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Notizen von Eugen Pletsch

Trotz Terrorwarnung: Großkampftag beim DGV

Eine Träumerei von Eugen Pletsch

Ich hätte im Bett bleiben sollen. Mit einer akuten Gonarthrose ist nicht zu spaßen. Das Schmerzmittel fing gerade an zu wirken und ich hätte gut noch eine Mütze Schlaf gebrauchen können – wäre da nicht mein Pflichtgefühl gewesen. Schließlich hatte ich dem Clubmanager Herrn S. aus B. versprochen, Bernhard Langer zu grüßen, falls ich ihn sehen würde. Und wenn ich etwas bin, dann zuverlässig. Also quälte ich mich aus den Federn und fuhr nach Frankfurt. Leider verpasste ich die Pressekonferenz mit Bernhard Langer, die um neun Uhr begann. Wie ich später erfuhr, hatten die Kollegen auf ihre klugen Fragen die gewohnt schlagfertigen Antworten von B. Langer bekommen.
Nun denn, was geschah dann?

Es war Samstag, der 20. November 2010. Deutschland wurde von Terrorwarnungen erschüttert. Nachdem die ersten Untersuchungen über die gesundheitliche Gefährdung (Krebs?) durch Köperscanner bekannt wurden, waren die beteiligten Unternehmen klug genug, um politische Flankenhilfe zu suchen. Also wurden irgendwo in Afrika Päckchen gefunden, die nicht nach Deutschland verschickt werden sollten und Dinge enthielten, die definitiv keine Bomben oder Zünder waren, aber vollkommen ausreichten, um den Deutschen die akute Gefahr terroristischer Anschläge zu vergegenwärtigen. Während die Bomben unserer Bündnispartner überall auf der Welt für Ruhe und Ordnung sorgten und die ökologische Katastrophe des von multinationalen Öl-Konzernen zerstörten Niger-Deltas gigantische Ausmaße annahm, fuhr ich allen Warnungen zum Trotz zum Frankfurter Flughafen, direkt in das Zentrum des Zyklons.

Dort, im kuscheligen Sheraton, plante auch der DGV auf einem außerordentlichen Verbandstag Entscheidungen von globaler Dimension auf den Weg zu bringen. Um die Finanzierung für die Austragung des Ryder Cup 2018 zu gewährleisten, sollten die Mitglieder des DGV über eine Erhöhung des Jahresbeitrags pro Golfer für die Jahre 2011 bis 2022 um einen Euro abstimmen. Wir zitieren: „Die Mittel sollen zweckgebunden dem Projekt "Abschlag Schule" des DGV zukommen. Die Erhöhung ist unter die Vorbehalte gestellt, dass Deutschland den Zuschlag für den Ryder Cup 2018 erhält und dass die hessische Finanzverwaltung eine positive verbindliche Auskunft zur steuerlichen Unbedenklichkeit der Beitragsanpassung erteilt. Hintergrund dazu ist: Sollte Deutschland den Zuschlag für den Ryder Cup 2018 erhalten, so beabsichtigt die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG), dem Ryder-Cup-Projekt ab 2011 über einen Zeitraum von 12 Jahren eine Summe von 750.000 Euro pro Jahr zukommen zu lassen. Um den Großteil dieser Summe aufzubringen, würde die VcG künftig ihre Fördermittel für "Abschlag Schule" um 500.000 Euro reduzieren, allerdings nur dann, wenn die Mitglieder des DGV als Ausgleich einer zweckgebundenen Beitragserhöhung für das Schulgolf zustimmen.

Mit den Zahlungen für den Ryder Cup im Falle eines Zuschlags würde die VcG einen Teil der Lizenzgebühr aufbringen, die die Bewerbergesellschaft RC Deutschland GmbH der Ryder Cup Europe LLP als Teil der Bewerbung garantieren muss. Der Bund und der Freistaat Bayern hatten eine finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Geldern im Oktober endgültig abgelehnt.“

So. Jetzt müssen wir wissen, dass die VcG das Projekt "Abschlag Schule" bereits seit 1999 mit bis zu einer Million Euro jährlich fördert. Falls die VcG  diese Förderung zugunsten des Ryder Cup reduziert, muss der DGV die Ausfälle kompensieren, die dem „überaus erfolgreichen Schulgolfprojekt Abschlag Schule" entstehen würden.
"Abschlag Schule" und damit der Schulgolfbereich sollte auf jeden Fall in gleichem Umfang wie bisher weitergeführt und sogar ausgebaut werden. Um die Schulgolfaktivitäten über den jetzigen Stand hinaus mit neuen Maßnahmen erweitern zu können, hätten die Delegierten des außerordentlichen Verbandstages außerdem über eine zusätzliche zweckgebundene Erhöhung des Jahresbeitrages um 50 Cent abzustimmen. Damit würde der Jahresbeitrag pro beitragspflichtigem Golfspieler von bisher 15 Euro auf 16,50 Euro steigen.“

Haben wir das richtig verstanden? Weil die VcG nicht beides – Ryder Cup und Schulgolf  – stemmen kann, müssen wiedermal die Clubmitglieder bluten, die den VcG Spielern ohnehin schon ihre Plätze fast kostenlos zur Verfügung stellen. Schon vor Jahren hatte ich gefordert, dass jeder VcG Spieler einem ordentlichen Clubmitglied des DGV mindestens einen Tag pro Jahr dienstbar sein sollte und Spieler, die mindestens drei Jahre in der VcG sind, regelmäßig und unentgeltlich vor der Runde in den Golfclubs als Taschenträger arbeiten sollten oder nach Bällen tauchen, die dem Jugendgolf zu Gute kämen. Aber damit konnte ich mich leider nicht durchsetzen.
Freigekauft haben sie sich, die Billiggolfer, indem sie mittlerweile alles finanzieren, wozu dem DGV sein Geld zu schade ist. Es ist schon geradezu niederträchtig, wie sich der Paria des Golfsports zum „Slumdog Millionär“ gewandelt hat und die deutsche Golflandschaft, gleich russischen Mädchenhändlern im Urlaub, mit seinem Geld zuschmeißt.
Aber jetzt ist Ende im Schacht. Auch der VcG, der unter der langjährigen weisen Führung verschiedener DGV-Funktionäre, darunter einem gewissen Herrn Nothelfer (bis 2007), zu vollkommener Unabhängigkeit von jedweder DGV-Entscheidung heranreifte, hat seine Budget-Grenzen erreicht und muss jetzt bei den ordentlichen Clubmitgliedern des DGV betteln gehen, um seine großspurigen Sponsoring-Aktionen weiterhin realisieren zu können. Millionen RC- Bekenner üben bereits Schlachtengesänge und die Foren kennen nur ein Thema: Wird Golf geiler wie Fußball unter Bertie Vogts und dürfen wir 2018 auch so grölen, wie die in Wales? Doch noch ist ungeklärt, woher der „Bimbes“ kommen wird, wie Helmut Kohl die Penunse zu nennen pflegte. Der außerordentliche Verbandstag versprach also mehr als nur spannend zu werden.

Als ich den Saal betrat, begrüßte der DGV-Präsident Herr Nothelfer bereits seine Gäste. Auf seine pointierte, geschliffene Weise stimmte er Clubpräsidenten, Funktionäre und Presse aus der ganzen Republik auf das ein, was zu beschließen beschlossen war.

Ich zappelte unruhig auf meinem Presseplatz und musste öfter aufstehen, um mein Knie zu bewegen. Deshalb kann ich Herrn Nothelfers Ausführungen nicht im Detail wiedergeben, aber das wird in kommenden Pressemeldungen nachzulesen sein. Neu war für mich, dass das Bewerbungsprocedere erstmals in seiner jetzigen Form stattfindet. Bisher – von Valderama bis Wales – habe die Ryder Cup Europe jeweils reichen Privatleuten ihre Träume erfüllt. Doch nun sei erwünscht, dass eine Bewerbung vom jeweiligen Land und somit auch vom Golfverband des Landes mitgetragen wird. Erst einige Zeit nach der Antragstellung, als sozusagen das Kleingedruckte auf den Tisch kam, wurde dem DGV und seinen Vasallen im RC Deutschland klar, dass der Ryder Cup Europe LLP als Teil der Bewerbung eine Summe von ca. 18 Millionen garantiert werden muss. Wie gesagt: Das habe man erst im Nachhinein bei den Verhandlungen erfahren. „Wir müssen beweisen, dass wir an die Zukunft des Golfsports glauben!“ sagte Herr Nothelfer trotzig. Da tobte Meute. Gestandene Männer fielen sich in die Arme und weinten vor Glück. Der DGV-Vorstand stand bereits auf den Tischen und stimmte ein fröhliches „Ole Ole Ole Oleee“ an. Ich bückte mich, als die erste Laola-Welle über mich hinweg zischte. Kleingeister und notorische Nörgler mochten sich noch fragen, ob die Zukunft des Golfsports tatsächlich darin liegt, die Habgier der Ryder Cup Europe LLP zu befriedigen, aber wen interessierte das noch?

Der Ryder Cup, so Nothelfer, würde zu einem Imagewandel im Golf führen. Die Herren schnauften. Imagewandel? Nie wieder karierte Hosen? Modern solle der Golfsport sein, ein Leistungssport, man könne sogar sagen „cool“, feuerte Präsident Nothelfer in die Menge. „COOL“: Woher kannte er dieses Wort? Hatte Nothelfer endlich den „Weg der weißen Kugel“ gelesen?“

Aber dabei, Nothelfer senkte die magische Stimme um es ganz deutlich zu machen, dabei dürfe der Golfsport nicht verramscht werden! Das betonte er. Das war auch nötig. Ein wichtiger Hinweis. War es der Vertreter der DGS zwei Reihen hinter mir, der plötzlich einen Hustenanfall bekam? Egal, vielleicht war es auch jemand anders.

Auch die Historie der Bewerbung wurde im Detail rekonstruiert. Zum Beispiel, wann das 400seitige „Bidbook“ überreicht wurde, wann die Politik ihre Zusagen gemacht hatte und wann Frau Merkel auf Bernhard Langers Brief mit der Bitte um Unterstützung „unangemessen“ auf das Innenministerium verwies, worauf das Kartenhaus politischer Unterstützung von Seiten der Bundesregierung, dann auch beim Freistaat zusammenbrach. Bedauerlich, bedauerlich.
Man habe sich wohl zu sehr auf wohlwollende mündliche Zusagen verlassen, lautete die Selbstkritik. Jetzt ginge es darum, die Sache gemeinsam zu stemmen. Nothelfer plädiert noch einmal an das Plenum, die einmalige große Chance für den deutschen Golfsport nicht zu verpassen. Nein, das wollte niemand und um seiner Rede Nachdruck zu verleihen, bat er Bernhard Langer aufs Podium.

Auf bewährte Art zeigte Bernhard Langer „Emotions made in Germany“, während das Publikum gebannt lauschte. Mit stockender Stimme schilderte er, wie er den entscheidenden Putt in Kiawah Island verpasst hatte. Als er erzählte, wie Seve in der Garderobe geweint hatte, blieb kein Auge im Saal trocken. Das Aushängeschild des deutschen Golfsports beschrieb die Faszination, das unglaubliche Gefühl, das entsteht, wenn zwölf Konkurrenten in der Ryder Cup Woche zu einem Team zusammengeschweißt werden. Denn diese Millionäre spielen in dieser Woche vollkommen kostenlos für ihr Land, ehrenamtlich sozusagen, woran auch läppische 5000.- € für die Abendgarderobe der Damen nichts ändern. Das ist sowieso kein Geld, wenn man es hat, dachte ich mir.
„Sich ohne finanzielles Interesse für den Golfsport zu engagieren, das ist schon etwas Besonderes“, sagte Bernhard. “So, wie zum Beispiel der Herr Pletsch, da hinten in der letzten Reihe, der seit zehn Jahren DGV und PGA Meldungen zum Gotteslohn veröffentlicht, während alle anderen die knappen Werbe-Etats wie Bienen aufsaugen. Heute quält er sich hier her, der Herr Pletsch, und die unverschämten Parkhausgebühren zahlt er, vermutlich als Einziger hier im Saal, aus der eigenen Tasche. Das sind die wahren Helden des Golfsports …“.
Hä? Hatte Bernhard das gesagt? Nein, da war ich mal wieder weggedöst, während Emotionstorpedos in Form von rotbackigen Clubpräsidenten durch den Saal rauschten und darum rangelten, sich in die ausgelegten Listen eintragen zu dürfen, um 2018 als freiwillige Helfer auf dem Wittelsbacher RC Parkplatz 2018 dabei sein zu dürfen.

Nachdem Bernhard mit viel Applaus verabschiedet wurde, betrat sein Bruder die präsidiale Empore, die mich an den römischen Senat erinnerte. Dort hatten die größten Redner des Altertums die Weichen für eine neue Epoche der Menschheit gestellt und hier stand nun Erwin Langer und gab freilich zu, dass er die Reden seiner Vorredner in Sachen Begeisterung und Emotion nicht übertreffen könne. Stattdessen wolle er sich auf Fakten konzentrieren, denn es gäbe „so viele falsche Informationen und Gerüchte“.
Deshalb stellte er gleich zu Beginn eins klar: Der Ryder Cup (man hört da so vieles) habe, so betonte er vor den Delegierten des DGV, nichts mit dem Pferdesport zu tun. Uff. Das musste ja mal rauskommen, dachte ich mir. Aber war es wirklich klug, das in der Öffentlichkeit und auch noch direkt vor der Presse zu verraten?
Erwin Langer ist als Geschäftsführer für die RC Deutschland ein Glücksfall. Charme und Charisma verbinden sich mit seinem einzigartigen Durchsetzungsvermögen. Aber hatte sich der Inbegriff von Eloquenz und Diplomatie mit dieser Aussage nicht vergaloppiert?
Bis ganz nach oben hatte es der Drähtezieher von Diedorf mit seinen guten Verbindungen zur Politik geschafft. Aber dann, und ich vermute mal, dass das der Fehler war, hat er sich verplappert und erzählt, dass der Ryder Cup nichts mit Pferden zu tun hat. Dabei lieben wir Deutschen Pferde fast so sehr wie unsere Autos. Hätte er nicht sagen können, dass BMW eine Reitsportveranstaltung auf einem AUDI-Testgelände durchführt? Mit Tiger Woods als „Fury, der schwarze Hengst“? Dann wären die Millionen nur so gesprudelt. Aber nein. Golfer dürfen nicht schummeln, auch wenn es weh tut. Sonst würde der „Spirit of Golf“ verdunsten.
Dann verriet Langer, dass Experten der KPMG den DGV und die RC Deutschland beraten würden. Sie hätten in Budapest eine „Special Golf Unit“ für Europa aufgestellt. Eine „Special Golf Unit“ in Budapest. Das klang professionell, die Zuhörer spitzten die Ohren.
KPMG kennen wir von der Ryder Cup Bandenwerbung aus Wales. Ich bin sicher, es gibt gute Gründe, warum die RC Deutschland und der DGV gerade von den KPMG-Leuten beraten werden. Vermutlich, weil es keine deutschen Unternehmensberatungs-Gesellschaften gibt, die in Budapest eine Golf-Unit unterhalten. Wie auch immer – hier die Fakten: Die KPMG meint, der Golfmarkt könne wachsen! Bis zu eine Million Spieler konnten die Budapester Visionäre in ihrem Kaffeesatz entdecken. Das sei natürlich nicht garantiert, denn wenn zuvor die Bienen wegen der gentechnischen Kontamination unserer Landwirtschaft aussterben, hat die Menschheit laut Albert Einstein gerade mal sieben Jahre, bis die Natur und somit der Mensch von der Erde verschwunden wäre. Der Weltuntergang wäre dann genau 2018. „Ole Ole Oleoleoleee…“.
Sagte Langer das wirklich? Nein, ich träumte. Ich hätte diese starkenTabletten nicht schlucken sollen.

Auf alle Fälle, betonte der Langer Erwin, und zitierte dabei unumstößliche Fakten der KPMG, würde der Golfsport vermutlich wachsen. Eine Woche Ryder Cup wird auf einen Gesamtumsatz  von ca. 250 Millionen geschätzt. Dabei könnten gut und gerne 60-80 Millionen an Steuern abfallen. Zudem wird die geplante Golfanlage von privaten Investoren gebaut – offensichtlich ein bissiger Seitenhieb auf die Konkurrenten des Golfsports in Bayern, nämlich den Bob- und Rodelbahnen, die wie Langer süffisant anmerkte, vom Steuerzahler finanziert werden müssten. Das sind Argumente!
Beim letzten Ryder Cup wären immerhin 1034 Journalisten akkreditiert gewesen, die dann, so Langer, „tatsächlich auch geschrieben und berichtet haben“. (Nicht wie in Pulheim, wo die schreibende Zunft nur herumsaß, um ihm die Haare vom immer noch stattlich braunen Schopf zu fressen. Aber nein, das hat er natürlich nicht gesagt…)
Stattdessen nannte er Zahlen, „über die man nachdenken sollte“: Zum Beispiel wurden zig hundert Artikel in Millionenauflage zum Thema Ryder Cup veröffentlicht, die unseren Sport populär machen. KPMG hat auch mehr als 650 (?) Online-Veröffentlichungen zusammengetragen, mit insgesamt VIER MILLIARDEN KLICKS!
Wow. Solche Serverzahlen kann nur bekommen, wer einen guten Draht zur CIA hat, die alle europäischen Logfiles speichert. Andere Zahlen habe ich vergessen, weil ich mittlerweile Hunger hatte. Trotzdem lauschte ich noch dem Herr Löhlein von der RC Deutschland, der Trauerarbeit leistete, in dem er von Begegnungen mit den Umfallern (Seehofer) auf dem politischen Parkett erzählte, das sich auch für die RC Deutschland Delegation offensichtlich als zu glatt erwies.

Als Präsident Nothelfer die RC Deutschland Delegation schließlich verabschiedete, war ich bereits draußen, um mitansehen zu müssen, wie das Buffet vor sich hin köchelte. Man war bereits reichlich über der Zeit. Unruhig hinkte ich auf und ab. Gequält von dem Gedanken, dass das Roastbeef vertrocknen könnte, ging ich Richtung Lobby und wer lief mir geradeweg in die Spur? Die RC Deutschland Delegation in Form von B. Langer, E. Langer und dem Pressesprecher Herrn Wäschle! Eine Begegnung war unausweichlich. Die Herren hielten kurz inne. Kam da der Grund der Terrorwarnungen - der Golf-Pyromane und Fairway-Stalker Pletsch?
„Ach, der Herr Pletsch“, seufzte Erwin Langer. Der Gedanke, dass ich seinen Bruder Bernhard auf dem Weg zum Flieger noch in ein längeres Gespräch verwickeln könnte, um etwas Kurzweil in die Wartezeit vor dem Check In zu bringen, schien ihn etwas nervös zu machen, doch ich wandte ich mich gleich an Bernhard Langer:
„Herr Langer, ich soll sie herzlich vom Herrn S., dem Manager vom GC B. grüßen“.
Erwin hatte jetzt jenes Glitzern im Blick, bei dem seine Hostessen in Pulheim in Tränen auszubrechen pflegten. Auch Bernhard Langer schaute irritiert. Aber dann sagte er höflich, wie es seine Art ist: „Das ist sehr nett, vielen Dank. Herzliche Grüße zurück.“ 

Die Plenumsdiskussion, die tatsächlich noch irgendwer vor dem Mittagessen anzettelte, habe ich verpasst.
Voller Sorge hinkte ich um den Tisch mit dem Roastbeef, das sich schließlich letztendlich doch noch als zart und lecker herausstellte. Auch die Beilagen und das Dessert waren vorzüglich. Ob das DGV-Mittagessen von dankbaren VcG-Spielern gestiftet wurde, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Der zweite Teil des Nachmittags galt den Strukturanpassungen des DGV und war ansonsten von hochprozentigen Abstimmungsergebnissen geprägt. „Volkskammer-Qualität“ nannte das ein älterer Kollege. “So wurde damals beim alten Brügelmann abgestimmt,  der seinen Laden noch im Griff hatte“. Ein Kompliment an Nothelfer?
Der stellte ein Konzept zur Modernisierung und Verschlankung des Verbandes vor und forderte die Mitglieder zu einem konstruktiven Austausch und eine breit angelegte Diskussion auf. „Wir legen großen Wert auf den offenen Umgang mit diesem Thema. Nur ein offener Dialog kann in dieser Sache zielführend sein“, sagte Nothelfer. Ein offener Dialog beim DGV? Mir wurde bewußt, dass ich träumen mußte.
Ich dachte noch: "Offener Dialog? Wer mit wem? Systemimmanent oder wirklich offen?" ...und plötzlich war ich hellwach.

Zur DGV-Pressmeldung


P.S.: Ich lasse die Geschichte mal so wie sie ist, sonst versaut es mit die Pointe und E. Langer darf sich sagen: Viel Feind, viel Ehr, aber entschuldigen muss ich mich doch: Die Langer-Brüder hatten es wirklich eilig, denn sie eilten zu einem Krankenbett. Details zu nennen, steht mir nicht zu. Das ganze Cybergolf-Team wünscht gute Besserung!


© by Eugen Pletsch 2010


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