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Notizen von Eugen Pletsch

Back on the road

hier ein kleiner Zwischenbericht für meine lieben Leser:  Derzeit genieße ich die herzliche Gastlichkeit des Hotels Forelle bei Dachau, mit seinen individuell und geschmackvoll eingerichteten Zimmern. Morgen werde ich als Gastredner zum 20jährigen Jubiläum der Vereinigung Golf spielender Journalisten sprechen. Heiter-Besinnliches wurde gewünscht. Ob irgendwer meine Ansichten über die Situation des Golfsports, wie ich sie auch schon im letzten Blog formulierte, heiter finden wird, wage ich zu bezweifeln.

Eure Mails konnte ich zum Teil nur kurz aus den Hotels beantworten und als ich zwischendurch zum Boxenstop zu Hause war, fing mein Hauptrechner mal wieder an zu spinnen, weshalb viel liegen blieb und sich derzeit auch auf Cybergolf nicht so viel bewegt. Das hängt aber auch damit zusammen, dass Webmaster „Magic Fred“ angeblich in der heißen Phase der Cyberolf-Migration auf ein modernes CMS-System (Joomla) angekommen ist. Ob und wann das neue Portal läuft, werden wir sehen, aber die mehr als 10 Jahre alte Software, die mir damals idiotensicher auf den Leib gestrickt wurde, wird heutigen Anforderungen einfach nicht mehr gerecht. Wir werden „Cybergolf.info“ (die Linksammlung) mit dem „Pletschblog“ (bisher Golfgaga) und „Cybergolfnews“ auf einer Seite zusammenführen. „Cybergolfnews“ wird dann nur noch Nachrichten der Golfszene beinhalten, für Firmen, die ihre Dienste und Produkte vorstellen möchte haben wir mit „Golfplaza“ eine neue Rubrik geschaffen. Und dann muss ich lernen, mit der neuen Software umzugehen, was nicht leicht sein wird, da ich die wenige Zeit, die ich habe, der Überarbeitung des WEGes widmen muss/will/möchte. Nach mehr als 20 Jahren „on the road“ genieße ich meine Zurückgezogenheit, aber manchmal kommt es dann doch anders und mehrere Einladungen, sowie eine Lesereise in Süddeutschland, führten mich zu einigen herrlichen Golfpätzen. So spielte ich Hof Trages, Braunfels, Schwäbisch Hall den Golfclub Odenwald und Eichenried und erlebte dabei manche wundersame Geschichte. Einen golferischen Leckerbissen musste ich auch zeitliche Gründen auslassen: den Golfclub von Heidelberg-Lobenfeld. Das werde ich aber nachholen, denn alles, was ich vor und nach meiner Lesung von der Restaurant-Terrasse aus sehen konnte, war so schön, dass ich mich bald auf den Weg machen werde, um diesen Platz kennen zu lernen. Mal abgesehen von der ausgezeichneten Küche, die ich schon testen konnte, hat mir besonders die enge und abschüssige Driving Range gut gefallen. In Winnerod muss ich immer bergauf spielen, so, dass mein Eisen 7 je nach Wind meist bei 110 Metern liegen bleibt, in HD-Lobenfeld flog der Ball bergab ca. 135 Meter, da fühlt man sich doch gleich ganz anders. Apropos gute Küche: Auch die Gastronomie von Braunfels und Schwäbisch Hall hat bei mir markante Spuren hinterlassen. Sowie ich wieder zu Hause bin, gibt es nur noch Hirsebrei...

Eine treue Leserin schrieb mir zum letzten Blog „Generation Platzreife“ etwas, was ich hier weitergeben möchte, weil es mir klar gemacht hat, dass meine Intention auch gänzlich anders verstanden werden können: „Ich kann teilweise Deinen Frust über das mangelnde Niveau der Golfneulinge verstehen, möchte aber an dieser Stelle eine Lanze für meinen Pro brechen. Ich habe bei ihm einen Platzreifekurs mit anschließender Prüfung gemacht, wobei schwerpunktmäßig Regeln und Etikette gelehrt wurden. Die Prüfung bestand aus einem schriftlichen und praktischen Teil, der ohne Bestehen der schriftlichen Prüfung gar nicht stattgefunden hätte. Dabei war Durchspielen lassen oberstes Gebot. Es gibt also noch Hoffnung für Dich und andere "Veteranen". Ich selber spiele zur Zeit noch ausschließlich auf öffentlichen Plätzen, wo ich nicht ständig das ungute Gefühl habe, jemandem im Weg zu sein. Trotzdem bin ich letzten Herbst mit einigen "Kampfgolfern" aneinandergeraten, die auf den Kurzplatz ausgewichen waren, nachdem sie versäumt hatten eine Startzeit zu buchen und nicht unverrichteter Dinge wieder abziehen wollten. Das wiederum fand ich etwas unfair, da auf diesem Platz üblicherweise "leben und leben lassen" gilt. Du siehst, es gibt auch hier zwei Seiten. Wie auch immer, von solchen Dingen lassen wir uns doch nicht die Freude am Spiel verderben, oder? Ist doch nur ein Spiel! ;-)“ Dazu möchte ich sagen: Mein Text über die Generation Platzreife entstand nach Gesprächen mit einigen Pros und Spielern, die die derzeitige Situation unhaltbar finden. Weder wollte ich bemühte Pros, geschweige denn engagierte SpielerInnen, diskreditieren. Es geht mir um die generelle Entwicklung und um die Frage, was mit den vom DGV herbeigezauberten Massen von "Teilzeit-Golfern" werden soll. Denen wird von manchen Pros vorgekohlt, dass sie in einer Woche Golf lernen könnten und manche glauben ernsthaft, dass sie Golf spielen könnten, weil sie einen „Golfführerschein“ gemacht haben. Das führt in vielen Clubs immer mehr zu Problemen auf dem Platz. Die Verlotterung von Etikette, der Niedergang des Spielniveaus wird von niemandem bestritten, es spricht nur niemand öffentlich aus, da (fast) alle Beteiligten ihre eigenen finanziellen Interessen haben und mit niemandem anecken wollen. Ursache der Situation ist aus meiner Sicht die gesamte Entwicklung im Golfsport und falsche Weichen, die vor Jahren gestellt wurden. Ich wollte damit eine Diskussion anregen, die längst fällig ist. Euch allen schöne Sommertage!

Eugen

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