wurde (und zu unserer Verwunderung etliche tausend Hörer fand).
Dr. Preuss und seine Firma Mentaga hatten diesen Abend durch ihre großzügige Unterstützung möglich gemacht. Ich las zwei Stunden, darunter Texte wie „Drei Bekloppte im Nebel“, sowie meine Weihnachtsgeschichte „Die Werkstattgeburt“.
Den Zuhörern schien es zu gefallen. Nach der Lesung zogen wir zu einem leckeren Essen in die „Jagdschänke“. Ich wählte das Lamm, genoss es sehr, schaute aber trotzdem hin und wieder auf Herrn Eckhoffs Pizza. Die Pizza der Jagdschänke (es gibt nur drei Sorten) hatte ich noch von einem früheren Besuch als außerordentlich in Erinnerung.
 
Der Sonntag war traumhaft. Der Tag war hell und schön, der Boden war mit Schneereif überzogen. Nach dem Frühstück folgte ich Birgit, die schon ein paar Tage in Lüdersburg Ferien machte, erstmals auf den Platz. Immer wieder mussten wir den Ball im Schnee suchen. Nach drei Bahnen hielt ich es nicht mehr aus und spielte endlich meine erste Bahn seit – wie mir schien – Jahrhunderten, was so genussvoll war, wie einmal im Jahr richtig gutes Mango-Eis essen. Auch an den Par 3 Bahnen schlug ich ab und mein Drive an der 9 mit Birgits Holz 5 war der schönste Draw, an den ich mich in diesem Jahr entsinnen kann. Der Schlag war einfach perfekt und landete auf dem Grün. Leider nicht auf dem Wintergrün (ich hatte mich vollkommen verschätzt) sondern auf dem Sommergrün, von wo ich den Ball vorsichtig aufpickte. Es war ein unglaubliches Gefühl, nach fast drei Monaten endlich wieder einen Ball zu treffen. Ich entsinne mich, dass ich solch einen starken Kick nur damals als Anfänger hatte, wenn erstmals ein Schlag richtig gelang und man nicht wusste warum. (Wüsste ich es heute?)
Nach dieser 9-Loch Wanderung besuchte ich am Abend noch einmal die „Jagdschänke“, um mir bei Frau Crescenzo die geradezu spektakuläre Rucola-Pizza zu bestellen, dazu einen ordentlichen Roten, einen „Castello Monaci“ Primitivo aus Apulien, falls das jemanden interessiert.
Gerade hing ich gesättigt in den Seilen, als Baron von Spoercken nebst Gattin am Nachbartisch Platz nahmen. Die Lesung habe er leider verpasst, weil er auf Reisen war, bedauerte er, was ich sehr freundlich fand. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen, um uns über die aktuelle Golfpolitik auszutauschen. Bei diesem Gespräch wurde mir bewusst, dass wir einige Positionen teilen. Die Intentionen der Clubhaus AG zielen darauf hin, den Golfsport für jedermann/frau finanzierbar und zugänglich zu gestalten, damit Golf wirklich ein Breitensport werden kann. Golf von der Basis, Golf für alle sozusagen und zwar jetzt und nicht erst 2018.

In dem Zusammenhang möchte ich noch mal klar sagen, dass ich nicht gegen den Ryder Cup 2018 in Deutschland bin. Warum auch. Ich frage mich nur, ob die Zukunft unseres Spiels hierzulande allein an der Ausrichtung auf eine kommerzielle Großveranstaltung orientieren sollte, die offensichtlich alle Finanzen und Ressourcen bindet. Und was haben wir, bitte schön, von dem erhofften Golfboom, wenn immer weniger Spieler in der Lage sind, sich in angemessener Geschwindigkeit in Richtung Ziel zu bewegen, wodurch der „Golfboom“ letztendlich in einem „Mega-Stau" stecken bleibt.

Eugen Pletsch
 
P.S. Noch mal zur Kommunikation mit mir bzw. Cybergolf.de: Wer sich als Benutzer anmeldet, kann neue Links vorschlagen (wobei ich gewerblichen Angeboten dann unsere Preisliste schicke). Einträge von Privat und „social sites“ sind kostenlos.
Ebenso kann jeder angemeldete Benutzer Textbeiträge einreichen, die demnächst in einer „Leser-Rubrik“ auf Golfplaza verlinkt werden. Dort werde ich auch eine kleine Suche/Finde-Börse reinstellen, wo man Sachen vertickern kann. Aber das dauert noch ein paar Tage…

 
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