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Notizen von Eugen Pletsch

Gratulation, Martin!

Gottlob regnete es. Ich hatte die letzten Tage zu viel gespielt, aber heute wollte ich mal gar nix machen. Ich legte mich in mein Basenbad, frühstückte in Ruhe, las Golfzeitschriften (ja, das mache ich immer noch) und saß dann etliche Stunden am Rechner, um den „WEG der weißen Kugel“ in einem 2. Durchlauf mit Korrekturen, Änderungen und neue Textteile zu versehen. Nebenher schaute ich mal auf die PGA.com-Seite und entdeckte, dass Kaymer ganz oben mitspielt. Fernsehanschluss habe ich nicht. In den Foren wurde erzählt, dass die Amis im TV nur Tiger zeigen, Kaymer höchstens verspätet in einer Rückblende.

Auf http://www.exklusiv-golfen.de/ entdeckte ich ein Life Streaming zur US PGA. Ich musste veetle.com runterladen, mein Browser stürzte mehrfach ab, was vermutlich mit meiner DSL-Light-Leitung zusammenhängt, und irgendwann, nach nochmaligem Lesen, es war schon nach 1 Uhr Nachts, entdeckte ich, dass ich http://www.iraqgoals.tv/ch4.html anklicken musste, um gerade noch das Finale zu erleben. Immer, wenn ich am Abend auf das Leaderboard der PGA.com geschaut hatte, führte Kaymer, aber auf der 15 spielte er ein Bogey und beendete seine Runde mit – 11 auf dem 3. Platz. Doch der dann führende Dustin Johnson vermasselte seine Runde mit einem Triple-Bogey (bekam zwei Strafschläge) auf der 18 und so gingen Bubba Watson, der ebenfalls auf -11 lag, und Martin Kaymer ins Stechen.

Die US Sympathien lagen bei Watson, der die ersten beiden Bahnen Birdie und Par spielte. Von Kaymer meinte der PGA-Blog, dass ihn niemand in den USA kennen würde. Na gut. Österreich ist die Hauptstadt von Deutschland, ich weiß, liebe Amis … aber jetzt werde ihr Kaymer kennen, oder? Der konterte das 2. Loch mit einem Birdie. Mein Gott, was für ein nervenstarker Typ. Den ganzen Abend hatte ich nebenher den letzten Tag der 2010 OPEN auf Video geschaut und dabei erst kapiert, was Kaymer für eine Nummer abzieht. Unglaublich! Er hat eine unglaubliche Selbstbeherrschung, einen klugen Kopf, Kraft, Gefühl, aber auch Mut und den früheren Caddy von Paul Casey an seiner Seite, der für Ruhe und Professionalität auf höchstem Level sorgt. Es war vor ein paar Jahren auf einem EPD Tour Pro Am in Friedberg, als ich erstmals von Kaymer hörte. Ich traf meinen alten Freund Glen Hutcheson aus Zimbabwe, der erzählte, dass ein Junge namens Kaymer bei einem EPD Tour Event eine 59 gespielt hätte. Sonst war Kaymer bisher nicht besonders aufgefallen. Einer von den vielen „new kids on the block“, die einen langen Ball schlagen können... Im Stechen liegt der Vorteil bei Kaymer. Er kann für sich spielen, während Bubba die Ehre der US Nation verteidigen muss. 3. Bahn: Bubba schlägt seinen 2. Ball in den Creek, Kaymer liegt OK. Beim Schlag wird er im Rückschwung gestört und bricht ab. Vermutlich ein Patriot, der BUBBA brüllt. Kaymer schlägt seinen Ball vor die Fahne. ... Bubba droppt, spielt in den Bunker und locht von dort fast ein. Bubba locht den Putt zum Doppelbogey. Kaymer hat jetzt zwei Putts für seinen 1. Majorsieg, aber der erste Putt wird zu lang. Mussekoppunnelasse, Maddin! Na gut, der 2. Putt zum Bogey ist  drin. Da ist er nun, der neue US PGA Champion Martin Kaymer mit seiner 2010 Wannamaker-Trophy. Verdammich, was für eine Schüssel, WOW!

Gratulation, Martin!

Eugen Pletsch

 

 

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