Die Golf Europe 2010, unsere führende europäische Fachmesse für den Golfsport, wurde von 3.600 Fachbesuchern aus 45 Ländern besucht, die sich an den drei Messetagen über die neuesten Trends der Golfindustrie informierten. Angeblich war die Stimmung „äußerst positiv“, was mit dem Aussehen der sportlichen Blondine erklärbar ist, die im Foyer für wärmende Winterunterwäsche warb.
Laut Pressemeldung „zeigten die Besucher großes Interesse an den Innovationen der kommenden Golfsaison“. Ja, bitte – woran denn sonst? Etwa an der Teppichfarbe des MOC? Oder an dem Gerangel mit lederbehosten Preußen in der U-Bahn? Vielleicht an dem Kreuzweg, den ich mit schwerem Reisegepäck von der Haltestelle Kieferngarten zum MOC humpeln musste, weil Münchner Taxis keine kurze Strecken fahren? Natürlich kommen wir Besucher wegen der Innovationen!
Die Aussteller dagegen kommen zur Messe, damit sie sich abends auf der Wies´n zuschütten und das Gemaule ihrer Kunden vergessen können. Neue Trends? Ich möchte mal sagen: Das Golfspiel gestaltet sich in seiner Entwicklung weiterhin ausgewogen. Die Schwächen industrieller Massenfertigung können durch einen entsprechenden Anstieg der Endkundenpreise aufgefangen werden. Ansonsten bleibt das Bewährte und das Neue kommt – falls lieferbar, aber vielleicht doch zuerst nur in den USA.
Wichtigste Meldung für alle, die sich schon Sorgen machten: Der Golfball bleibt rund! Und das, obwohl ein Gutachten der Transport-, und Verpackungsindustrie belegt, dass die bessere Stapelbarkeit von quadratischen Golfbällen nicht nur dem Handel, sondern auch dem Verbraucher entscheidende Vorteile bieten würde.
Diese Nachricht sorgte für Unruhe. „Innovative Kräfte“ beim DGV spekulierten bereits auf einen quadratisch-praktischen Alleingang, damit sich der RC Deutschland von anderen Ryder Cup-Bewerbern abheben könnte. Motto der wie üblich VcG-finanzierten Medienkampagne:
“Die Würfel rollen. Golf ist Deutschland.“
“Die Würfel rollen. Golf ist Deutschland.“
Fachanwälte träumten bereits von neuen Patenstreitigkeiten unter den Herstellern. Wer war zuerst da – der „Titleist Quarter“ oder der „Callaway Cube“?
Der Streit „Golfball versus Golfwürfel“ eskalierte und wertkonservative Kräfte bangten bereits um die Zukunft des Golfballs, worauf Erwin Langer schließlich ein Machtwort sprach: „Golf ist ein Strategiespiel wie Schach, aber ohne Würfel“, knurrte der Weise von Diedorf in Anlehnung an ein Zitat des Sportphilologen M. Ballack und damit waren die Steine vom Tisch.
Der Streit „Golfball versus Golfwürfel“ eskalierte und wertkonservative Kräfte bangten bereits um die Zukunft des Golfballs, worauf Erwin Langer schließlich ein Machtwort sprach: „Golf ist ein Strategiespiel wie Schach, aber ohne Würfel“, knurrte der Weise von Diedorf in Anlehnung an ein Zitat des Sportphilologen M. Ballack und damit waren die Steine vom Tisch.
Leider flackert bereits neuer Ärger auf und daran ist ausnahmsweise nicht die ewig hungrige Golfschlägerindustrie schuld, die uns seinerzeit mit dem „Trampolineffekt“ über den Driver balbierte. Nein – jetzt sind es die störrischen Altvorderen aus Schottland, die in verrauchten Kaminzimmern hocken und zwischen ihren Gichtanfällen ständig neue Bosheiten aushecken: Das Spiel soll bleiben wie es immer war! Engstirnig beharren die mürrischen Mumien von St. Andrews darauf, dass der Ball weiterhin mit dem Golfschläger bewegt wird und zwar immer und überall – auch von den Senioren!
Dabei hat sich gerade bei uns älteren Spielern das Schubsen des Balles mit dem Fuß oder das Werfen aus Hecke und Hindernis derart bewährt, dass wir darauf ungern verzichten möchten. Aber da sind die geistlosen Hüter des Golfgeistes vor, die uns offensichtlich jede Spielfreude vermiesen möchten.
Zum Glück haben wir Deutschen einen großen Vorteil: Wir sind sozusagen genetisch disponiert, jeden Schwachsinn zu ertragen. Sonst gäbe es weder den CSA noch diese Regierung und schon gar nicht meine Kolumne. Oder?
Zum Glück haben wir Deutschen einen großen Vorteil: Wir sind sozusagen genetisch disponiert, jeden Schwachsinn zu ertragen. Sonst gäbe es weder den CSA noch diese Regierung und schon gar nicht meine Kolumne. Oder?
Veröffentlich in GolfTime 7/2010














